Münkler-Watch 11: Revolution und Rebellion

Dem Vorlesungsthema „Rebellion und Revolution“ nähert sich Herr Prof. Dr. Münkler, indem er aus den Begriffen einen Dualismus formt. Revolten und Rebellionen seien auf die Vergangenheit gerichtet, Revolutionen umwehe hingegen ein auf die Zukunft gerichtetes Pathos des Neuanfanges. Prägendes Merkmal der Darstellungen waren viel Eigenlob und eine Prise Rassismus.

Beispiel Arabischer Frühling
Als Einstieg in die Vorlesung schilderte Prof. Dr. Münkler die öffentliche Debatte im Jahr 2011 zum Beginn des sogenannten Arabischen Frühlings. In Talkshows habe er Islam- und Kulturwissenschaftler_innen gegenüber gesessen und während diese für die nahe Zukunft einen Austausch der jeweiligen Eliten und eine fortschreitende Liberalisierung der betroffenen Länder prognostizierten, habe er Anderes behauptet. Auf die stattfindende politische Revolution würden soziale und ökonomische Konsequenzen folgen werden.

Münklers gekränktes Ego
Von seinen Einwänden wollte damals wohl kaum jemand etwas wissen. Besonders scheint ihn gekränkt zu haben, dass ihm seine Rolle als Universalgelehrten angesichts seiner mangelnden Sprach-, Kultur- und Geschichtskenntnisse abgesprochen wurde. Umso mehr freuten ihn nun die kriegerischen Entwicklungen, insofern als dass sie seine Prognose bestätigten.

Ein Einblick in Münklers Träume
All dies würde zeigen, dass alle Empirie keinen Wert habe, wenn man keine Theorie, keine Phänomenologie der Revolution habe. Er warte nun „voller Eitelkeit“ darauf, dass all die Kultur-und Islamwissenschaftler_innen dies anerkennen und vor ihm, aber mindestens vor der politischen Theorie auf den Knien „vorbeiparadieren“ (sic!) mögen. Danach erläuterte Münkler sein Modell: In revolutionären Prozessen würde es immer zu einer Zuspitzung kommen. Dabei sei ein Klassengleichgewicht wahrscheinlich. Dies eröffne die Bedingungen für einen Militärputsch, so wie er in Ägypten, Syrien und Libyen geschehen sei.

Geschichte der Revolte
Nach diesem Input versuchte Münkler, die Konzepte „Revolte“ und „Revolution“ zu definieren, indem er sie gegeneinander stellte. Er begann mit der Revolte. Revolten seien gegen Herrschaft gerichtete Unmutshandlungen. Mit den alten Hochkulturen vor 8000 Jahren und der mit Bürokratie und Schrift einsetzenden Steigerung des Mehrprodukts komme es auch immer wieder zu Streitereien um die Verteilung desselben. Dies sei die Quelle des Aufstandes.

Rebellion bei Machterosion
Als Beispiel, wie sowas entstehen könne, erwähnte er die 1945 in Deutschland fasst überall nachweisbaren Plünderungen von Proviantämtern zwischen der Erosion der nationalsozialistischen Vollzugsorgane und dem Einmarsch der jeweiligen Allierten. Diese Akte des Abstreifens von Gehorsam gegenüber der alten Herrschaft im Angesicht des Neuen sei nicht immer rational. In den wenigsten Fällen sei die Revolte auf die Schaffung etwas Neues gerichtet. So sei in Revolten oft das Grundbuchamt angezündet worden, anstatt wie es „gute Kommunisten machen würden,“ die Grundbuchakten in ihren Besitz zu bringen, um bei der Umverteilung auf sie zurück greifen zu können.

„Pathos des Neubeginns“
Die Revolution brächte laut Hannah Arendt den „Pathos des Neubeginns“ mit sich. Ein revolutionärer Narrativ sei, im Gegensatz zur Revolte darauf ausgerichtet, explizit eine neue Ordnung schaffen zu wollen. Dieser Pathos des Neubeginns läge darüber hinaus einen Bezug auf „Freiheit“ viel näher als auf „Gerechtigkeit“. Freiheit verweise auf einen Bruch, auf einen Neubeginn. Ein auf „Gerechtigkeit“ rekurierender Narrativ lege viel eher einen Bezug auf einen Prozess nahe, da Gerechtigkeit immer das Alte als Maßstab brauche. „Gerechtigkeit“ stünde damit viel eher in einer Pfadabhängigkeit als „Freiheit“.

Revolution bei Marx
Wie das genau funktioniert, versuchte Münkler am Beispiel der Revolutionstheorie von Karl Marx zu verdeutlichen. Die erwähnte Pfadabhängigkeit finde sich u.a. in den Vorstellungen von Marx. Marx historischer Materialismus sei ein Modell, in der sich die jeweilige neue Gesellschaftsordnung evolutionär aus den jeweiligen Klassengegensätzen entwickle. Es erfolge eine schrittweise stattfindende Evolution der Produktionsverhältnisse, denen eine revolutionäre Änderung der Verfügungsgewalt über die Produktionsverhältnisse folge. Man könne laut Münkler das erste Buch des Kommunistischen Manifestes als Abrechnung mit sozialromantischen Vorstellungen lesen. „Wir machen ein paar Flugblätter, Münkler-Watch und dann sind wir ganz tolle Revolutionäre, ne?“

