Offener Brief an Soziologie-Dozent

In einem Offenen Brief kritisiert ein_e Zuhörer_in die Soziologie-Vorlesung von Dr. Michael Makropoulos. Ihm wird ihm vor, das Semester mit eurozentristischen Betrachtungen gefüllt zu haben. Doch auch die Studierenden werden kritisiert: Diese würden die eurozentristische, gender-unsensible Vorlesung wider besseren Wissens mittragen.
Im folgenden wird der Brief dokumentiert.

Lieber Michael,

Für viele Studierende bist du ein Meister. Das mag zum einen an deiner schieren Eloquenz liegen. Zum anderen liegt es an unserer ängstlichen Verehrung mächtiger, alter, weißer Männer. Wir brauchen daher neue Medien der Debatte.

Theorie, Lehre und Praxis verbinden
„Ich positioniere mich als schwarze Frau aus dem globalen Norden.“, leitete Natasha Kelly eines ihrer Seminare ein, das als mein Beginn gelten soll, über unsere angeborenen Privilegien in dieser Welt nachzudenken. Danach und ein paar weiteren Sätzen über ihr kämpferisches Schaffen für Rechte und Akzeptanz der People of Colour (PoC) in dieser Gesellschaft, forderte sie uns Seminarteilnehmer_innen auf, sich in gleicher Art wie sie vorzustellen. Viele von uns sagten sicher nichts Unwichtiges über ihr mehr oder weniger junges Leben und ihre Erfahrungen mit PoC. Niemand positionierte sich wie sie. Uns war es, so erfuhr ich später in Gesprächen von Anderen, zwar aufgefallen, doch fremd. Wie kleine Kinder widersetzten wir uns auch im weiteren Verlaufe des Seminars: „Wir sind doch keine Rassisten!“

Sprache und Denken
Heute kenne ich den großen Bogen des historischen Rassismus, ausgedrückt in Sklaverei und Kolonialismus bis in den zweiten Weltkrieg; ein Bogen der sich bis heute spannt. Globale Unterdrückung, also keine Mitbestimmung vor allem der afrikanischen Länder auf politischer, wirtschaftlicher und sozialer Ebene hinterlässt Spuren im hintersten unserer Köpfe und unserem kollektiven Unbewusstsein. Sprache und Denken unterhalten Interdependenzen und reproduzieren einander. Ich Haus, du Hütte – wir verstehen.

Das soziologische Aquarium
Und du…? Kommentierst nichts. Deinen öffentlichen Tätigkeiten in der Lehre an unserem Institut für Sozialwissenschaften folgend, überliest du das N-Wort bei Weber, Elias oder Riesman. Du kommentierst den offenen Sexismus bei letzterem nicht und hälst nichts von Konzepten, mit unserer Sprache verschiedenste Gender zu berücksichtigen. Sicherlich: Du als Gelehrter und Prediger der „Schrift im historischen Kontext“, könntest mir flink erwidern, dass Riesman als Fisch im amerikanischen Aquarium der 50er Jahre eben nicht hätte größer werden können, als es das Aquarium war.
Heute sind wir mehr als sechzig Jahre in der Ideengeschichte weiter und das Aquarium vielleicht gewachsen. Zumindest haben zwei Generationen von Wissenschaftler_innen den Stöpsel gezogen und das soziologische Becken mit den Theorien der Postmoderne gefüllt.

Der Poststrukturalismus und seine Theorien
Wir wissen jetzt, dass unsere historische Verantwortung als Europäer_innen nicht jünger als 200 Jahre ist und Kolonialismus nicht mit der politischen Unabhängigkeit aufhörte; ein vielschichtiger Eurozentrismus bestimmt, in seinen Ausprägungen diskutabel, die Welt; Geschlechterrollen sind konstruiert und weiße Männer – wohlgemerkt die geschlechtlichen und als solche geborenen – dominieren wie selbstverständlich sämtliche Aspekte unserer Welt. Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird durch Ausnahmen geformt. Auch aus der Forschung der Geschlechterrollen ließe sich vieles aus den letzten Jahrzehnten hinzufügen. Ich gehöre wohl nicht zu den wissbegierigsten und avantgardistischsten Personen meines Millieus und weiß vieles nicht. Trotzdem durchdringen genannte Fortschritte erstaunlich resolut meinen Uni-Alltag. Dafür bin ich dankbar.

