Münkler-Watch Folge 5

vom 12.05.2015

Über Souveränität und Infrastruktur der Macht.

Wohl angesichts des Pressewirbels und der anwesenden Journalist_innen zeigt Prof Dr. Münkler, dass er Vorlesungen halten kann, in denen er nicht Rassismen und Sexismen reproduziert. Er erläuterte die Entwicklung einer ungeteilten Souveränität vom Lehnswesen des Mittelalters über die Landknechtsregime der frühen Neuzeit bis zum modernen Territorialstaat auf. Dabei erläuterte er sowohl die Entwicklung der „Betriebsinfrastruktur“, als auch die Veränderungen der Ableitung von Souveränität. Statt Gott sei zunehmend das Recht an die Stelle der autoritätsschaffenden Instanz getreten.

Münkler gibt sich Mühe
Im Gegensatz zu früheren Vorlesungen, gab sich der Professor heute Mühe, die unreflektierte Reproduktion von oben aufgeführten „-ismen“ zu vermeiden. So markierte er bei der Darstellung des Souveränitätsbegriffes von Jean Bodin dessen Äußerungen als „vermutlich sexistisch“. Auch Begriffe und Wendungen aus der Militärsprache markierte er mit sarkastischen Seitenhieben auf Münkler-Watch, als militaristisch. Selbst bei einem weiterem Teil unserer Kritik, dem Eurozentrismus, gab sich Münkler sichtlich vorsichtig formulierend. So streifte er während der Vorlesung kurz klassische Überlegungen zur Rechtfertigung einer europäischen, kulturellen und politischen Überlegenheit. Doch er schaffte es, die Debatte um die angeblich nur in Europa vollzogene Trennung von Kirche und Staat, sowie Staat und Privatem für seine Verhältnisse wertneutral darzustellen.

Alles Kommunist_innen?
Des Professors Weltbild schimmerte nur am Anfang der Vorlesung kurz durch, als er in einer Einleitung Bezug auf Münkler-Watch nahm. Hier warf er den ihn kritisierenden Studierenden vor, überhaupt keine Studierenden zu sein. Laut Münkler handle es sich stattdessen um Kommunist_innen der trotzkistischen Internationale.
In der Einleitung erläuterte er weiterhin, dass er wohl ungeheuer viele positive Zuschriften erhalten habe. Dafür bedanke er sich. Darüber hinaus freue er sich, dass die Verkäufe seiner Bücher angestiegen seien. Aber er habe auch schlechte Nachrichten. So nehme das Lesen der Texte von Münkler-Watch, das Beantworten von Zuschriften und Presseanfragen viel Zeit in Anspruch. Nachdem der Konflikt Anfang der Woche sehr heftig gewesen sei, gedenke er sich nun nicht mehr mit Münkler-Watch zu beschäftigen.

Kritik ist asymmetrische Kriegsführung?
Trotzdem machte er noch einige Bemerkungen zur Strategie. Das aktuelle Geschehen sei ein Beispiel für asymmetrische Konfliktführung. Vom Prinzip her funktioniere die Auseinandersetzung ähnlich wie Al-Quaida. Kernstück einer solchen Strategie sei das Verwenden der Ressourcen des Gegners. So sei Münkler-Watch nur so erfolgreich, weil seine, Münklers, Bekanntheit benutzt werde. Die Infrastruktur komme von einem bekannten Bloganbieter. Darüber hinaus würde die Gruppe ihren Namen verschweigen. Statt sich als Trotzkist_innen zu erkennen zu geben, würden sie sich als Studierende ausgeben. Darüber hinaus zweifle er daran, dass es sich um 12 Personen handeln würde. Er nehme an, dass es sich um eine Person handle. Diese Person sei zudem, wie man wohl wissenschaftlich nachweisen könnte, sprachlich nicht auf dem Niveau eines zweitsemester Studierenden…danke an dieser Stelle dafür.

Wie mit Münkler-Watch umgehen?
Zum Schluss stellte er die Frage, wie er damit umgehe, an sich selbst. Antwort: Kein Zermürbungskrieg. Dann wiederholte er die Bezeichung „erbärmliche Feiglinge“ für die ihn kritisierenden Studierenden. Damit habe er, so seine jetzige Aussage, den gewünschten Effekt erreicht. Nach einer harten Auseinandersetzung werde das Medieninteresse nun schwinden. Zwar werde davon Münkler-Watch nicht verschwinden, aber der Konflikt werde aufgrund der „nicht besonders spannenden Vorlesung“ befriedet.

Überlegungen zur Postsouveränität
Den Hauptteil seiner Vorleseung leitete Herr Münkler mit Überlegungen zur Postsouveränität ein. Souveränität spiele im Diskurs zur Zeit vor allem in der Rückschau eine Rolle, z.B. wenn die Bundesregierung diese angesichts der NSA-Affäre einfordere. Auf der anderen Seite spiele sie als Schutzbehauptung bei Menschenrechtsverletzungen von Staaten eine Rolle. Daraus ergebe sich auch die Frage nach einer möglichen Eingriffsbefugnis in solchen Fällen.

Souveränität als „Kompetenz-Kompetenz“
Nach dieser Einleitung versuchte Herr Münkler den Begriff Souveränität als „Kompentenz-Kompetenz“ zu erklären. Denn ein anderes Wort für Kompetenz oder Souveränität sei Entscheiden. Der Begriff der Souveränität definiere also, wer die letzte Entscheidung habe. Wie das Beispiel NSA-Skandal zeige, stelle sich bei der Debatte um Souveränität die Frage, wie weit diese lediglich postuliert oder statuiert sei. Die Souveränität brauche zur Durchsetzung der Entscheidung schließlich auch Mittel. Dies seien die Betriebsmittel der Macht. Im postsouveränen Zeitalter sei die Souveränität häufig jedoch ein Verweis auf etwas, was nicht mehr aktuell sei. Ein Beispiel dafür sei das Kompetenzgerangel zwischen Bundesbank, Europäischer Zentralbank und Spekulant_innen, die sich alle gegenseitig beeinflussen würden. Hieran sehe man, dass der Begriff Souveränität total sei. Er könne Hierarchisierungen in der Entscheidungskompetenz nicht beschreiben.