Revolte als Insistenz auf die Menschenwürde
Im Gegensatz zu diesen Vorstellungen sieht er den Revolte-Begriff Albert Camus´. Dieser sei der einzige Theoretiker der Revolte mit Gehalt. Laut Münkler sehe Camus die Revolte als würdeschaffenden und -erhaltenden Akt. Indem der Sklave gegen seine Position aufstehe, weise er auch die Sklaverei an sich zurück. Durch das „Nein!“ finde eine Selbstüberwindung der Zustände durch das Individuum statt. Zwar sei der Aufstand auf eine konkrete Situation bezogen. Doch im Aufstand flöge der Existenz ein Entwurf einer anderen Zukunft voraus, die die bestehenden Herrschaftsverhältnisse aufheben könne. Ein wichtiger Bruch läge dann auch in dem Verhältnis der Revolte zur Revolution. So habe Camus davor gewarnt, dass die Revolte durch die Beamten der Revolution niedergeschlagen werde . Laut Münkler sei interessant, dass auch dieser Revolte-Begriff nicht auf Gerechtigkeit, sondern auf Freiheit verweise.

Kommunist_innen-Bashing
Während der Ausführungen zu Marx und dessen Bewertung von Rebellion als romantisch verklärende Bewegungen blickte und gestikulierte der Professor häufig in eine Ecke des Hörsaals. Dort saßen Vertreter_innen der IYSSE, einer Jugendorganisation der „Partei für Soziale Gerechtigkeit“ (PSG). Sie waren höhnischen Ansprachen und abfälligen Kommentaren über ihre Nähe zum Trotzkismus ausgesetzt. Zuvor hatten sie Flugblätter über eine Resolution des Studierenden-Parlaments vor dem Hörsaal verteilt. Münkler verdächtigte unter anderem sie dieses Blog zu betreiben.

Die Prise Rassismus
Wie sehr der mediale Druck auf Münkler in den letzten Wochen nachgelassen hat, konnte man bei seinen Erläuterungen zu Franz Fanon (einziger nicht-weißer Autor in der Literaturliste) sehen.
„Ich hätte ihnen jetzt auch ein Bild von Frantz Fanon gezeigt, aber dann hätte ich ja widerlegt, dass ich sozusagen keine Schwarzen in meiner Vorlesung thematisiere und deswegen zeige ich Ihnen kein Bild.“ Wie schief Münkler hier argumentiert, lässt erschrecken. Durch diese Aktion wird Frantz Fanon auf eine vermeintliche Hautfarbe reduziert.Nicht nur, dass Fanon hier als einziger nicht-weißer Theoretiker instrumentalisiert wird; auch wird durch den Bezug auf die Hautfarbe suggeriert, dass sich die Logiken von Rassismus nur an biologischen Kriterien festmachen ließen.

Reproduktion von Alltagsrassismus in der Wissenschaft
Dabei geht es in der Forderung nach mehr Autor_innen des globalen Südens um die Perspektive, die dem vorherrschenden Eurozentrismus im europäischen Selbstverständnis, nicht nur in der Wissenschaft, etwas entgegensetzen kann. Dabei ist es egal ob mensch ein Bild der Person vor Augen hat oder nicht. In Fanons Texten wird diese Perspektive als Analyse kolonialisierter Gesellschaften und deren Befreiungsbewegungen erfahrbar. Sein Bild nicht zu zeigen, gibt uns kein Gesicht dazu und ist ein Beitrag zur Unsichtbarmachung. Für Münkler, der eine männlich-weiß-hetero dominierte Vorlesung bereits am Anfang des Semesters als seinen Beitrag zur Diversität erklärte, erfüllt Fanon jedoch eine Rechtfertigungsfunktion: Eine Vorlesung mit komplett weißem Literaturverzeichnis zu halten – das müsse er sich nicht vorwerfen lassen. Was er sich jedoch vorwerfen muss, ist der Umgang mit Frantz Fanon in der Vorlesung. Die Argumentation erinnert an das beliebte Argument von Weißen, sie könnten nicht rassistisch sein, da sie „sogar XYZ (beliebigen Stereotype hier bitte einsetzen) ein bisschen nett finden“. Dabei fällt ihnen nicht auf, dass XYZ (beliebiges Stereotyp hier bitte einsetzen) als schematisches Bild in ihren Köpfen verhaftet ist. Andere Identitäten des Menschen finden hier weniger Beachtung und individuelle Eigenschaften werden als spezifische Eigenschaften mit der entsprechenden Zuschreibung rückgekoppelt.

Und mal wieder Spass mit dem N-Wort

In Bezug auf ein Kapitel des bereits erwähnten Fanons, benutzte Münkler mit schamloser Freude gleich zweimal das N-Wort. Dafür könne er nichts, denn “so steht es eben da”. Die Auswahl und Betonung des N-Wortes war jedoch bewusst gewählt, obwohl sie wenig mit dem eigentlichen Thema der Vorlesung gemeinsam hat. Auf Kosten von rassistischer Diskriminierung hat Münkler aus seiner Weißen Perspektive heraus provoziert.cMünkler nimmt in der Vorlesung einen Raum ein, in dem rassistische und diskriminierende Äußerungen eine Bühne finden. Die Diskrimierung derer, die durch dieses Wort ein Stigma erfahren, wird durch seine Äußerung legitimiert. Wenn ein Professor, in einem Raum des Lehrens und Lernes, Dinge verharmlost, mit der Aussage, dass er für historische Formulierungen nichts könne, ist die Neutralität dieses Raumes eindeutig infrage zu stellen. Das Machtgefälle, in welchem sich Studierende und Professorinnen befinden, wird damit um ein hierarchisierendes Prinzip erweitert.