Warum verweigerst du dich diesen Erkenntnissen, Michael? Warum lässt du deine wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen die Scherben deiner Donnerstage und unkommentierten Textausschnitte auffegen? Hast du selbst keine Zeit dafür? Nimmst du dir keine Zeit dafür?

Normative Selektivität
Ich unterstelle dir nicht Erkenntnisverweigerung. Aber ich unterstelle dir normative Selektivität, was Autorenauswahl sowie thematische Ausrichtung deiner Sitzungen betrifft. Sie ist natürlich und unumgehbar. Doch die Selektivität lässt Rückschlüsse auf dich zu. Keine nicht-männliche Autor_in, keine Person aus Asien, Lateinamerika oder Afrika und nur einen lebenden Menschen in den Kanon der Soziologischen Theorie aufzunehmen, ist für mich unverständlich. Es raubt dem Bild deiner Eloquenz und pathetischen Oratorik den Kontrast und überzieht es mit einer grünspänigen Patina.

Vorlesung als Grabrede
Um so unverständlicher ist es, dass die weiteren Zuhörer_innen deiner wöchentlichen Sitzung sich mit keinem Mucks rühren. Verglichen mit anderen Vorlesungen ist deine eine Predigt am Grab: Niemand traut sich Einspruch zu erheben, ob der milden Ehrfurcht vor den Toten, die du so beflissen zitierst. Ist das die Wissenschaft vom Zusammen- oder Nebeneinanderleben der Menschen? Diskursiv ist deine Veranstaltung wenig und trotzdem jede Woche gut besucht. Selbst auf den Gängen wird keine inhaltliche Kritik an deinem Vortrag geübt – in studentischen Kreisen höchst verwunderlich. Anstattdessen lachen wir darüber, dass du Stuckdecken und Drei-Meter-Fünfzig Deckenhöhen als unser Standardpaket definierst. Gib uns Affen Zucker.

Deine Macht, unsere Reflexion
Wie lässt sich dieser Bruch zwischen scheinbar permanenter Reflexion von allen möglichen Inhalten durch uns und unserer Kritiklosigkeit dir und deiner Veranstaltung gegenüber erklären? Es muss an den beiden Parametern Reflexion und/oder Kritiklosigkeit liegen. Ich denke, dass wir ab einem noch zu definierenden Punkt aufhören zu reflektieren, denn wir haben in dir einen zu starken Gegner ausgemacht. Im direkten Duell unserer Tage, der verbalen Diskussion, wärst du uns weit überlegen. Kritisch müssten wir andere Medien finden, um zu widersprechen – und soweit reicht die Strahlkraft unserer Reflexion leider selten. Deshalb schauen wir zu dir die Karriereleiter hinauf und ducken uns ehrfürchtig vor deiner Macht – wir verehren dich seit der ersten Vorlesung. Mit dir konnten wir prahlen und deine Veranstaltung füllte sich Semester- ja Studienfachübergreifend. Hierin findest du, was du nachdrücklich als einen wichtigen Faktor der Macht lehrtest: Attraktion. Ob Henne oder Ei; Macht reproduziert Attraktion.

Unsere Zukunft
Zu Beginn der Veranstaltung trafst du es einmal gut : „Die Soziologie war lange Zeit eine europäische Wissenschaft.“. Ich vertraue deinem analytischen Können. Der Verheißung, deinem Satz innewohnend, solltest du folgen. Schade, dass du dieses Semester mit fünfzehn weißen Männern gefüllt hast. Schade, dass du die Attraktion deiner Person nicht für emanzipatorische soziologische Theorien genutzt hast. Wir werden es mit jedem Tag besser wissen.

Update 05.02.15, 20.01 Uhr:
In einer früheren Version hieß es im Titel fälschlicherweise „Offener Brief an Professor“. Dr. Michael Makropoulos ist allerdings nicht Lehrstuhlinhaber.