Verschränkungen von Infrastruktur und Begriff
Den Hauptteil der Vorlesung nutzte Herr Münkler, um die gegenseitigen Verschränkungen bei der historische Genese der Infrastruktur der Macht und der ideengeschichtlichen Entwicklung des Souveränitätsbegriffes heraus zu arbeiten. So sei es im Mittelalter regelmäßig zu Konflikten zwischen Papst- und Kaisertum um die Frage der letzten Entscheidung gekommen. Dieser Konflikt habe nicht aufgelöst werden können, da eine Trennung der politischen und religiösen Sphäre für die damaligen Zeitgenoss_innen nicht vorstellbar gewesen sei. Zudem habe zunächst kein Begriff von Souveränität existiert, da im Feudalismus die Entscheidungskompetenzen eher durcheinander, als heute Nebeneinander bestanden hätten. Erst die Rezeption des Römischen Rechtes und das Aufgreifen des darin tradierten Souveränitätsgedankens in Frankreich habe dies geändert. In der Folge habe sich der Krieg verändert. Bisher sei Krieg quasi eine „Polizeiaktion“ zur Wiederherstellung eines alten Rechtzustandes gewesen. Nun sei er zu einem Aufeinandertreffen gleichberechtigter Gegner geworden.

Veränderungen des Souveränitätsbegriffes
In der Folge erläuterte Herr Münkler die Veränderungen in der Legitimation des Souveränitätsbegriffes. Ursprünglich sei die Souveränität auf Gott zurück geführt worden. Bei der Einführung des dies bezüglichen Zitates von Jean Bodin machte sich Herr Münkler mit der Ergänzung „Eine Formulierung, die vermutlich sexistisch ist“, sogar die Mühe, Sexismus laut zu reflektieren. Weiter erläuterte Herr Münkler, wie der Gottesbezug im Kontext des „Europäischen Bürgerkrieges“ im Zeitalter der Reformationen problematisch werde. Deshalb hätten sich Philosoph_innen und Jurist_innen Mühe gegeben, die Theolog_innen aus der Politik zu verdrängen und den göttlichen Transzendenzbezug auf einen rechtlichen Bezug zu verändern. Hier entstehe auch das Private, da die Religion aus der öffentlichen Sphäre ins Häusliche verdrängt werde. Der Religion werde die Deutungshoheit über das Politische genommen, aber gleichzeitig entstehe ein privater Bereich, der dem Zugriff des Staates entzogen sei. Hier wurzele der Europäische Sonderweg im Vergleich zum Rest der Welt, da nirgends anders dieser Schritt vollzogen worden sei. Selbst an dieser Stelle, die Inhalte streift, die auch als Begründungen für angebliche europäische Überlegenheiten herhalten müssen, gelang es heute Münkler, sich wertender eurozentristischer Kommentare zu enthalten und bei der sachlichen Darstellung einer These zu bleiben.

Die Betriebsmittel der Macht
Darüber hinaus stellte Münkler die historische Genese der sogenannten Betriebsmittel der Macht dar. Im Mittelalter seien Besitz und Infrastruktur der Macht nicht getrennt gewesen. Ein Ritter habe ein Lehen bekommen, um dort mit seinen Pferden und Soldaten für Ordnung zu sorgen. Im Gegenzug habe er sich die dafür notwenigen Ressourcen aus der dortigen Wirtschaft nehmen müssen. In so einer Welt sei das persönliche Wohlergehen der Amtsinhaber_innen mit dem Wohlergehen der Herrschaftsformation identisch. Deshalb habe dieses System regelmäßig erhebliche Zentrifugalkräfte entwickelt.

Ausbreitung der Geldwirtschaft
Erst die Ausbreitung der Geldwirtschaft habe es möglich gemacht, Machtinfrastruktur und Besitz zu trennen. Doch die nun die Macht des Staates konstituierenden Söldner_innenheere seien auch nicht das Non-Plus-Ultra gewesen. Diese hätten die legale Macht regelmäßig bedroht. Sei es, weil zu erfolgreich waren. Oder weil die Langeweile von Söldner_innen in Friedenszeiten zu marodierenden Horden geführt habe. Abhilfe habe hier erst das Stehende Heer geschaffen, dass die Bewaffneten dauerhaft beschäftigte und unter staatliche Kontrolle stellte.
An dieser Stelle tauchte kurz der Münkler der letzten Wochen durch, als er sich sichtlich freute, in diesem Kontext auf die sogenannten „Trosshuren“ zu sprechen kommen zu können. Allerding gab er sich während dieses Teils, der vielfach auf Militärgeschichte rekurierte, große Mühe, die vom ihm verwendeten der Militärsprache entstammenden Wendungen mit sarkastischen Verweis auf Münkler-Watch als militaristisch zu kennzeichnen.

Theologie durch Jura aus der Politik verdrängt
Abschließend fasste Münkler zusammen, wie die historische Werdung des modernen Flächenstaates sowohl die Infrastruktur der Macht, als auch das Nachdenken über Souveränität nachhaltig veränderte. In diesem Prozess sei erst die Theologie, dann die Philosophie durch die Juristerei aus der Zuständigkeit für das Politische verdrängt worden. Deshalb würde heute Politik nicht wie in der Philosophie als großes Ganzes, sondern entlang von Kompetenzen gedacht. Und angesichts der immer komplexer werdenden Welt sei dies auch sinnvoll.

