Münkler-Watch Folge 3a

vom 28.4.2015

Vorlesung zu Staat und Nation mit einem Lehrstück für eurozentristischen Chauvinismus

Eingebettet in die Erläuterungen der Konzepte Staat, Nation und Nationalstaat lieferte Prof. Dr. Münkler, der Lehrstuhlinhaber für Politische Theorie am Sowi-Institut der HU ein anschauliches Lehrbeispiel für eurozentristischen Chauvinismus. Ohne jegliches kritisches Hinterfragen postulierte er die Möglichkeit und Notwendigkeit der Übertragung europäischer Ordnungsvorstellungen auf andere Regionen und Menschen.


Nation und Staat

In seiner Vorlesung zu Nation und Staat am 28.4.2015 beschreibt Professor Münkler die Unterscheidung und den Zusammenhang zwischen der Idee des Staates und der der Nation. Nation stehe laut Münkler für eine Imagination. Diese Einbildung konstruiere eine kulturelle Gemeinsamkeit der Menschen. Staat hingegen sei der dazugehörige Apparat.

demos vs. ethnos
Um diese Unterscheidung deutlicher zu machen, rekurriert er auf die alt griechischen Begriffe
demos und ehnos. Dies unterscheide zwischen der politischen Konstruktion von nationaler Zugehörigkeit, die einer täglich neuen Entscheidung bedürfe und der ethnischen, in die Menschen hineingeboren würden und die entsprechend nicht verfügbar sei.

Nation als Trauergemeinschaft
Die politische Form von Nation funktioniere als „Erinnerungsgemeinschaft“ mit „kollektivem Gedächtnis“ vor allem über gemeinsam erfahrenes Leid, mehr als über Freude. Staat dagegen sei ein Verwaltungs- bzw. Herrschaftsapparat. Mit dem Begriff `Nationalstaat´ werden diese beiden Begriffe laut Münkler fälschlicherweise zusammengebracht. Mit jenem west- und mitteleuropäische Konzept sei eigentlich `Territorialstaat´ gemeint.

Afrika – voll mit gescheiterten Nationalstaaten?
Dieses Missverständnis habe “die letzten 200 Jahre europäischer Kriegsgeschichte bestimmt”. Das “planen” von Nationen habe im Hinblick auf den afrikanischen Kontinent und den Orient, insbesondere im Kontrast zu Südamerika, “aber überhaupt nicht funktioniert …, zumal dem subsaharischen Afrika […], wo, wie wir zur Zeit beobachten können, Stammes- und Religionszugehörigkeiten offenbar eine stärkere Bindung für die Menschen haben, als die internationalen Zugehörigkeiten.” Südamerika hingegen habe sich von den Kolonisatoren in Richtung Nationalstaaten bewegt, mit Einschränkung der Forderungen von „indigener Bevölkerung“. Der Professor reproduziert hiermit die Vorstellung von menschlichen bzw. gesellschaftlichen Objekten, die von Subjekten „geplant“, gestaltet, geformt oder umerzogen werden müssten. Mit seinem Beispiel der amerikanischen Irakinvasion und der von ihm betitelten „Fehlplanung“ danach, reaktualisiert er koloniale Praxen.

Der Westen als Maßstab
In dem hier wiedergegebenen Zitat wird wie selbstverständlich ein europäisches Konzept zum Stand der Entwicklung erklärt und auf andere Teile der Erde übertragen. Ausgangspunkt davon ist ein eurozentristisches Weltbild und einer linearen Vorstellung von Entwicklung. Diese eurozentristische Perspektive nimmt wie selbstverständlich an, dass es so etwas wie Fortschritt gäbe mit „dem Westen“ als Maßstab. Zu beachten ist dabei Münklers Ansage aus der ersten Vorlesung hinsichtlich der nicht vorhandenen Diversität seiner Literaturauswahl.

Fast nur westliche Theoretiker_innen
Mit Bezug auf eine Flugblattaktion im vorherigen Semester machte er darauf aufmerksam, dass er fast ausschließlich westliche Theoretiker_innen vorstelle (mit Frantz Fanon, geb. in 1925 in Französisch-Martinique steht ein antikolonialer Autor auf der Liste). Hier benutzte Münkler seine selbst behauptete Unwissenheit und angebliche Uninformiertheit arrogant als Argument für seinen Tunnelblick bezüglich einer möglichen Diversität in der Lehre. Trotz dieses Tunnelblickes, der sich scheinbar überhaupt nicht für außereuropäische Verhältnisse interessiert, teilt er wie selbstverständlich und ohne kritisches Hinterfragen die Übertragung europäischer Denkmuster auf andere Erdteile und die dort lebenden Menschen.