Vom Arbeits- zum Gewaltfetischismus
In das radikale Revolutionsverständnis Franz Fanons führte Münkler mittels „Die Verdammten dieser Erde“ ein. In diesem Werk negiere Fanon Hegels Apologie des westlichen Arbeitsfetischismus. Laut Hegel machen nicht Gewalt, sondern Arbeit frei und schaffe Anerkennung. Fanon greife diesen Gedanken auf, aber verteidige die Gewalt als Mittel zur Selbstachtung und Selbstreinigung in der Realität unterdrückender, kolonialer Verhältnisse. Statt in den Produkten der eigenen Arbeit Wertschätzung zu finden, träten im Kapitalismus dem Proletariat die Früchte seiner Arbeit als veräußerlichte Produktionsmittel gegenüber. Diese Entfremdung sei nur durch einen Selbstheilungsprozess aufhebbar. Und dieser Selbstheilungsprozess könne eben auch eine Katharsis der Gewalt sein. Doch er, Münkler, habe bereits 1982 erkannt, dass dieser, angeblich die europäische Linke sehr inspirierende Gedanke, gescheitert sei. Eine interessante Perspektive, die in der Vorlesung jedoch unbeachtet blieb: Entspringt dem Kapitalismus nicht immanent Kolonialismus? Oder kann Kapitalimus überhaupt ohne Kolonialismus existieren?

Revolution und Fortschritt
Im zweiten Teil der Vorlesung legte Münkler sein Augenmerk auf die ideengeschichtliche Verbindung der Begriffe „Revolution“ und „Fortschritt“. Kurz deutete er die darauf bezogegene Elitentheorie an: Kern dieser Perspektive sei, dass davon ausgegangen werde, dass Revolutionen überhaupt kein Neuanfang seien, sondern lediglich der Austausch von Führungspersonal stattfände.

„Orientalischer Despotismus“ bei Marx?

Beiden Ideen greife u.a. Marx in seinem Überlegungen zum „Orientalischen Despotismus“ auf. Laut Marx habe es in Asien noch nie eine Revolution gegeben. Erst der Kolonialimus habe Asien angeblich seine „erste und einzige“ Revolution gebracht. Erst die Webstühle in England und die dafür angelegten Baumwollplantagen auf heutigem indischen Gebiet habe dortige dörfliche Strukturen zerstört. Diese seien davor die Grundlage für die „Orientalische Despotie“ (Marx) gewesen. Nach dem radikalen Auflösen dieser Strukturen in der Kolonie sei eine Entfaltung der Produktionskräfte und die bürgerliche Revolution möglich geworden. Die Engländer hätten hier unwissentlich in Asien die Vorrausetzungen für die sozialistische Revolution geschaffen, indem sie zerstörten. Damit hätten sie die „Moderne“ befördert, und ihre eigene Schuld der Kolonialverbrechen relativiert. Die Briten hätten „Hindustan“ dem unaufhaltsamen Lauf der Geschichte unterworfen. Während Münkler zu Beginn seiner Ausführungen Marx als Eurozentriker bezeichnet hatte, formulierte er nun abschließend in akzentfreiem Hessisch: „Man kann ja sage: Recht gehabbt hatt‘er wohl.“

Es sich einfach machen?
Zur Debatte stellte er Marx an dieser Stelle also nicht und das, obwohl diese Äußerungen über die „Orientalische Despotie“ sehr kontrovers aufgenommen wurden. Zum Beispiel widmet Edward Said viele Seiten seiner „Orientalismus“-Studie Karl Marx und stellt diesen in eine lange Tradition europäischer Deutungshoheit über die Welt östlich von Europa. Auch an deutschen Universitäten wurde ab dem späten 18.Jhr. lange und viel über die „Mystik“ oder die „Romantik“ des „Orients“ verzerrt, durch Reiseberichte konstruiert und in der Literatur weitergesponnen. Die Verallgemeinerungen und binären Differenzkonstruktionen (Okzident vs. Orient; Ratio vs. Irratio; Christentum vs. Islam etc.) wurden von der Zeitgenössischen Wissenschaft beherzt aufgenommen, wie sich an Marx‘ makroperspektivischer und mechanischer Interpretation zeigt. Feinheiten, Grautöne und Abstufungen verschwanden im Getöse der Klassenkampf-Logik. Darüber verliert Münkler keine Silbe und lässt ein wichtiges „Werkzeug zur Analyse“ (Münkler) vermissen.

Mehr Infos:

Alle Folgen Münkler-Watch:
http://hu.blogsport.de/muenkler-watch/

FAQ zu Münkler-Watch:
http://hu.blogsport.de/2015/05/12/faq-muenkler-watch/

Stellungnahme von Prof. Dr. Münkler zu Münkler-Watch:
https://www.sowi.hu-berlin.de/de/lehrbereiche/theorie-der-politik/mitteilungen


20 Antworten auf „Münkler-Watch 11: Revolution und Rebellion“


  1. 1 Leser 29. Juni 2015 um 23:49 Uhr

    Das ist die Partei für Soziale Gleichheit, nicht die Partei für Soziale Gerechtigkeit.