Anknüpfpunkte für emanzipatorische Überlegungen
Die münklersche Vorlesung bietet mindestens einen Anknüpfpunkt für emanzipatorische Überlegungen. So ist das von Münkler gezeichnete Bild, dass der Gottesbezug von Herrschaft durch den Bezug auf das Recht ersetzt würde, hochinteressant. Es stellt sich hier nämlich die Frage, ob der Rechtsbezug nicht ähnlich tranzendent ist, wie der Gottesbezug. Und damit stellt sich die Frage, ob der gesellschaftliche Narrativ, betreffend den Rechtsstaat, nicht eine ähnlich mystische Erzählung wie das Alte Testament ist.

„Volk“ und „Nation“ als tranzendente Narrative?
Ähnliche Überlegungen lassen sich bezüglich des Narratives aus Artikel 20 Grundgesetz ableiten. Dort heißt es: „Alle staatliche Gewalt geht vom Volke aus“. Nun haben wir bei Herrn Münkler bereits gelernt, dass es sich bei Völkern und Nationen um diskursive narrative Imaginationen handeln, die von Professor_innen konstruiert wurden. Vertauscht man nun das Wort „Volk“ durch „Gott“ , zeigt sich, wie wenig sich geändert hat. In beiden Fällen verweist die staatliche Gewalt zur eigenen Legitimation auf eine über den Menschen stehende, nicht direkt erfahrbare Tranzendenz. Auch eine Ebene darunter ergeben sich interessante Parallelen. So braucht es zur Deutung des Willen Gottes eine Priesterkaste, die privilegiert definieren kann, „was Gott will“ oder „was Gott gewählt“ hat. Nach Wahlen erleben wir regelmäßig dasselbe Spiel: Keine Politiker_in, die am Wahlabend nicht das Ergebnis mit den orakelden Worten priesterkastengleich kommentiert: „Der Wähler will dies“; „Der Wähler will das“; „der Wähler hat dies/das entschieden“. Und während sich damals die Priester_innen mühten, den tranzendeten Narrativ „Gott“ in ihrem Sinne zu definieren, werden heute Politiker_innen müde, den angeblichen Willen des tranzendenten Narrativ „Volk“ in ihrem Sinne zu interpretieren.

Mehr Infos:

Alle Folgen Münkler-Watch:
http://hu.blogsport.de/muenkler-watch/

FAQ zu Münkler-Watch:
http://hu.blogsport.de/2015/05/12/faq-muenkler-watch/

Stellungnahme von Münkler zu Münkler-Watch:
https://www.sowi.hu-berlin.de/de/lehrbereiche/theorie-der-politik/mitteilungen


34 Antworten auf „Münkler-Watch Folge 5“


  1. 1 Tom 13. Mai 2015 um 3:45 Uhr

    Ne lieber Herr Münkler, hier schreiben keine Marxisten oder Trotzkisten, denn deren Kritik würde sich zu allerest gegen ihr – im philosophischen, nicht im psychologischen Sinne – idealistisches und ahistorisches Geschichtsbild wenden; gegen die Loslösung der Begriffe mit denen sie operieren von den materiellen Gesellschaftsverhältnissen bzw. Klassenantagonismen, also davon, dass Sie in den Begriffen eine über die Zeit hinweg beständige Bedeutung erkennen wollen und ihre ganze Vorlesungen nur damit verbringen, sich Beziehungen zwischen diesen Worten auszuspinnen, die aber in ihrer materiellen Grundlage ganz anders sind.

    Schauen Sie, Kern der bürgerlichen Wissenschaft ist die Apologie; das Erkennen der besten aller möglichen Welten in der bestehenden Welt – das ist das Verbindende ihres Ordungsgedankens, ihrer Gedanken zur Macht, zum Souverän und zum Recht und ihrer Vorstellung, dass die bürgerliche Welt aus Vernunft so geworden ist, wie sie ist.

    Marxisten würden das anprangern und danach erst erwähnen, dass auf dieser Vorstellung auch ihre gelegentlich chauvinistischen Untertöne beruhen.

  2. 2 Jens Wegner 13. Mai 2015 um 4:58 Uhr

    Ich tippe ebenfalls auf Trotzkisten. Entrismus scheint hier die Strategie zu sein. Man gibt sich als vermeintlicher Teil der Studierendenschaft aus und versucht die Verhältnisse ‚von Innen‘ zu verändern. Wer hört schon der ‚Sozialistischen Alternative‘ zu… aus deren Mitte ihr höchstwahrscheinlich stammt, sollten meine Szenekontakte nicht ganz falsch liegen (Chapeau, Herr Münkler!). Meinen Segen habt ihr. Ich bin froh, dass überhaupt eine Diskussion geführt wird. Es ist so unglaublich still geworden an deutschen Hochschulen. Bitte mehr subversive Aktionen. Herr Münkler wird es schon verkraften. Wundert mich übrgens, dass er so unglaublich dünnhäutig reagiert. Er teilt doch sonst auch gerne gegen seine Kollegen aus. Und das teilweise durchaus scharfzüngig, wie zum Beispiel vor ca. einem Jahr im Wissenschaftsforum des Deutschen Bundestages. Was ich hier allerdings ganz klar betonen möchte: Herr Münkler ist im Vergleich zu den mir bekannten angelsächsischen Politikwissenschaftlern ein linksalternativer Denker.