Rassistische Annahmen
In dem hier von Münkler praktizierten Einstellungssyndrom manifestieren sich gleich mindestens zwei rassistische Annahmen, die im liberalen pro-europäischen Bürger_Innentum hegemonial die Vorstellungswelten prägen. Zum einen ist der nationalistische Chauvinismus so ausgeprägt, dass sich für andere Welten überhaupt nicht interessiert wird. Trotzdem nimmt man an, wie selbstverständlich trotz dieses Nicht-Wissens kompetent und fundiert über diese Welten urteilen und reden zu können.

Am deutschen Wesen soll die Welt genesen?

Darüber hinaus impliziert der chauvinistische Eurozentrismus des liberalen Bildungsbürger_innentums auch gleich die eigenen Überlegenheit. Obwohl man eigentlich keine Ahnung von anderen Welten hat, nimmt man wie selbstverständlich teleologisch an, dass die europäische Situation der gesellschaftlich als gut und wünschenswert konstruierte Hochpunkt der Entwicklungen und Abläufe sei. Und wie selbstverständlich entsteht dann die Annahme, die europäischen Verhältnisse könnten und müssten auf andere Welten übertragen werden. Vom Sendungsbewusstsein des liberalen pro-europäischen Bildungsbürger_Innentum ist es nur eine winzige semantische Diskursverschiebung zum kolonial-rassistischen „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ des nationalistischen Bürger_innentums des deutschen Kaiserreiches.

Mehr Infos:

Münkler-Watch 1 (Münkler hat keine Ahung, was außerhalb Europas in seinem Fachgebiet geht):
http://hu.blogsport.de/2015/04/16/muenkler-watch-folge-1-14-4-2015/

Münkler-Watch, Folgenübersicht:
http://hu.blogsport.de/muenkler-watch/

Was ist Extremismus der Mitte?
http://hu.blogsport.de/2015/01/26/warum-gegen-den-extremismus-der-mitte/

Offener Protest-Brief in Soziologie-Vorlesung:
http://hu.blogsport.de/2015/02/12/b-protest-an-der-hu-betroffener-prof-aeussert-sich-nicht/


14 Antworten auf „Münkler-Watch Folge 3a“


  1. 1 Bob 05. Mai 2015 um 12:48 Uhr

    Aber in Afrika und im Nahen Osten zerfallen doch die Nationalstaaten bzw. die Konstruktionen derselben. Und davon sprach er doch auch und auch davon, dass der Westen dies falsch geplant habe (ihr zitiert ja Entsprechendes). Zeigt er denn damit nicht die Grenzen des westlichen Gaze auf ehemals koloniale Menschen auf? Insofern sind seine Ausführungen über beinahe ausschließlich westliche TheoretikerInnen vielleicht auch eher deskriptiv zu verstehen? Insofern ist es sicher korrekt ihm vorzuwerfen, dass er implizit „westliche“ Verhältnisse als Maßstab annimmt, aber anzunehmen, dass Menschen in Afrika (und überall sonst) lieber in Frieden und Wohlstand (was immer diesen genau ausmacht und über welche Wirtschaftsordnung er organisiert wird sei mal dahingestellt) ist doch nicht verwunderlich. Der Vorwurf der Teleologie (über den Mann in Bezug auf Fukuyama sicher auch in der VL noch hören wird) ist zwar verständlich, aber wie kann man Politische Theorie anders denken als von normativen Maßstäben zur Organisation von Gemeinwesen auszugehen? Damit steht Münkler übrigens auch in der Tradition von Theoretikern (an dieser Stelle absichtlich nicht gegendert) von vielen postkolonialen DenkerInnen.

  2. 2 Administrator 05. Mai 2015 um 19:02 Uhr

    Hallo Bob,
    wir haben das Problem, dass hinter deinem Einwand steht, lange in der Gruppe diskutiert. Wir haben uns letztlich dafür entschieden, den Teil der Ausführungen normativ zu verstehen, weil die geäüßerten geäußerten Inhalten und Gedanken passen, die wir in den Eindeutig-Original-Münkler-Texten gelesen haben.