  2. 2 einEinwand 30. Juni 2015 um 9:47 Uhr

    Zu „Revolution und Fortschritt“:
    Hier liegt Herr Prof. Münkler bedingt richtig und bedingt falsch.
    In der Französischen Revolution und der Tunesischen Revolution
    wurden Monarchien/Diktaturen tatsächlich überwunden.
    Es kam zum institutionellen Umbau der Politorgane und
    zur Erneuerung der Judikative.
    Damit war es dann langfristig auch kein bloßer Austausch von
    Führungspersonal.
    Auch wenn in der französischen Revolution alle möglichen
    monarchischen Erbfolgkandidaten und -kandidatinnen einem Holocaust zum Opfer
    fielen, hat der Wandel zur Republik das Maß an Initiativkriegen
    hinsichtliche Frequenz, Dauer, Intensität und Brutalität
    im Verhältnis zu den militärisch möglichen Optionen stark eingegrenzt. Der Algerien-krieg, Vietnamkrieg und die
    heutigen kleinen Missionen in Afrika, sind mit den
    Europäischen Napoleonischen Kriegen nicht zu vergleichen und
    selbst diese waren lediglich Nachwehen einer verletzten
    imperialen Hegemonialelite, die ihren moralischen Machtanspruch
    sich selbst bereits abgesagt hatte und ihn lediglich
    ökonomisch und geostrategisch zu begründen versuchte.

    In Ägypten hingegen oder in den Marionettenstaaten(z.B. Irak) kam es meist
    wirklich nur zum Austausch unterschiedlichen Führungspersonals.
    Aber auch hier findet eine politische Drift statt.
    Ägypten ist aber latent durch den IS bedroht und der IS
    selbst hat auch keinen klaren König/Diktator-bis jetzt.

    Also diese Aussage Münklers ist historisch unzureichend.

    Die Bedeutung wirtschaftlich-industrieller Revolutionen
    mit dem Zielen der Kosteneinsparung unter dem Preis
    der Arbeitskräftedesintegration zwecks Wahrung des Eliten-Finanz-vorsprungs führt tatsächlich nur zum Austausch von
    Führungspersonal.
    Auf Konzerne und ihre Innovationsrevolutionen und ihr
    Führungspersonal könnte diese These Münklers weiter erörterungsfähig sein, weil hier viel weniger strukturell
    neu organisiert werden kann, da u.a.der Ökonomiezwang,
    die gesetzlichen Reglementierungen, die Compliance,
    der Konkurrenzdruck und die Vorauslese
    des Führungsnachwuchses Grenzen setzen.

  3. 3 Dan 30. Juni 2015 um 11:25 Uhr

    Guten Tag!

    Mit viel Freude stelle ich fest, dass der Aufwand, den Sie betreiben, um Herr Münckler zu verunglimpfen, zweifelsohne dazu führt, dass vieles, was er Ihnen vermitteln möchte, hängenbleibt.
    Gratulation.
    Das lenkt leider nicht von der Tatsache ab, dass Sie, als BetreiberInnen dieses Blogs einfach nur feige Würstchen sind.
    Sich in der Anonymität des Internets zu verstecken und dem Angegriffenen keinerlei Chance zu lassen, sich zu rechtfertigen, zeugt von mangelndem Charakter.
    Sich darauf zu berufen, dass eventuelle Repressionen zu befürchten seien, oder zukünftige Arbeitgeber abzuschrecken, ist keine Entschuldigung, sondern ist einfach nur ein Zeichen von nicht vorhandenem Rückgrat.
    Wer daran interessiert ist, ernsthafte Diskussionen zu betreiben spricht und streitet mit dem Prof. von Angesicht zu Angesicht.

    Wenn sie als StudentInnen fürchten, wegen des Streits mit einem einzelnen Dozenten, ihre „Karriere“ zu versauen, trauere ich hier schon um ihren Seelenfrieden.
    Es ist um den Willen, wirklich etwas zu verändern offensichtlich nicht all zu gut bestellt.
    Meckern kann jeder. Offen Kritik zu äußern kostet Mut.

    Übrigens finden sich von der offenen Diskussion auch keine Spuren im Internet, die Arbeitgeber entdecken könnten.

    Viel Spaß an der HU!

  4. 4 Administrator 30. Juni 2015 um 11:47 Uhr

    Lieber Dan,
    vielen Dank, dass Sie sich Sorgen um unseren Seelenfrieden machen. Doch können Sie mir erklären, was Sie gegen Wiener Würstchen haben?

    Mit freundlichen Grüßen

    Caro Meyer

  5. 5 Dan 30. Juni 2015 um 12:20 Uhr

    Die Stoßrichtung meines Argumentes dürfte klar sein. Daher sehe ich von weiteren Postings ab und steige auch nicht auf getrolle ein.
    Aber grüßen Sie doch Herr Rüb ganz lieb. Mit dem haben wir hier zu seiner Hamburger Zeit fleißig diskutiert, ohne uns hinter der Tastatur zu verstecken.

    Stehen Sie für ihre Überzeugung auf.
    Der Schaden, den Sie befürchten ist geringer als der, den Sie sich selbst antun, wenn Sie weiter im Netz den Denunzianten spielen und später dafür schämen.