  3. 3 Tut nicht Not 13. Mai 2015 um 9:28 Uhr

    Ein Vorschlag, der das ganze „Projekt“ und eure Kritik für Außenstehende nachvollziehbarer und überprüfbar machen würde: Dokumentiert die Vorlesung als Ganzes (Audio oder Video). Da sich ja hier teilweise an bestimmten Worten und/oder Formulierungen gerieben wird, würde das eurer Kritik entweder mehr Substanz verleihen (weil Münkler eben dieses oder jenes so und nicht anders gesagt hat) oder sie entzaubern/widerlegen, weil vielleicht von euch einzelnen Punkte selektiv aus dem Gesamtkontext der Vorlesung (eine Vorlesung ist im Idealfall ein 90-minütiges Gesamtkonstrukt) herausgebrochen und tendenziös gegen Münkler verwendet werden.

  4. 4 TheGurkenkaiser 13. Mai 2015 um 11:08 Uhr

    „Politikprofessor weiß nicht was Kommunisten sind“ wäre die angemessene Überschrift. Ich bin Kommunist und kann den Autor_innen von Münkler-Watch attestieren, dass sie keine sind.

  5. 5 Franz-Josef Nett 13. Mai 2015 um 12:13 Uhr

    Alles schon mal dagewesen! Die Gutmenschen dieses Blogs, die sich für Antifaschisten halten, haben offenbar nicht gemerkt, dass sie exakt die Methoden des NS-Studentenbundes anwenden, der Professoren überwachte und denunzierte. Lest mal die Tagebücher von Victor Klemperer!
    Angesichts dieses erbärmlichen Schauspiels, wie Ignoranten mit der Freiheit von Forschung und Lehre umgehen und Gesinnungsterror ausüben, kann ich gar nicht soviel essen, wie ich kotzen möchte. Die 68er Studenten hatten wenigstens den Mut, Vorlesungen zu sprengen und Institute zu besetzen, hier verschanzen sich feige geistige Kretins im Internet!

  6. 6 Student_in 13. Mai 2015 um 12:38 Uhr

    Ich würde sagen, durch diesen Blog ist zumindest die These Herrn Münklers bestätigt worden, dass wir in einem postheroischen Zeitalter leben. Ihr kämpft nicht mehr von Angesicht zu Angesicht und habt auch keine eigenen Verluste zu befürchten, sondern agiert wie ein Drohnenlenker_innen vom Computer aus.
    Sich hier als Vertretung der gesamten Student_innenschaft hinzustellen trifft ähnlich zu wie die Beahauptung, Drohnen würden den Kampf der gesamten „freien Welt” gegen den Terrorismus ausfechten.
    Eure Kritikpunkte sind nicht unbedingt verkehrt, die Art der Mitteilung der Kritik disqualifiziert aber die Kritiker_innen. Anders gesagt, Ihr könnt Euch jetzt einen Orden bei Euren Freunden vom RefRat holen, für alle anderen sieht es so aus, dass Ihr euren eigenen Argumenten nicht genügend traut. Schade.

  7. 7 thegurkenkaiser 13. Mai 2015 um 15:51 Uhr

    Ja klar, geschlechtergerechte Sprache einzufordern ist ja auch typisch trotzkistisch!
    Warum muss man so alberne Verschwörungstheorien konstruieren wenn das offensichtliche so plausibel ist: es sind bloggende studis denen nicht gefällt was hm so von sich gibt.

  8. 8 Gastleser 13. Mai 2015 um 16:11 Uhr

    Experiment – Feststellung

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Ihr Experiment enthält im Aufbau und den anvisierten Ergebnissen, mehrere Fehler.

    Wenn Sie diese Ergebnisse nicht selbst falsch deuten möchten, sollten Sie diese Fehler definitv vermeiden – denn zweimal den selben Fehler zu machen, heisst nicht diesen zu korrigieren. Erst recht nicht, wenn der Messende oder die Messenden, Bestandteil des Versuchsaufbaus oder der Aktionen darin sind.

    Es ist leider festzustellen, das weder Kandidat 1 noch die anderen Kandidaten wirklich den Versuchsaufbau und das Experiment inhaltlich voll verstanden haben – also die
    Manipulation entweder gewollt ist oder sich Selbst gegenüber unwissend erbracht wird.

    Vielleicht schaffen Sie alle es ja noch was wirkliches an Wissen daraus für sich zu generieren – und zu erkennen, worin Sie sich bewegen und was die wirkliche Umwelt
    Ihnen an Realität bietet. Vielleicht reicht dies ja schon, zu erkennen, dass das was Sie bemängeln nur eines ist, Ihr eigenes in Werdung befindendes Selbst.

    Danke und mfG verbleibend, ein Gastleser

  9. 9 ach 13. Mai 2015 um 16:54 Uhr

    Auf der einen Seite: Ein selbstverliebter, schwadronierender Professor mit eindeutigen chauvinistisch-unkritischen Charakterzügen.
    Auf der anderen: Eine Gruppe Studenten mit teilweise fragwürdiger „Kritik“, die zwar oft zutrifft, aber aus der falschen Haltung heraus geübt wird.

    Immerhin halten die Studenten die Kritik aus der Vorlesung heraus, während ich mich letzte Woche wieder über eine Stunde (gefühlt) lange Zeitspanne „coole“ Sprüche und „kecke“ Seitenhiebe von Münkler anhören muss.
    Herr Münkler: Das ist weder cool noch keck noch ist es Putz an ihrer Fassade.

    Wäre die Kritik tatsächlich so intrinsisch falsch und Herr Münkler tatsächlich so sauber wie er sich gibt, hätte er es sicher nicht nötig überhaupt darauf zu reagieren. Er kann seinen privaten Meinungsscheiß auch gerne aus meiner Vorlesung heraushalten und stattdessen einen eigenen Blog schreiben. Oder ein Flugblatt. Hauptsache er tut in der Universität das, wofür er bezahlt wird, und das ist nicht die Darstellung von Selbstverliebtheit und akademisch-hierarchischer Überlegenheit.