    Und damit, dass postkoloniale Theoretiker nicht automatisch auch eine feministische Perspektive einnehmen, hast Du auch recht. Aber ich verstehe nicht, was der Einwand soll. Wir haben das Gegenteil nicht behauptet.

  3. 3 Bob 05. Mai 2015 um 19:41 Uhr

    Zum ersten Punkt: Was genau ist normativ zu denken bzw. wird von ihm so gedacht? Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass HM tatsächlich Nation Building vorschlägt. Das machen ja derzeit nicht mal dezidiert rechte Think Tanks.

    Der letzte Satz ist tatsächlich völlig wirr. Was ich sagen wollte, dass den Westen als Maßstab zu nehmen Theoretikern der Frankfurter Schule ebenfalls nicht fremd ist.

  4. 4 L'homme politique 09. Mai 2015 um 18:11 Uhr

    Hi!
    Ich bin ehemaliger Geschichtsstudent der TU Berlin, hab einmal eine Geschichtsvorlesung an der HU besucht. Ich kenne Münkler nur aus der Presse, seine Vorlesungen/Seminare nicht. Ich finde die Einrichtung eines kritischen Vorlesungs-Blogs grundsätzlich gut. Einerseits zeigt Ihr durch Eure Reflexion, dass Ihr die Inhalte der Vorlesung ernstnehmt und Euch damit auseinandersetzt, anders als viele üblichen Uni-“Konsumenten“. Zum anderen finde ich gut, dass der strukturell autoritär-eindimensionale Vermittlungsrahmen der Uni-Veranstaltungen aufgesprengt wird. Warum sollten nur altgediente „Herren der Zunft“ das Vermittlungsmonopol besitzen? Allerdings scheinen mir viele der Kritikpunkte zu schablonenhaft und letzlich oberflächlich. Ihr versteckt Euch hinter umständlichen Begriffskonstruktionen, ohne sie näher zu definieren/empirisch zu erhärten. Was soll ein „liberales pro-europäisches Bildungsbürger_innentum“ sein, was ein „nationalistisch(-rassistisch)er Chauvinismus“? Man kann sich grob vorstellen, was damit gemeint ist, mehr aber auch nicht. Klingt intellektuell, ja, okay! Das Problem mit diesen Formulierungen ist auch, dass sie neben ihrer Vagheit auch stark wertend sind. Die emphatische Wucht der Attacken scheint mir hier ausgeprägter als die Präzision des dahinter stehenden Gedankengangs. Eine zweite Anmerkung: Der im Kreuzfeuer der Kritik Stehende ist namentlich bekannt, seine Kritiker sind es nicht – ist das fair?

  5. 5 lolno 09. Mai 2015 um 19:43 Uhr

    “aber überhaupt nicht funktioniert …, zumal dem subsaharischen Afrika […], wo, wie wir zur Zeit beobachten können, Stammes- und Religionszugehörigkeiten offenbar eine stärkere Bindung für die Menschen haben, als die internationalen Zugehörigkeiten.”

    und von 3b

    So sei der Staatsbegriff bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts als „blutrünstiges Ungeheuer“, dass ausgerechnet nur von Professoren verehrt worden sei, wahrgenommen worden. Dem Staat sei als positiver Begriff die ständisch-feudale „heimische Herrschaft“ entgegen gesetzt worden.
    … gegenseitige Loyalität und Abhängigkeit begründete Herrschaft im Personenverband …

    ist doch eine schöne Parallele.

    Dieser Konflikt zwischen auf gegenseitige Loyalität und Abhängigkeit begründete Herrschaft im Personenverband und anhand von Verantwortlichkeiten, Kompetenzen und Zuständigkeiten reglementiertem Territorialstaat, sei der Diskurs erst mit dem Bild des „Vaters Staat“ aufgelöst und positiv gewendet worden. Der hiermit formulierte Fürsorgeanspruch des souveränen und durchsetzungsfähigen Staat habe auch der Legitimation der staatlichen Gewalt gedient.