  6. 6 Weiße Mehrheit 30. Juni 2015 um 17:03 Uhr

    Also ich gehöre zu dieser bösen weißen Mehrheit: Männlich, 28 Jahre, Jurist, gutes Einkommen, heterosexuell, evangelisch-lutherische Konfession, CDU-Stammwähler, bürgerliche Elite halt. Und ich muss sagen: ich finde es geil, so richtig geil, einfach keine Rücksicht auf „Gender“-Kram, Alltagsrassismus, Kapitalismusgedöns oder Minderheitengesülz zu nehmen. Mir geht es gut, das reicht ;-) Ob sich ein Schwarzer gestört fühlt, dass ich „Neger“ sage (das „N-Wort“) interessiert mich nur periphär. Ich würde es jedoch niemals in Gegenwart eines Schwarzen verwenden, da ich wüsste, dass dies respektlos ihm gegenüber sein könnte. Ich meine viele denken so wie ich (nicht alle!)

    Jetzt meine Frage: Bin rassistisch, sozusagen ein schlechterer Mensch, weil mir das alles am Allerwertesten vorbei geht? Ich bin eigentlich gesetztreu, zahle meine Steuern, halte an der roten Ampel.

    irgendwie hat mir dieser Blog Herrn Münkel erst so richtig näher gebracht. Je mehr ich von ihm lese, um so mehr denke ich: toller Typ, schert sich genauso nicht um das Zeug!
    In dem Sinne: Go Herfried, go Herfried!

    Über eine Antwort würde ich mich freuen!

  7. 7 Administrator 30. Juni 2015 um 21:35 Uhr

    @ Weiße Mehrheit: Wenn Du dich ernsthaft mit der Frage, in wie weit Du durch dein Verhalten rassistische Verhaltensweisen reproduzierst, auseinandersetzen möchtest, geh in die Bibliothek deiner Wahl und lass dich da beraten.

  8. 8 Nero 01. Juli 2015 um 9:15 Uhr

    Ich habe heute morgen auf dem Weg zur Arbeit im Autoradio ein Interview mit Herrn Prof. Münkler im Deutschlandfunk zur politischen Krise in der Europäischen Union gehört und finde, der Mann ist brilliant!

    Inwieweit Eure Kritik zutrifft, kann ich nicht beurteilen, da ich nicht in seiner Vorlesung sitze. Grundsätzlich finde ich eine kritische Begleitung durch Euch aber gut.

    Und ich kann euer Dilemma irgendwie verstehen: In der direkten Konfrontation würde Euch der Professor so was von an die Wand reden. Aber vielleicht hat Ihr auch nur Angst, seine Argumente könnten überzeugen?

    Leider zeigt sich hier schnell die eklatante Schwäche anonymer Kritik. Sie bleibt selten sachlich und wird schnell instrumentalisert. So verselbstständigt sich das Ganze und ein Shitstorm jagt den nächsten, obwohl es am Anfang gut gemeint war.

    Ich will Euch gerne sagen: „Entspannt euch!“ wie der Tübinger OB in einem lesenswerten Beitrag für die FAZ kürzlich schrieb.

    Gerade in der Politikwissenschaft muss ein Professor Ecken und Kanten haben, an denen man sich abarbeiten kann wie hier schon ein Vorredner geschrieben hat! Oder: Wo gehobelt wird fallen auch Spände.

  9. 9 Weiße Mehrheit 01. Juli 2015 um 11:03 Uhr

    @ Administrator: Erstmal vielen Dank, dass ihr (bzw. du)geantwortet habt. Finde ich klasse.
    Das man sich mit dem Thema Jahre lang intensiv auseinandersetzen kann – unbestritten.

    Meine Frage möchte ich dahingehend präzisieren: Sind das nicht alles Petitessen? Oder: Who cares? So lange sich die Menschen in einer Gesellschaft an die Regeln halten, ist doch ein Grundkonsens des Zusammenlebens gegeben. Darüber hinaus ist bzw. extremer Rassismus durch das Gesetz pönalisiert, z.B. Volksverhetzung oder Beleidung, bzw. mit zivilrechtlichen Folgen (siehe AGG)belegt.

    Meine These: bis zu einer gewissen Schwelle muss (und kann) eine Gesellschaft latenten Rassismus aushalten, ohne dass sie Schaden nimmt. Dahingehende Äußerungen sind ohne Zweifel von Art. 5 GG gedeckt. Zumal eine Demokratie von einer pluralistischen Meinungsvielfalt profitiert. Vorausgesetzt das gesetzliche Bestimmungen eingehalten werden! Insofern macht euch doch mal locker, was so die Meinung anderer angeht.

  10. 10 Antithese 01. Juli 2015 um 22:28 Uhr

    @WeißeMehrheit

    Also erst einmal, ob Sie wirklich für die Mehrheit stehen,
    ist nicht wissenschaftlich erwiesen.
    Und auch die Mehrheit darf die Meinungsfreiheit des Einzelnen
    nicht unterbinden.

    Und genauso wie Herr Prof. öffentlich polemisiert,
    genauso dürfen es auch andere.

    Keine Indoktrination der Student_innen- nur Wissensvermittlung.
    Offenlegung aller politischen Beraterengagements im Sinne
    der Transparenz zur Dechiffrierung der Verbindungen zwischen
    Professorenamt, Politik und anderen Lobbies.

    Er bleibt nicht unwidersprochen, denn das könnte als stiller Konsens oder Konformismus gewertet werden und damit
    als geduldete Legitimation für militäridiotische Ambitionen oder anderen folgenschweren Wahnsinn.
    PS: Der Begriff „genial“ ist schon so häufig vergewaltigt
    worden, dass er eigentlich bereits zur Hülse der Plattitüdisten
    verkommen ist.
    Niemand ist vor Irrtümern gefeit, aber wenn es dann das Schicksal anderer angeht, ist es keine Privatsache mehr.