  10. 10 hardy 13. Mai 2015 um 17:44 Uhr

    @Franz-Josef Nett

    danke für den präzisen hinweis auf klemperer, dessen tagebücher und vor allem seine analyse „LTI – linguar tertii imperii in diesem zusammenhang mehr als nützlich sind: die parallele ist damit ausgemacht & benannt.

  11. 11 Onkel*In Petra 13. Mai 2015 um 18:50 Uhr

    MUAHAHA !!

    Und ihr Fotzen wollt die ELITE sein??

    IHR?!?!?!

    Scheisse, ihr schafft es doch grade mal euch selbst zu wischen!

    Zum Glück seid ihr dekadenten Spastis bald Geschichte.

  12. 12 handsom 13. Mai 2015 um 22:07 Uhr

    Schoen eine Kultur des Bloggen im merkelschen Land der Monokultur zu entdecken. Es gefaellt mir sehr. Meinungsauesserungen sind willkommen auch bei latribune.fr Schoen zu sehen dass die post nazistische Epoche zu Ende geht.

  13. 13 Peter Barthelmes 14. Mai 2015 um 14:10 Uhr

    Ich hätte nicht gedacht, dass nach dem Ende totalitärer Strukturen in Deutschland, dem Ende der SED- und der NSDAP-Herrschaft, das Denunziantentum wieder Triumphe feiert.Akademische Kritik ist notwendig, aber mit offenen Visier.“ Dunkelmänner“ mit Karriereanspruch wie ihr es bei diesem Blog seid, finde ich nur widerlich.

  14. 14 Pfurz 14. Mai 2015 um 22:59 Uhr

    Franz-Josef Nett outet sich gleich mal als so rechts, wie es die deutsche Mehrheitsgesellschaft nun einmal ist. Einem Münkler, Ideologen des patriarchalen europäischen Bürgertums, der seine Bühne verwendet um die Fortschrittlichkeit des Massengrabs Mittelmeer durch Verzerrungen herbeizulügen, wird hier ja auch „im Vergleich“ links-alternative Positionen in den Mund gelegt. Nein, er vertritt die bürgerliche Gesellschaft und darin die Macht der deutschen Nation und des europäischen Blocks. Sie verkleidet sich, wie üblich, in (Menschen-)rechten. Zurück zu Josef. Dieser meint, Gutmensch als Schimpfwort zu benutzen, so wie der rest des Hetzmobs von Straßen- und Internetnationalisten tut. Gutmenschen sind die, die ihren Staat nicht lieben und insbesondere nicht dafür, dass der Preis der westlichen Freiheit der südliche und östliche Tod ist. Verwerflich finden das verständlicher Weise Fans von Deutschland, oder solche verkleidet als Fans „Europas“ und seines „Kulturkreises“. Gutmenschen, die autoritäre Härte gegen sich und andere nicht mitmachen, müssen darauf zurechtgestutzt werden. Ich hörte, BERGIDA war ein flopp, doof für euch.
    „Student_in“ (Identitäre haben ihren Gramsci gelesen, das muss man denen lassen. Wie ANs sind sie immer bemüht, kulturelle Codes und Formen der Linken zu übernehmen) bedauert freilich, dass sich heute nicht mehr heroisch die Mensur geschlagen wird, zumindest in den aufgeklärteren Bereichen Deutschlands. Noch so eine Rechte. Natürlich erwünscht ist das Opfer für eine unpolitische Studierendenschaft, die doch nichts lieber sehen möchte, als die verbale, verfahrenskonforme Hinrichtung von Dissidenten, wie sie Münkler in aller Deutlichkeit in den Raum stellt. Münkler-Watch hat vermutlich genug Verstand, um so eine Dummheit nicht zu begehen und jeder Re-Heroisierung eine Absage zu erteilen. Der selbstverständliche Schulterschluss mit der Autorität seitens großer Teile der Studierendenschaft zeigt einmal mehr, wohin derzeit die Reise geht. Eine Intervention in den Chauvinismus der bürgerlichen Elite, die aus guten Gründen ihren Frieden mit dem Gewaltverhältnis von Staat, Nation, Kapital und Patriarchat geschlossen haben, da sie davon ja nicht gerade wenig profitieren, ist ein sehr sinnvolles Vorhaben. Denn da vermeidet man den Kurzschluss, Ausgrenzung und Abwertung sei ein Privileg der Basy-Nazis. Das können ganz normale Fans dieser Ordnung ja schon lange. Gutes ideologiekritisches Projekt, go on!

  15. 15 warum ist der name notwendig? 15. Mai 2015 um 2:51 Uhr

    Ich frage mich nur, warum die Macher dieses Blogs so schrecklich ungender-gerecht sind. Das ist absolut nicht PC.

  16. 16 wie Ihr anonym 15. Mai 2015 um 13:05 Uhr

    Jenes, was Ihr glaubt anprangern zu müssen, lässt euch in selbigen Lichte erscheinen, wie diejenigen, deren ideologisches Gedankengut zu bekämpfen euch Identität verschafft.

    Eure Motive sind diskriminierend, eure Methoden denunziantisch.

    Ihr maßt euch an das für euch politisch Korrekte via Denunziantentum zur Durchsetzung zu verhelfen. Dies ist jedoch kein legitimes Mittel. Ihr erreicht genau das, was Ihr bekämpft, ein gleichgeschaltetes Denken, ein Diktat des Korrekten.

    Auch Gendern ist ein Ausdruck dessen.
    Die Verschriftlichung als sichtbarer Ausdruck des Korrekten.

    Was jedoch ist korrekt, vor allem politisch Korrekt?