    Kann diese Rolle heute noch eingenommen/vorgespielt werden? Privatisierungen in allen Bereichen, der Versuch subsidies to verbieten weil sie den Markt verzerren, eine besser über Korruption o. sonstige Fehltritte informierte Öffentlichkeit, die Erkenntnis das Nationalstaaten auch fehlbar sind (Was ja aus mangelnder empirischer Erfahrung Anfang 19Jh nicht so präsent war), …

    (Natürlich gelten die Überlegungen nur für zu enstehende Staaten – es gibt wohl keine massenhafte Anarchiebegeisterung durch den Neoliberalismus)

  6. 6 Kritiker 09. Mai 2015 um 23:04 Uhr

    Liebe Leute,

    wenn ich Münkler darüber reden höre, dass Deutschland als Zuchtmeister Europas auftreten müsse, dann wird mir ganz kalt. Schön also, dass Ihr Euch an einer Kritik versucht. Ärgerlich aber, was Ihr daraus macht: „Ohne jegliches kritisches Hinterfragen postulierte er die Möglichkeit und Notwendigkeit der Übertragung europäischer Ordnungsvorstellungen auf andere Regionen und Menschen“, schreibt Ihr.

    Ich nehme mal an, dass Ihr Euch als Linke begreift. Was ist denn dann Eure Vorstellung von Befreiung? Befreiung vom Kapital – natürlich. Aber sonst? „Befreiung“ der Welt vom kulturellen Einfluss Europas? Also zurück zum status quo ante des Jahres 1491? Das hieße: Wiederherstellung vormoderner Herrschaftsstrukturen, in der (in aller Regel männliche) Gottkönige oder Häuptlinge herrschten, Frauen nichts zu sagen hatten, der Alltag von Tradition und Religion geprägt war und eine verhagelte Ernte für große Teile der Gesellschaft den Hungertod bedeutete.

    Letztlich behauptet Ihr folgendes: Wenn ich als weißer, westeuropäischer Mann ein Problem damit habe, dass Mädchen in Nordafrika von braunen, nordafrikanischen Männern verstümmelt werden, damit sie niemals in ihrem Leben sexuelle Lust empfinden können – dann bin ich ein Rassist. Die braunen, afrikanischen Männer, die jene Verstümmelung als Gebot Gottes betrachten und gewaltsam durchsetzen, sind in Eurer Wahrnehmung aber keinesfalls Sexisten, sondern authentische Repräsentanten einer von Europäern unterdrückten und schon deshalb schützenswerten Kultur.

    Sexismus scheint für Euch ausschließlich ein Problem von weißen, europäischen Männern zu sein – weshalb Ihr in heiligen Zorn geratet, wenn ein Berliner Professor seine Texte nicht gendert, aber Eurer Logik gemäß kein Problem damit haben dürftet, dass Frauen in Saudi-Arabien ohne Erlaubis ihres Gatten (und Vormunds) das Haus nicht verlassen dürfen.

    Der langen Rede kurzer Sinn: Befreiung ist etwas anderes als Kulturrelativismus. Die Welt jenseits Europas war kein Paradies, bevor die Europäer kamen – Herrschaft und Ausbeutung, ja sogar Sklaverei, waren fast überall seit Jahrtausenden etabliert. Der Traum einer befreiten Menschheit dagegen fußt in der kritischen Aufhebung von Begriffen, die nirgendwo anders als als in der europäischen Aufklärung entwickelt wurden.

    Beste Grüße vom Kritiker

  7. 7 Werner 10. Mai 2015 um 9:54 Uhr

    Warum muss ich meinen Namen angeben, wenn ihr ein Pseudonym verwendet?

  8. 8 Mario 10. Mai 2015 um 12:22 Uhr

    Abgesehen von all den Rechtschreib- und Interpunktionsfehlern finde ich die Idee, die hinter dieses blog steckt, genauso schwachsinnig wie die Denunziation, die damit betrieben wird :)

    Irgendwie auch frech, sich selbst „Kritiker“ zu schimpfen, wo doch die eigene Kritikbereitschaft bereits an den Grenzen der derzeit vorherrschenden Ideologie endet, was dadurch impliziert wird, mit Kampfbegriffen um sich zu werfen, die im Gegenschluss nur das Bestehende zu legitimieren.

    Fazit: Linkes Schwachfug-Projekt von Studis, die damals wohl zu häufig von den „coolen Kids“ in die Mülltonne gesteckt wurden.