20 Antworten auf „Offener Brief an Soziologie-Dozent“


  1. 1 anonym 05. Februar 2015 um 22:29 Uhr

    wovor habt ihr angst? wozu die anonymität und das verbergen hinter der eigenen nicht-eloquenz? warum nicht: sich etwas trauen, etwas selbst sagen?
    viel glück dabei

  2. 2 Machtfrage 05. Februar 2015 um 22:59 Uhr

    Wichtiges Anliegen, guter Brief. Es ist überfällig, dass der Textkanon der soziologischen Klassiker mal unter diesen genannten Gesichtspunkte hinterfragt wird. Es ist überfällig, die Perspektive auszuweiten.
    Dennoch: Die vorgefundene Kritiklosigkeit allein mit dem Machtgefälle zwischen Dozent und Student_innen zu erklären, erscheint mir doch arg zu simple. Der übermächtige Gegner lässt die Gedanken erstarren? Das hört sich nach Fantasy Thriller an. Sind es nicht vielleicht andere, viel vielschichtiger Mechanismen, die da wirken? Zum Beispiel längst vorhandene Gewöhnung und Verinnerlichung von Gedankengebäuden. Oder Faulheit? Oder die Wertentscheidung unauffällig durch das Studium zu gehen?
    Es gibt ein Machtgefälle – ganz ohne Frage – aber zu einfach sollte man es ich in diesem Punkt auch nicht machen.

  3. 3 anonymous 06. Februar 2015 um 0:04 Uhr

    warum gehen Sie einen einzelnen, in einer ebenfalls Prekären Position befindlichen Lehrbeauftragen eigentlich persönlich an, anstatt Konstruktiv beizutragen?

    Wenn sollten wir lesen
    Welche Theorien sind wichtig
    Wie haben sie zur Theoriegrschichte beigetragen oder warum konnten sie (noch) nicht Fuß fassen?

    Ihre Fragen und Kritik sind richtig. Die Form völlig daneben, sie üben hier symbolische Macht aus, und zerstören dem Mann evtl. seine Zukunft, wenn das ein Shitstorm wird.

  4. 4 Paul 06. Februar 2015 um 9:41 Uhr

    „Ich gehöre wohl nicht zu den wissbegierigsten und avantgardistischsten Personen meines Millieus und weiß vieles nicht.“ True, da besteht tatsächlich Nachholbedarf.

  5. 5 Paul 06. Februar 2015 um 9:42 Uhr

    Um hier zu kommentieren, muss man rechnen können? Das ist ableistisch!

  6. 6 Martin 06. Februar 2015 um 11:25 Uhr

    Die weiße Hautfarbe sozial aufzuladen macht hier nicht der Soziologie-Dozent, sondern der/die/das Autor/in/nen des offenen Briefes. Beurteilung von Menschen unter Ansehung ihrer phänotypischen Merkmale ist Rassismus.

  7. 7 Paulchen Panther 06. Februar 2015 um 12:00 Uhr

    Ich wäre sehr daran interessiert zu erfahren, welche Frauen, Personen etc. aus Afrika, Latein-Amerika und Asien in den Kanon der Soziologischen Theorie bzw. der Allgemeinen Soziologie aufgenommen werden sollten.

  8. 8 female*.lowerclass.white+Leberflecken_but_pale_blue_eyes)) 06. Februar 2015 um 18:12 Uhr

    gäääähn..

    Simmel, Marx ähhhh.. so n Ableist! Ick kapier nach drei Seiten „Kapital“ immer noch nich, was das mit der Ware soll … Muss ick aber auch nicht. Schließlich war da Kalle n oller Sexist.

    Für diesen und ähnliche Fälle bitte ich die aufmerksamen Hörer**Innnen der kritisierten Soziologievorlesung den Link zum Textgenerator ihres Textes zu veröffentlichen. (aus Gründen der Transperenz und Chancengleich und so..)
    Damit es jeder gleichermaßen so so machen kann:

    Hirn aus. Sündenbock rein in die Lücke. Und ab der Shitstorm!

    Das Surplus:
    Statt ableistischer Überstrapazierung der grauen Zellen bleibt ein lauwarme Gefühl moralischer Überlegenheit.

  9. 9 female*.lowerclass.white+Leberflecken_but_pale_blue_eyes)) 06. Februar 2015 um 18:12 Uhr

    gäääähn..

    Simmel, Marx ähhhh.. so n Ableist! Ick kapier nach drei Seiten „Kapital“ immer noch nich, was das mit der Ware soll … Muss ick aber auch nicht. Schließlich war da Kalle n oller Sexist.

    Für diesen und ähnliche Fälle bitte ich die aufmerksamen Hörer**Innnen der kritisierten Soziologievorlesung den Link zum Textgenerator ihres Textes zu veröffentlichen. (aus Gründen der Transperenz und Chancengleich und so..)
    Damit es jeder gleichermaßen so so machen kann:

    Hirn aus. Sündenbock rein in die Lücke. Und ab der Shitstorm!