    Maßt ihr euch an dies mit Inhalt zu füllen?
    Wenn dies die Methode ist das von euch subjektiv Inhaltliche zu fordern, entfernt ihr euch von einem Grundsatz der Verfassung, der Meinungsfreiheit und der Achtung des allg. Persönlichkeitsrechts.

    Im Umkehrschluss könnte sich demnach durchaus die Behauptung aufstellen lassen, dass das was Ihr tut, antidemokratisch ist.

    Denn wen oder was verhelft ihr zu dessen Recht, für wessen Rechte tretet Ihr ein?

    Ihr stellt euch eure Ermächtigung selbst aus, bauend auf politischer Ideologie um den Betroffenen letztlich seiner Rechte zu entsagen.

    Im Grunde seid Ihr das, was Ihr eigentlich bekämpfen wollt, nur in vermeintlich intellektuellen Gewand.

    Es gäbe ein Reihe von alternativen Maßnahmen zur Geltendmachung eurer Anliegen. Das hier Vorliegende jedoch, ist persönlichkeitsverletzend, somit abzulehnen.

  17. 17 Student_in 15. Mai 2015 um 17:43 Uhr

    Pfurz‘ Kommentar kurz zusammengefasst: Alle Kritiker von Münkler-Watch sind rechts (bitte noch einen diffusen Text mit allen bösen Schlagwörtern dazudenken).

    So kann man es sich auch in seiner kleinen ideologischen Nische gemütlich machen. Tatsächlich sehe ich selbst durchaus den Anlass zur Kritik. Besonders an nicht nur Herr Münklers Nähe zum Militär. Und erinnert sich noch jemand außer mir an einen Geschichtsprofessor Müller? Aber ich glaube, hier geht es gar nicht darum, bei Dritten eine kritische Reflexion auszulösen, sondern nur mit den üblichen Anschuldigungen auszuteilen, ohne einstecken zu müssen. Oder gar die eigene Ideologie zu debattieren. Danach kann man sich mit denen, die ohnehin der gleichen Meinung sind, gegenseitig auf die Schultern Klopfen. Darum geht es doch, oder? Alles Nazis außer Mutti. Viel Spaß im Club der Aufrechten.

  18. 18 Der Wirsingwahrer 16. Mai 2015 um 12:10 Uhr

    „Gurken“ und „Spargel“ als tranzendente Narrative?
    […] Vertauscht man nun das Wort „Gurken“ durch „Spargel“, zeigt sich, wie wenig sich geändert hat. In beiden Fällen verweist der Geschmack auf eine wässrige, nicht direkt erfahrbare Gemüsetranzendenz. Worauf man dann seine Sauce Hollondaise kippt, hat keinerlei Bewandtnis mehr.

  19. 19 Duden 16. Mai 2015 um 22:08 Uhr

    ‚Schuldigung: Kann hier jemand mal bitte ‚transzendent‘ richtig schreiben? Danke.

  20. 20 Dachdecker 17. Mai 2015 um 1:41 Uhr

    Wascht euch erstmal eure ach so gender-neutralen pimmel und fotzen, bevor Ihr linken arschloecher die auditorien unseres schoenen und erfolgreichen vaterlandes vollstinkt!

  21. 21 Ferdystschenko 17. Mai 2015 um 3:03 Uhr

    Also allem vorangestellt: Ich finde diesen Blog im Prinzip sehr begrüßenswert, weil wir eine Repolitisierung der Studentenschaft brauchen angesichts einer Demokratie, die aus lauter Geschützt-Werden keine Demokratie mehr ist. Und diese Repolitisierung fängt im Kleinen an, in dem man einen Professor und Geschichtswissenschaftler, den ich als öffentliche Persona ähnlich unerträglich finde wie die eingefleischte Geschichtsrevisionistin Steinbach, auf die Finger schaut, was mich stört ist der undifferenzierte Blick. Hier werden aufgrund von nicht belegbaren Zitaten, die ohne ZU
    Zusammenhang schwer einzuordnen sind, Etiketten aufgeklebt, die alle auf -ismus enden. Hier findet keine wirkliche inhaltliche Auseinandersetzung statt, auf die eine Bewertung folgt, sondern hier steht die Bewertung schon am Anfang. Aber wer weiß, vielleicht braucht es solch klare Worte, um die Studenten zu einem kritischen Blick zu ermuntern. Und zum Abschluss nochmal etwas grundsätzliches: Der Kommentator Pfurz beweist mir wieder einmal, wieso ich ein Problem damit habe, mich als Linken zu bezeichnen, obwohl ich mit allen meinen politischen Positionen knietief im linken Lager stecke. ES ist de facto dieses Denunziantientum (was ich dem Blog eindeutig nicht unterstellen möchte) bzw. dieser Nazi-Demaskierungswahn, der in einer plausiblen Kritik, wie der von Student_in, sofort wieder rechte Umtriebe entdeckt, die in diesem Kommentar beim besten Willen nicht zu erkennen sind.Dieses ständige Dräunen, in dem schon die schlichte Feststellung, dass no one is illegal, so oft ich das auch auf Demonstrationen mitgeschrieen habe, schlicht nicht möglich ist zur Zeit, weil wir dann von Flüchtlingsströmen überrollt werden, nahe des Neonazismus ist. Ich mag dieses reflexhafte ANTISEMIT-Schreien nicht, weil es den Begriff inflationiert und die wirklichen intellektuellen Judenfeinde aus der Mitte, wie Günther Grass, Martin Walser oder Jakob Augstein sicher macht, da nahezu jeder mit dem Begriff belegt wird. Kurzum:Ich kann mit der moralinsauren Piefigkeit und dem Dogmatismus der Linken nichts anfangen, deswegen kann ich mich auch nicht zu ihnen zählen. Herrschaftsfreies, gendergerechtes und tolerantes Denken, ja gerne, aber ohne Relativierungen „linker“ Verbrecher, Etikettierungen und Vorverurteilungen.