    Gruß
    Mario :)

  9. 9 Alma 11. Mai 2015 um 18:39 Uhr

    Zwei Vorschläge: Erst einmal genauer mit der eigenen Sprache, dann genauer mit der Vorlesung umgehen, in der es eigene Thesen und Paraphrasen anderer Autoren und Aussagen im Konjunktiv „Gedankenspiele“ gibt, die bestimmte Denkmodelle verständlich machen sollen. Wer genau zuhören kann, ist klar im Vorteil, wenn Kritik geübt werden soll.
    Statt zu bloggen vielleicht lieber nen Adorno-Lektürekreis bilden. Im Moment zeigt ihr vor allem sehr anschaulich, wie wenig ihr versteht, wie wenig ihr selbst gelesen habt und wie ihr euch im Jargon eingerichtet habt. Wissenschaftliche Diskussion braucht Präzision und Zurechenbarkeit von Aussagen.
    Alma

  10. 10 Bernd 26. Mai 2015 um 15:50 Uhr

    In Wahrheit seid ihr die wahren Faschisten welche am liebsten die Leute ins Gas schicken würden. Seid doch wenigstens einmal ehrlich ihr rotzdummen Hilfsstudenten.

  11. 11 Hans 27. Mai 2015 um 12:17 Uhr

    Das ist aber süß, Linksextremisten hetzen gegen Christfaschisten, gleich schlagen sich noch Vergewaltiger und Kinderschänder. Und dann noch dieser miese Stil, ob nun ein Christfaschist, Islamist, politischer Impotenter oder Linksextremist schreibt, immer das gleiche langweile Hetzen, Predigen und Aufsagen von Schlagworten.

    Natürlich ist Europa der Maßstab. Wir haben keine Ritualmorde an Albinos. Wir erwarten in den nächsten Jahren eine areligiöse Mehrheit, wir arbeiten daran dutzende Nationen unter einem Banner zu vereinen, die EU ist das Vorbild der afrikanischen Union, und begehen jede Menge Dummheiten im Namen von Friede, Freundschaft und Menschlichkeit.

    Religiöser Fanatismus ist stark in Afrika, nirgendwo sonst lassen sich Menschen so leicht erklären, daß der weiße Missionar schon Hunderte von den Toten auferweckt hat,und die Trennung nach Stammeszugehörigkeit ist Fakt. Der Konflikt zwischen Hutus und Tutsis sei ein Beispiel. Religion definiert Identität in Afrika, das zeigt der Sudan, wo Christen und Muslime sich eigene Staaten schaffen mußten.

    Wir sind die Heimat der Aufklärung, des Liberalismus, des Rationalismus, des Humanismus und des Sozialismus. Wir haben Sklaverei und Leibeigenschaft überwunden und können nicht annähernd so egoistisch und Menschen verachtend handeln wie etwa China. Wir sind das Vorbild, wir sind die Wiege der modernen Zivilisation, wir haben die UN, die Menschenrechte und andere wichtige Dinge erfunden und eingeführt.

    Ja, wir sind die Guten trotz der die politisch Impotenten unter uns, Demokratie ist das Maß aller Dinge und die westliche Welt ist die beste Welt, die wir auf diesem Planeten haben. Eine saudische Theokratie ist barbarisch, der Vatikan ist barbarisch, afrikanische Staaten, wo Homos gejagt werden, wo Albinos als Quelle für magische Schutzzeichen und anderes missbraucht werde, sind barbarisch, asiatische Staaten, wo Atheisten straffrei gelyncht werden können und die Polizei es als natürlichen Zustand ansieht, daß Atheisten ermordet werden, sind barbarisch. Rußland unter dem Christfaschisten Putin ist ein Feind der Zivilisation, der bekämpft werden muß. Nur weil Europa nicht perfekt ist, ändert das nichts daran, daß wir das Vorbild und die Hoffnung der Menschheit sind.

    Und dann dieses liberal = böse und proeuropäisch = böse. Politik-Studenten, die nicht einmal gebildet genug sind, zu verstehen oder gar zuw issen, was Liberalismus ist, sind echt eine Schande. Seid ihr sicher, daß ihr euch nicht lieber an biblischer Archäologie oder Theologie versuchen wollt, da muß man auch nicht wirklich wissenschaftlich arbeiten. Verschwörungstheorien haben nichts mit Wissenschaft zu tun, sie sind barbarisch und dumm, Menschen glauben nicht an diesen Unsinn und schaffen nicht solchen Unsinn. Und was ihr hier feiert, ist nichts anderes als die Pflege von Verschwörungstheorien. Ihr habt nicht mehr als Schlagwörter und heiße Luft, wer euch glaubt, kann auch AFD, NPD oder PBC wählen, sich von Kommunisten, Muslimen, Nazis, Christen, Juden oder PI-News die Wahrheit erklären lassen oder an der Evolutionstheorie oder Schwerkraft zweifeln.