    Das Surplus:
    Statt ableistischer Überstrapazierung der grauen Zellen bleibt ein lauwarme Gefühl moralischer Überlegenheit.

  10. 10 was-weiß-ich 06. Februar 2015 um 22:41 Uhr

    Ich fühlte mich als schweigende Zuhörerin nicht in der Kritiklosigkeit gefangen. Wahrscheinlich habe ich ein anderes Verständnis von VOR-LESUNG. Kritik kann meinetwegen jede_r anbringen. Dabei verweigere ich mich aber der Rückschlüsse von Kommentarlosigkeit auf Kritiklosigkeit, ohne dabei weiter auf Dr. Makropolous Bezug nehmen zu wollen.
    Meine Frage und zugleich Punkt des Anstoßes, was heißt denn „wir“? Warum „ängstliche“ Verehrung? „Uns Affen“? Große Vorwurfs- und Unterstellungsdichte in dem offenen Brief, in mehrere Richtungen. Für meinen Geschmack ist die Kritik – wenngleich angebracht – streckenweise weniger angemessen formuliert und umgesetzt. Und gerade weil es in Form und Ausdruck wie ein studentisches Gemeinschaftswerk wirkt, möchte ich zum Ausdruck bringen, dass es auch weitere Sichtweisen gibt (ohne allen aufgeführten Kritikpunkten zu widersprechen) und bitte die Schreiber_innen darum, das nächste Mal deutlich herauszuarbeiten, dass es sich um Kritik einzelner Personen handelt. Danke.

  11. 11 adornhow 13. Februar 2015 um 10:42 Uhr

    Die Totalverblödung einer ganzen Generation vermeintlich „kritischer“ Nachwuchswissenschaftlerinnen, die Sprachhygiene und das empörte umsetzen richtiger Theorieansätze in falsche Mikropolitiken für emanzipatorisch halten und doch nur Klientelpolitik qua Projektion für bauchlinke, privilegierte BA-Denkfeinde.

  12. 12 daniel 13. Februar 2015 um 13:09 Uhr

    Als Linker distanziere ich mich von diesem überzogenen Mist.

  13. 13 Anonym, Auch 17. Februar 2015 um 10:05 Uhr

    Ich finde die Kritik ja nicht uninteressant.

    Könnt ihr Autor_innen bzw. Ansätze nennen? So ist es doch etwas abstrakt. Ja, vermutlich was mit Gender und postkolonial – aber was, wer, wie … welche soziologischen Theorien sind das dann? Wie geht der Kanon weiter, wenn er nicht da aufhört, wo die kritisierte Vorlesung stoppt?

    Ich bin wirklich neugierig. Und euch wird ja konkrete Literatur vorschweben? Also seid nicht so geizig mit eurem Wissen ;-)

  14. 14 Administrator 17. Februar 2015 um 14:16 Uhr

    Hallo Anonym, Auch,

    in der Redaktion gibt es Leute, die finden, dass man solche Anfragen wie von dir prinzipiell zurückweisen müsste. Warum, das erklären sie hier:
    http://hu.blogsport.de/2015/02/15/ja-was-sollen-wir-denn-lesen/

    Und dann gibt es in der Redaktion Leute, die sich überlegt haben, was denn gute Hinweise sein könnten. Die dazu zugrunde liegenden Auswahlkritieren waren: Nicht zu dick wegen Prüfungszeit, nicht zu teuer/und oder im Grimm-Zentrum vorhanden, dickes Literaturverzeichnis, falls Leute weiterlesen wollen. Deren Empfehlungen findest du hier:
    http://hu.blogsport.de/2015/02/15/trotz-pruefungsstress-lust-zu-lesen/

  15. 15 radikallektüre 11. Mai 2015 um 0:32 Uhr

    Du hättest dir also gewünscht, dass auf das N-Wort in den Texten eingegangen worden wäre. Kurze Frage: Was wäre daran interessant gewesen? Klar, es lässt sich auch über langweilige Details sprechen … Vllt. hilft das geraden, einen kritischen Umgang mit theoretischen Texten zu erlernen, wenn nicht darauf abgestellt wird, einzelne Wörter zu identifizieren? Wenn du den Rassismus bei Weber suchst und tatsächlich etwas interessantes feststellen willst, dann musst du sicher tiefer in die Texte eindringen. Warum sollte offener Sexismus kommentiert werden, wenn er doch offen liegt?