  22. 22 NochsoeinNazi 17. Mai 2015 um 12:48 Uhr

    Der Münkler ist ein Gedankenverbrecher! Ab nach Raum 101 mit ihm!

  23. 23 Münkler-Watch Watcher 17. Mai 2015 um 20:35 Uhr

    Ihr seid ein Haufen feiger Mobber, die (hoffentlich) mit dieser Aktion nichts erreichen werden.

    Wenn die initiale Medienaufmerksamkeit verebbt ist, müsst ihr entweder handeln, wie Erwachsene oder euch damit abfinden, dass in der echten Welt so ein Mobbing-Blog nichts bewirkt.

    Viel Spaß noch ^^

  24. 24 Steffen Raschack 17. Mai 2015 um 21:55 Uhr

    bedauerlicherweise musste ich nur bis zur dritten Zeile lesen, um ins Nachdenken zu kommen. dort wird unterstellt, dass Professor Münkler für gewöhnlich …….Rassismen und Sexsismen reproduziert… Ok, die Pluralform für Rassismus und Sexismus, vermutlich der Leiprecht Konstruktion entnommen, ist sprachlich schon mal ein Unding, aber schauen wir uns mal eine Rassismusdefinition an :“Rassismus liegt immer dann vor, wenn bestimmte Merkmale von Menschen (z.B. Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht usw.) mit bestimmten Eigenschaften gekoppelt werden (z.B. wenn von der Herkunft auf geistige, sexuelle oder kriminelle Energie o.ä. geschlossen wird) und durch diese Konstruktion eine Abwertung praktiziert wird.”
    (AG SOS Rassismus NRW 1997, 11; 1998, 30; 1999, 53; ähnlich 1993, 102)

    Wenn man diese Definition nutzt, wird bei Betrachtung des Feminismus oder seiner Hilfswissenschaft der sogenannten Genderwissenschaft eine deutliche Affinität, nicht selten sogar klare Rassismus erkennbar ist. Auch eine andere Rassismusdefinition bestätigt diesen Sachverhalt. z.B.: „Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der Rassismus die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver biologischer Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers ist, mit der eine Aggression gerechtfertigt werden soll.“
    (Memmi 1982/1987/1992, S. 151)
    Wer Schriften von A.Schwartzer, Marie Louise Püschel oder Anita Heiliger liest, wird schnell feststellen, was für Rassistinnen da am Werk sind.

    Nur regt sich eben keiner darüber auf, weil links und feministisch offensichtlich ein positiver, gesellschaftlich gewollter Rassimus ist, und der ist, wie wie alle wissen opportun!

    Im Übrigen bin ich der Meinung, Menschen die in einer halbwegs demokratischen Gesellschaft aus dem Dunkel der Anonymität ehrabschneidende Behauptungen aufstellen, sind nicht nur Feiglinge, sondern haben unredliche Absichten, vielleicht die, einen vielen Befreiungsideologien innewohnenden Rassismus erst zu verstecken, wenn nicht gar zu förden! Und der Verweis auf LTi von @hardy und @ Franz Joseff Nett war Spitze. Ich empfehle den Machern dieses Blogs dringend die Lektüre!

  25. 25 Robert 17. Mai 2015 um 23:46 Uhr

    Was der Wähler will, lässt sich mittels Meinungsforschung schon ermitteln, während das Orakel und andere esoterische Werkzeuge ins Private abgedrängt sind. Die Piratenpartei versuchte mit Liquid Democracy den Bürger zu befähigen an der täglichen politischen Arbeit teilzuhaben. Es scheint aber nur eine Minderheit will das, was dann den geäußerten Wählerwille verzerrt. Die direkte Demokratie scheint also auch nicht problemlos zu sein.
    „Recht als autoritätsschaffende Instanz“: In den Auseinandersetzungen um Stuttgart 21 ist das Thema „Legitimation durch Verfahren“ in den Vordergrund geraten, weil diese Legitimation sich beginnt aufzulösen. Auch die illegale Rechtsprechung durch muslimische Friedensrichter untergräbt die Souveränität des Rechtsstaates.

    Mir scheint, der Leviathan könnte wieder einmal vor einer Metamorphose stehen. Vielleicht ist aber auch ein wenig Kritik immer dabei und diese muss einfach ausgehalten werden?

  26. 26 teils-teils 18. Mai 2015 um 0:21 Uhr

    Klemperers Erfassung der Sprache des Dritten Reichs (LTI) rührt nicht nur durch die Entstehungsbedingungen, sondern ist auch eine Beschreibung historischer Tatsachen. Dennoch muss vor falschen Schlüssen gewarnt werden. Denn zum einen wurde gerade in den NS-Medien auch instrumentell gesprochen; das „wahre Wesen“ des NS-Denkens lässt sich hier nicht immer herauslesen. Nehmen wir z.B. den Begriff „untragbar“, der (wenn ich mich recht entsinne) im „Wörterbuch des Unmenschen“ (einem ähnlichen Projekt wie Klemperers LTI-Beschreibung) erfasst ist – er ist ein Euphemismus, eine Umschreibung zur Kaschierung. Diese Kaschierung wäre aber irgendwann überflüssig geworden (im taktischen Sinne) und man hätte ganz offen „vernichtenswert“ o.ä. gesagt.

    Es ist ein Missbrauch Klemperers, wenn seine Beschreibung aus dem historischen Kontext gerissen wird – und auch ein falscher Umgang mit der Rolle von Sprache. Man kann viele der LTI-Begriffe nämlich auch ohne NS-Mentalität benutzen, und das hätte Klemperer wohl auch gar nicht abgestritten. Umgekehrt wäre das „Dritte Reich“ auch nicht wirklich auf die LTI angewiesen gewesen, wenn es länger bestanden hätte.