  12. 12 Johannes 04. Juni 2015 um 17:52 Uhr

    Bin auf euch per Flyer im Grimm aufmerksam geworden.
    Mein Fazit:
    Pseudointelektuelle, linksradikale Beiträge geprägt von Kulturrelativismus. Dabei werden antiwestliche Neigungen und postkommunistische, sozialistische Visionen in wissenschaftlich klingendes Deutsch verpackt.
    Für mich ist der Mann schon dadurch ein Held, dass ihr euch darüber ärgert. Wer veröffentlicht sollte bei einem wissenschaftlichen Anspruch auch zu seinen Ansichten mit seinem Namen stehen. Schließlich ist Soziologie streitbar.
    Aufmerksam gemacht habt ihr mich nur dadurch, dass ihr per Flyer mit Verweis auf die Meinubgsfreiheit fordert, dass euch nicht genehme Ansichten von der Homepage gelöscht werden sollen. Da hört die Meinubgsfreiheit dann wohl schnell auf. Trotzdem unterstütze ich politischen Diskurs, sei er noch so befremdlich.
    Zuletzt etwas weniger wissenschaftlich:
    Sozialismus, Relativismus, Gendern: Nein Danke

  13. 13 KritischeZwischenbemerkung 06. Juni 2015 um 20:42 Uhr

    Ich habe folgendes Problem:
    Wenn es heißt, dass Deutschland sich als Zuchtmeister Europas
    aufführen soll, hat das folgende Konsequenzen:

    Ein Scheitern der europäischen Währungsunion würde
    uns als Hauptschuldigen und Sündenbock klar eingrenzen
    in den Augen der anderen.
    Zum Handel gehören immer mindestens zwei Vertragsparteien
    und unsere Politikerschaft macht eben auch einen Riesenmist.
    Es gab soviele Stimmen, die vor der Integration Griechenlands
    in die Euro-Zone auf Basis gewichtiger Fakten warnten, soviele die Schuldenvergemeinschaftungen ausschlossen, soviele letzlich
    völkerrechtswidrige „Griechenlandrettungspaktete“(die den
    Griechen nicht zukamen) .

    Trotz der zu erwartenden Erdgasreserven in Griechenland,
    die wesentlich mehr Energieflexiblität und damit politische Freiheit für Europa bedeuten kann, sichert man sich keine
    Förderungsrechte und Förderungsgewinnbeteiligungen im
    zweistelligen Prozentbereich.
    Man versaut es sich mit denen und hat bleibt auf einen
    gewaltigen Schaden sitzen!
    Am Ende wird Deutschland verhasst und steht mit nichts da
    und der Ruf bei potentiellen Kunden ist ruiniert.

    Man muss sich manchmal wirklich fragen, wozu diese Lernerei,
    wenn die Ableitungen immer so dümmlich sind!

    Eine ähnliche Situation liegt bei der Ukraine vor.
    Wenn der Ami Marionetten in der Ukraine oder sonst wo
    auf der Welt installiert, kann man sich heutzutage zu 80% sicher sein, dass es die korruptesten, psychopathischten, skrupellosesten, unfähigsten Persönlichkeiten mit Hochschulabschluss dafür akquiriert worden sind aus der Oberstenschicht
    dieser Länder, die der Ami finden kann. Dann ahnt man, dass diese eingesetzten
    Leute Unheil und Vernichtung oder Agonie bringen werden.
    Poroschenko, Jazenjuk und nun ausgerechnet dieser Sakaschwili
    ost Gouverneur der Ostukraine in der Nähe höchstgefährdeter
    Atommeiler, die ganz Europa kontaminieren können.