  11. 11 Narino 04. Juli 2015 um 23:27 Uhr

    Ich habe einige Texte von euch gelesen und muss sagen, dass die HU wirklich ein Rassismusproblem hat. Das kann ich als PoC behaupten. Und ich kann es ganz klar bestätigen: Es gibt an der HU Rassismus – auch unter den Studenten. Mir ist aufgefallen, dass Münkler gute Beziehungen zu Medien hat und es ist erschreckend und peinlich, dass viele Medien zu ihm halten und inhaltlich nicht tiefer gehen und sich daran abdiskutieren, warum die Blogbetreiber anonym bleiben wollen. Das ist total unwichtig, denn es geht hier um die Inhalte. Die HU sollte diese Kritiken wahrnehmen und wertschätzen. Die HU sollte sie vor allem ernst nehmen, denn sie ist eine Bildungsinstitutionen, in der Wissen produziert wird. Und das sollten nicht nur Weißen, Privilegierten zustehen, die dann Wissen über PoC produzieren, um dadurch ihre Vorteile zu erhalten. Es ist eine Schande für eine Universität, dass sie so mit kritischen Studenten umgeht. Stattdessen sollte sie sich darauf konzentrieren, die HU zu einem Ort zu machen, wo alle willkommen sind. Es ist total gut, das Münkler-Watch darauf aufmerksam macht und einen Professor auffordert, selbstkritisch zu sein und seine eigene privilegierte Stellung zu reflektieren. Aber dieser scheint wie ein kleines Kind zu sein und wirkt sehr stur. Ich hätte mir von einem Professor einer sogenannten Elite-Universität eine angemessenere Reaktion erhofft, die diesem Thema gerecht wird. Aber der denkt, dass es vordergründig nur um ihm ginge, aber ich glaube, es geht um institutionellen Rassismus und darum in einer Gesellschaft zu leben, in der alle respektvoll miteinander umgehen und dieselben Möglichkeiten erhalten, an der Gesellschaft teilzunehmen.

    @ Weiße Mehrheit Eigentlich wollte ich zu deiner Bemerkung nichts antworten, aber ich finde dein Kommentar dermaßen komisch, dass ich nun doch was schreiben muss: Du hast bestimmte Privilegien, die es dir einfacher machen, in der deutschen Gesellschaft zu leben. Und auf jeden Fall solltest du dich dafür einsetzten, dass alle Menschen in Deutschland die Möglichkeit erhalten, wie du erfolgreich zu studieren und Geld zu verdienen. Es ist wichtig, dass man seine eigenen Privilegien erkennt und sie für alle Menschen einfordert. Das kann man auf verschieden Art und Weise tun: z.B. indem man die Aktion von Münkler Watch nicht ins Lächerliche zieht, sondern inhaltlich argumentiert. Und es ist hirnrissig zu glauben, dass ein wenig Rassismus der HU nicht schlecht tue. Das zeigt, dass du als privilegierte Person überhaupt keine Ahnung von diesem Thema hast. Denn deine Anwort wäre dann eine ganz andere: nämlich, dass Rassismus überhaupt nicht etwas ist, was man akzeptieren muss. Also hör auf deine seltsamen Thesen hier zu verbreiten :-)

  12. 12 simpleSichtweise 05. Juli 2015 um 4:31 Uhr

    Die Ausführungen Herrn Prof. Münklers über Rebellion und Revolution scheinen mir
    mehr sehr aus der äußeren Sichtweise auf die Rebellen oder
    auf die Revolutionäre und ihrer direkten Kontrahenten geeicht zu sein.
    Diese Sichtweise verführt zum Glaube an die Beherrschung
    der Gestaltbarkeit der Umstände durch die handelnden
    Konfliktpartner.
    Und natürlich können die Hegemone ganz verschiedener
    Machtgattungen angehören.

    Es fehlt die Sichtweise des Hegemons gegen dessen
    Unterhegemon rebelliert oder revoltiert wird
    und die Sichtweise der Gegensystemhegemone und der
    Revolutionen und Rebellionen in Gebieten außerhalb
    jeglicher Hegemonialsphäre.
    Das Amalgam an dynamisch sich entfestigenden oder radikalisiert
    verfestigten Machtgruppierungen und ihre Entwicklungsgesetze
    bleiben unzureichend umrissen.
    Der Aufstand nahezu aller Revolutionen und aller erfolgreichen
    Rebellionen ist ohne die Unterstützung von Gegenhegemonen
    nicht möglich!

    Die tatsächliche Situation ist sehr viel komplexer, als
    es Herr Prof. Münkler skizziert.

  13. 13 Weiße Mehrheit 06. Juli 2015 um 17:24 Uhr

    @Narino: Danke, für deinen Kommentar. Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Ich habe nicht gesagt, das ein „bisschen Rassismus“ der HU gut tuen würde.

    Meiner Ansicht nach ist „Rassismus“(Was auch immer jeder von uns darunter versteht)bis zu einer gewissen Erheblichkeitsschwelle einfach nicht von Relevanz. So wie man über verschiedene Themen halt unterschiedliche Auffassung haben kann (Homosexualität und Adoption z.B), ohne das die eine oder andere Meinung gleich verboten
    gehört.