    Es gibt ja den LIT-Verlag, der sich ganz offen zum „kleinen Gedanken“ bekennt und dies vielleicht als Überwindung der LTI begreift. Das Problem dabei bleibt allerdings das L am Anfang: Die Überbewertung der Sprache (lingua).

    Also gebt Euch keine Mühe: Für Eure Ausgrenzungs- und Diffamierungspolitik gibt es keine Rechtfertigung. Auch aus der „lockeren Sprache“ ließe sich Faschismus machen, wenn man entsprechend tickt.

    Außerdme seid Ihr mal wieder zu selektiv – wenn Ihr LTI angreifen wollt, müsst Ihr auch die LTI in Gesundheitsdiskursen angreifen. („Gesunde Menschen aus der Praxis“, Loheland)

    Euch fehlt eben die normative Substanz – das alte Problem der neuen Studierendengeneration. Eure Sprachkritik ist nur ein Versuch der nachholenden Politisierung und ermöglicht eine relativ mechanische Interpretation von Texten. Über diese Mechanik (die im Grunde nur eine Stilkritik ist) erzeugt Ihr zu viele Fehlurteile.

    Hört also auf, die Intellektuellen zu drangsalieren, bloß weil sie eine altertümliche Sprache haben, und hört auf, Leute wie Klemperer für Euren kalifornschen Faschismus zu missbrauchen.

    Ihr seid substanzlos und betreibt Menschenvernichtung; das ist alles.

  27. 27 Olaf Hencke 18. Mai 2015 um 12:39 Uhr

    Dieser Blog ist ein klassischer Fall von ideologischem Autismus. Im Selbstverständnis von „Münkler-Watch“ ist unter „Über uns“ zu lesen: „Wir möchten möglichst fair und frei von Ich-Illusionen sein.“

    Dieser gesamte Blog ist eine einzige „Ich-Illusion“! Durch Titel und Selbstverständnis von „Münkler-Watch“ ist per se festgeschrieben, dass Münkler der „Arsch vom Dienst“ ist! Irrtümer sind natürlich seitens der Autoren ausgeschlossen, da das Ergebnis von vornherein immer feststeht – Münkler ist ein Rassist und Sexist und sabbert deswegen einfach nur Müll. Über diese selbst auferlegte „Ich-Illusion“ werden die Autoren wohl bis zuletzt nicht hinweg kommen und schweigen. Da fehlt leider die notwendige Fairness und Freiheit im eigenen Denken, um über den eigenen ideologischen Schatten zu springen.

    Abschließend wird gesagt: „Mit euch entwickeln wir ein wir, das nicht einseitig, dualistisch, wertend und zentriert ist.“

    Was ist eigentlich euer Ziel? Die Erhaltung oder die Abschaffung des Konflikts? Soll Münkler die Uni verlassen, damit eure Welt wieder in Ordnung ist oder er sich eurer Denkspur unterordnen?

  28. 28 Geert H 18. Mai 2015 um 13:20 Uhr

    Wann kommt von der deutschen Linken der erste kluge Gedanke? Ich warte seit Jahrzehnten.

  29. 29 Arne 19. Mai 2015 um 5:16 Uhr

    Sehr interessant, was der Herr Muenkler so in seinen Vorlesungen referiert, und vielen Dank an diesen Blog fuer die Zusammenfassungen.
    Ich werde mmir auf jeden Fall ein Buch des Professors zulegen.

  30. 30 Arne 19. Mai 2015 um 9:25 Uhr

    Danke fuer den Blog – ich finde Muenkler sehr sympathisch, kannte ihn zuvor nicht. Finde seine Sichtweisen sehr realitaetsnah- danke fuer diesen Blog, auch wenn das wohl nicht eure Intention war :-)

  31. 31 wo 19. Mai 2015 um 13:48 Uhr

    sagt mal, wo ist eigentlich euer impressum?

  32. 32 Gastleserin 20. Mai 2015 um 13:52 Uhr

    Liebe Blogger und Bloggerinnen,

    Es wäre definitiv seriöser wenn der Blog nicht anonym wäre und ihr zu einer öffentlichen Diskussion bereit wäret. Klar Kritik und Meinungsfreiheit sind wichtig, aber nicht so, wie ihr es macht. Und ganz ehrlich, ich finde dieses Theater um euren Blog in den Medien lächerlich, als hätten wir keine anderen Probleme. Wenn ihr wenigstens eine stichhaltige Argumentation hättet und die Beispiele nicht aus dem Kontext reisen würdet, aber so. Zu mal es gute Beispiele für eure Art von Blog gibt. Euer Prof. mag streitbar sein, aber dafür leben wir in einer Demokratie, wo jeder seine Meinung äußern darf. Natürlich sollte diese nicht einfach hingenommen werden, aber wie schon gesagt, so was diskutiert man dann von Angesicht zu Angesicht.

  33. 33 Anonymer Kommunist 21. Mai 2015 um 1:53 Uhr

    „Ich bin Kommunist und kann den Autor_innen von Münkler-Watch attestieren, dass sie keine sind.“ (TheGurkenkaiser)

    Also ich bin wirklich Kommunist und kann nicht nur den Autor_/*X%&innen von Münkler-Watch, sondern auch dem Gurkenkaiser, Tom, Jens Wegner und allen anderen hier attestieren, dass sie keine sind.

  34. 34 Dieter vom Dienst 23. Mai 2015 um 18:56 Uhr

    Hätte ich die Zeit, die ihr habt soviel zu schreiben, könnte ich das ganze durchlesen, hab ich aber nicht.

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