    Im Ernst, wer berät unsere Politikerschaft so dermaßen beschissen? Ist uns die Marionettenregierung der Ukraine das gewaltige Risiko der Verseuchung Europas wirklich wert?
    NEIN!!
    Im Nachhinein wird sich herausstellen, dass die russischen
    Separatisten oder die Prorussen
    mit dem Flugzeugabschuss, Putin öffentlich so unter Druck
    setzten, dass er den Fehdehandschuh aufnahm.
    Es kann rational, auch nicht in Putins Interesse sein, eine
    Atomkatastrophe zu riskieren. Moskau ist relativ nah an Saporoschja.
    In meinen Augen werden die Konfliktbeteiligten an ihre
    psychologischen Grenzen geführt und das ist sehr gefährlich!
    Wenn wir Deutschen dermaßen vor der NATO und den USA kuschen
    und wir im Gegenteil miteskalieren, dann müssen wir
    uns über neue Tschernobyls nicht wundern!!!

    Einen steckbrieflich gesuchten Verbrecher zum Gouverneur
    zu ernennen und ausgerechnet auch noch dort einsetzen,ist
    verbrecherisch und Ausdruck irrer Hilflosigkeit.

    WIR DEUTSCHEN HABEN IN EUROPA DIE AUFGABE LEID ZU UNTERBINDEN
    UND SICH ANBAHNENDE KATASTROPHEN VORAUSZUSEHEN UND ABZUWENDEN!

    DIE AMIS OPFERN OHNE ZU FRAGEN DAS SCHICKSAL NICHTAMERIKANISCHER
    STAATSBÜRGER FÜR PRINZIPIEN, VON DENEN DIE VERSEUCHTEN GENERATIONEN DER POTENTIELLEN OPFER NICHTS HABEN WERDEN.

    Der Versuch in der Ukraine Massenmorde zu tolerieren,
    ein Apartheidsregime aufzubauen und die persönlichen Kriegerkärungen ukrainischer Politikerinnen und Politiker
    haben diesen Krieg heraufbeschworen.

    Und warum? Weil das hier erzeugte Leid eine Wiederversöhnung,
    der später ausgebeuteten oder an Korruption scheiternden Ukraine, verhindern soll. Denn eine erfolgreiche Gegenwelt
    zum russischen Modell zu unterhalten, ist sehr, sehr teuer.
    Aber Hass und Angst als Mauer zwischen den Kulturen läßt
    sich äußerst gewinnbringend arrangieren.

    Was haben wir von diesen perversen Spielen, wenn wir alle
    Opfer dieser Katastrophen werden?

    Wir, Deutschen sind militärisch extrem schwach, England
    und Frankreich sind Atommächte!!
    Unser Ruf ist durch die Weltkriege ruiniert über Generationen
    und der Zuchtmeister-Büttel gibt uns den Rest.
    Wir könnten die EU-externen Abhängigkeiten der Schuldenländer
    reduzieren und energieautarker werden ohne atommüllproduzierende Atomkraft und in die Erhaltung
    der Landschafts-und Architektur-und Kulturschätze der Südstaaten
    der EU investieren, als auch eine gehobene Vermarktung und
    Nachfragekultur weg vom Discount entwickeln helfen.

    Die gegenwärtige nicht gewählte Beratungskultur der Politikerschaft berät offenbar zum Schaden Deutschlands,
    bewertet sicherlich ihre Gesinnungsgenossen besser und
    will in den voraussehbaren Schadensfällen für nichts Verantwortung tragen, aber am besten noch ein paar
    Preischen und das Beste vom Besten beanspruchen wollen!

  14. 14 WasHaltetIhrDavon? 19. Juni 2015 um 19:56 Uhr

    @Administrator
    Ich finde Euren Markennamen gut.
    Euer Branding könnte man noch weiter entwickeln.
    Tatsächlich gibt es doch einige Mißstände nicht
    nur im Bildungswesen, sondern auch in der Politik insgesamt und in der Gesellschaft.
    Es wäre gut, wenn Foren eingerichtet würden, nach dem Stil
    von münkler-watch+wikipedia, um Druck auszuüben.
    Tatsächlich hat die Zeitungsbranche durch den Internethype
    einen starken Kostendruck bei schwindenden Einnahmen aus
    Verkaufserlösen und steigender Abhängigkeit von Werbeeinnahmen
    bewirkt. Das wird dazu führen, dass die Schärfe der Kritik
    gegenüber mächtigen Gruppierungen abnehmen muss und
    das gefährdet die Demokratie.
    Es wäre beispielsweise gut, wenn es Foren zu allen
    europäischen und deutschen Ministern und Kommissaren gäbe,
    die anonym wären.
    Das wäre ein zarter Gegenpol zu konditioniertem Journalismus,
    sofern der Ton noch anständig ist.
    Danke.

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


fünf × vier =