    Beispiel: Aus juristischer Sicht halt ich die fehlende Möglichkeit nicht verfassungskonform, mit meinem christlichen Menschenbild ist jedoch eine Adoption durch ein gleichgeschlechtliches nicht vereinbar. Das mag man diskriminierend empfinden, homosexuelle Menschen vielleicht auch verletzen, vielleicht fällt es ja auch unter die wissenschaftliche Definition von Diskriminierung. Indes: Eine solche Äußerung ist unzweifelhaft von Art 5 GG umfasst und muss hingenommen werden. Nicht jede Form von Diskriminierung und Rassismus ist erheblich.

    Zum Punkt Privilegien: Und es ist auch schon jammern auf hohen Niveau, wenn „weißen“ Menschen vermeidliche Privilegien zu erkennen möchte: jeder, der über eine Hochschulzugangsberechtigung hat, kann sich an einer Hochschule einschreiben (N.C. abgesehen) und hat somit Zugang zur Bildung. Bafög kann ggf. auch jeder beantragen, bzw. die Schwierigkeiten die damit zusammen hängen, treffen Menschen jeglicher Hautfarbe.

  14. 14 Administrator 06. Juli 2015 um 21:08 Uhr

    @Weiße Mehrheit:
    Nimm den Tip mit der Bibliothek mal bitte ernst.

    Auf der Startseite ist gerade ein Text, der lang und breit erklärt, was das Problem an „einem klein bisschen Rassimus“ ist und warum das überhaupt nicht unerheblich ist.

    Warum postest Du hier eigentlich, wenn Du die Texte nicht ließt und dich auch ansonsten offensichtlich nicht mit dem Thema auseinadersetzen möchtest?

    Grüße
    Caro Meyer

  15. 15 Georg Schuster 07. Juli 2015 um 5:23 Uhr

    Soeben ist in der Online-Zeitschrift „AUSWEGE – Perspektiven für den Erziehungsalltag“ eine kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten der Vorlesung Prof. Münklers und ihrer Kommentierung durch die Münkler-Watch erschienen:

    Eine Vorlesungskritik – revisited, Teil 3
    Die Münkler-Watch: Ein anti-chauvinistisches Vorhaben wird zum Mitschriften-Service

    http://www.magazin-auswege.de/2015/07/die-muenkler-watch/

  16. 16 Narino 07. Juli 2015 um 14:16 Uhr

    @ „weiße mehrheit“

    (Deine vorsintflutlichen Aussagen bilden meiner Meinung nach nicht die Mehrheit ab, aber egal…)

    Ich weiß auch nicht, warum du jetzt mit den Paragraphen zur freien Meinungsäußerung kommst – es geht hier nicht um eine juristische, sondern um eine ethische Diskussion. Natürlich kann Münkler viel sexistisches, rassistisches und anderes reaktionäre Gedankengut verbreitene, ohne sich damit der Volksverhetzung schuldig zu machen und somit die Grenzen der freien Meinungsäußerung zu überschreiten. Aber gleichtzeitig ist es eine gesellschaftliche Verantwortung, sich derlei Äußerungen entgegenzustellen. Du redest ja vom Pluralismus, der es allen Menschen erlauben soll, ihre Gedanken zu äußern – aber zum Pluralismus gehört eben auch die Vielzahl von Stimmen. Die Stimme vom Münkler-Watch-Team ist dabei sehr wichtig, weil sie sich unter dem Deckmantel der Wissenschaft geäußerten Ismen entgegenstellt, den Sprecher kritisiert und an seine gesellschaftliche Verantwortung als Lehrender an einer Universität erinnert. Man sieht den Erfolg ja an der Reaktionen von Münkler, der jetzt stärker darauf achtet, was er von sich gibt und wie. Das sollte sich jeder fragen, denn jeder Sprechakt hat eine Wirkung auf die Realität. Denk dich mal für einen Moment aus deiner privilegierten Position heraus und überleg, wie es wäre als PoC (Person of Colour) in so einer Vorlesung zu sitzen, wo politische Theorie als weiße Theorie präsentiert wird. Wahrscheinlich hättest du es aber auch gar nicht auf die Uni geschafft, weil unser Bildungssystem dich schon lange vor dem Erwerb der Hochschulreife ausgesiebt hätte und wenn du es doch geschafft hättest, dann wärst du erschrocken über die von dir als „unerheblich“ kleingeredeten Alltagsrassismen, die dir das Studium erschweren. Unterhalte dich mal mit PoC an der Uni und steig von deinem hohen Ross der „weißen Mehrheit“ herunter und du wirst vielleicht ein besseres Verständnis davon erhalten, was Pluralismus bedeutet und wie wichtig es ist, dass Gruppen wie Münkler-Watch eine Gegenöffentlichkeit schaffen. Und nochmal: Es ist total egal, wer diese Menschen sind. Ich meine was hat Münkler davon, wenn er die Aussagen einem Gesicht zuordnen kann. Wirklich, ich verstehe es nicht. Er sollte sich viel mehr damit auseinandersetzten, seine Privilegien zu erkennen und die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Das gleiche möchte ich auch dir ans Herz legen. Über Kriege reden kann er, aber eine solch dringliche und wichtige Auseinandersetzung führen kann er nicht. Was ist das für ein verwöhnter Kriegstheoretiker …