    „… und hälst nichts von Konzepten, mit unserer Sprache verschiedenste Gender zu berücksichtigen.“

    Aha. Preciado, von „poststrukturalistischer“ Seite hält auch nichts von solchen linguistischen Spielereien. Und nu? Irgendsolche identifikatorischen Aussagen machen kann ich auch, wo ist deine Kritik? Ich sehe letztlich überhaupt keine, es wird einfach nur eine Verweigerung behauptet, ohne sie an irgendeinem Punkt aufzuzeigen. Selektiv ist er also. Ich hoffe sehr, du glaubst nicht, dem Eurozentrismus dadurch entgehen zu können, indem du blind gegenüber jeweiligen Anliegen Autor_innenlisten auf die Anwesenheit Subalterner hin überprüfst. Das Mindeste an einer fundierten Kritik wäre, dass sie irgendeinen Bezug zum Gegenstand der Vorlesung, nämlich Gesellschaftstheorien, herstellen würde, den sehe ich nicht.

    Indes markiert, wie du nur in Identifikation mit positiv gedachter Erkenntnis und Fortschritt deine Belange artikulieren kannst, gerade deine Distanz von „poststrukturalistisch“ genannter Kritik (und von kritischer Theorie sowieso).

  16. 16 Der Große Fritz 11. Mai 2015 um 14:56 Uhr

    Jaja. Vorlesung. Ist halt Uni. Kein Debattier- oder Putzklub. Der Außenminister, der frühere hatte doch auch nix abgeschlossen außer einer Führerscheinprüfung. Und ist doch was geworden, nicht wahr?

  17. 17 Andreas 24. Juni 2015 um 11:47 Uhr

    Liebe Genossen, ihr solltet definitiv mehr saufen!

  18. 18 kim 15. Juli 2015 um 11:55 Uhr

    Der Gedanke, die jeweilige Position darzulegen, mag als Reflexionsanstoß ja durchaus seine Berechtigung haben. Allerdings stellt sich die Frage, inwiefern diese Form der Kritik im spezifischen Soziologieseminar relevant ist. Wenn es darum geht, soziale Ungleichheit im Bezug auf was-auch-immer zu reflektieren, klar. Wenn es darum geht, dass der Kanon der Literatur begrenzt ist, sicher. Sprecherpositionen, ach nee. Legt Verbesserungsvorschläge vor. Frisch ans Werk.
    Stattdessen die personalisierende Form zu wählen, um das schon angesprochene angenehme Bauchgefühl des better-than-you nicht missen zu müssen, ist intellektuelles Bild-Niveau und politisch wie persönlich erbärmlich. Die Sprecherposition eines wirklich ziemlich eloquenten Referierenden auf sein Geschlecht zu reduzieren, ist schlicht und einfach falsch.

    Kritik auf Bild-Niveau,

  19. 19 Dilemma 15. Juli 2015 um 12:18 Uhr

    Kritik selbst ist in Form, Inhalt und Gegenstand ebenfalls nur in ihrem historischen, sozialen und politischen Kontext sinnhaft. Somit lassen sich alle Argumente, die hangeführt werden, ebenfalls kritisieren, da Autor*In sich nicht aus diesem Kontext befreien kann. Hier gilt immer zu bedenken, dass auch die von Autor*In vertretene Meinung aus der Perspektive zukünftiger Rezipient*Innen als *-zentriert kritisiert werden wird.

    Vorsicht also: Die soziologische Perspektive will zunächst durchdrungen sein, um die Gefahr des Sich-im-Urteil-Verirrens zu erkennen.

  20. 20 Dilemma 15. Juli 2015 um 12:18 Uhr

    Kritik selbst ist in Form, Inhalt und Gegenstand ebenfalls nur in ihrem historischen, sozialen und politischen Kontext sinnhaft. Somit lassen sich alle Argumente, die hangeführt werden, ebenfalls kritisieren, da Autor*In sich nicht aus diesem Kontext befreien kann. Hier gilt immer zu bedenken, dass auch die von Autor*In vertretene Meinung aus der Perspektive zukünftiger Rezipient*Innen als *-zentriert kritisiert werden wird.

    Vorsicht also: Die soziologische Perspektive will zunächst durchdrungen sein, um die Gefahr des Sich-im-Urteil-Verirrens zu erkennen.

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