    Ich hoffe, du wirst auch ein besserer Mensch…

  17. 17 simpleSichtweise 08. Juli 2015 um 6:32 Uhr

    Hallo Münkler watch,
    ich hatte im späteren Verlauf am 5. Juli 2015 noch einmal
    zwei Posts abgeschickt, wovon nur die Unterstrichene wirklich
    die Gütlige war, da eine Zeile Text in den falschen
    Absatz gerutscht war.
    Ich würde mich freuen, wenn dieser Text hier auch veröffentlicht würde.
    Ihr müßt ja diesen Teil meiner Ansichten nicht bejahen.
    Ihr laßt ja auch sonst Andersdenkende zu Wort kommen, so
    wie es in der Wissenschaft nötig wäre.
    Wenn ich Eurer Meinung nach falsch liege, habe ich kein Problem
    mit Gegenmeinungen.
    Alle meine darin gemachten Aussagen gelten für den Fall der
    Beibehaltung der Staatsgrenzen.
    Ich wollte nicht nur Herrn Prof. Münklers inhaltiche Schwächen
    dieser einen Vorlesung erläutern(erledigt), sondern eben auch in Kurzfassung meine Sichtweise darlegen(nicht publiziert).
    Also Mut zum Meinungspluralismus und zur Resonanz.
    Wenn Ihr allerdings noch an Eurer Antwort arbeitet, verstehe ich das selbstverständlich.
    Viel Glück weiterhin.

  18. 18 VieleChancenAufVerbesserung 10. Juli 2015 um 2:43 Uhr

    Sollte man nicht in einer Vorlesung, in der die Revolution
    und die Rebellion besprochen wird eine Abgrenzung
    zum Putsch vornehmen?

    Putsche kommen doch auch häufig eben als Rebellion
    oder Revolution daher oder versuchen eine basisdemokratische
    Rückendeckung dem Anschein nach oder tatsächlich zu erringen.

    Auch hier wird meist auf eine gewaltsame Übernahme der politischen Macht gedrungen.
    Bei Putschen werden dann meist aber die judikativen und
    exekutiven Institutionen gleichgeschaltet und dem personellen
    Geheiß der Putschistenführer untergeordnet.

    Bei demokratischen Revolutionen werden natürlich auch hier Neuernennungen vollzogen, aber ein selbstständiger Organismus
    der Exekutive und Judikative wird aufgebaut.
    Die Gewaltenteilung wird bei demokratischen Revolutionen sichergestellt.

    Eine trennscharfe Unterscheidung zwischen einer demokratischen
    Revolution, eine gegen Verarmung/Bevormundung/Rechteverlust/Bedrohung vollzogene Rebellion und eine schlagartige eliten-und gruppenspezifisch konzentrierte Machtakkumulation
    oder Machtwechsel wäre gerade in dieser Vorlesungsreihe
    unbedingt einzufordern.
    Der unterschiedlich gerichtete Einsatz von Gewalt als Durchsetzungsmittel kann dabei nicht der einzige Aufhänger sein! Denn der Einsatz von Gewalt hat letzlich auch eine
    Paralyse- und Blendfunktion, natürlich aber auch eine wesentliche Konkurrentenvernichtungskomponente. Doch
    bei Revolutionen und Putschen geht es im Kern
    um die Übereignung der Macht über die Mehrheit der Bevölkerung
    und den Austausch der zentralen Funktionsstellen im Staat
    und Suprastaat-bei einer Rebellion noch nicht.
    Politikwissenschaftler sollen das politische Geschehen kompetent
    analysieren können, das ist ohne eine detaillierte Unterscheidung von Putsch und Revolution nicht möglich.
    Ich meine, es gibt auch den gewaltfreien und sogar den unbewußten Putsch durch provozierte Dauernotstände mit Sonderermächtigungen!
    Der Grad der Totalität der Macht auf ein Machtherrschaftsgebiet
    direkt und mit der jeweiligen Durchsetzungsbürokratie weist
    unterschiedliche Charakteristiken auf und
    bleibt in Herrn Prof. Münklers Vorlesung noch zu angedeutet.

    Der Tyrannenmord hätte ebenfalls hierbei unbedingt erläutert werden müssen.
    Intuition,Zitate und Anreihungen von wichtigen Persönlichkeiten
    ersetzen kein Handwerkszeug.

    Die Bedeutung von Leidmythen, Heldenmythen historischer Wirklichkeit, Errettungssehnsüchten, Bildungsgrad und
    Autonomiegrad der Bevölkerung, das Waffenrecht(siehe USA zur
    Diktaturvorbeugung), die Armeeorganisation, Gerichts-
    und Polizeiorganisation weisen in den unterschiedlichen Herrschaftssystemen spezifische Schwachpunkte
    für Putsche auf.
    Revolutionen sind meist Gegenantworten auf friedliche
    oder offen gewalttätige Putsche.
    Die Rolle der Medien und Religionen in dieser Thematik
    blieb völlig unerwähnt.

  19. 19 Tom 15. Juli 2015 um 12:22 Uhr

    Ihr seid selbstgefällige kleine Schmarotzer die sich in der Anonymität verstecken.

    Was für loser, aber sonst würdet ihr nicht Links sein.

  20. 20 Michel 15. Juli 2015 um 22:51 Uhr

    Dem schließe ich mich an Tom!

    Wahrscheinlich studiert ihr im 30 Semester Pferdewissenschaften oder sonst eine Pseudowissenschaft und beklagt euch dann, dass das „System“ keinen Platz für euch hat.

    Wenn ihr Mut hättet, würdet ihr mit Herrn Münkler das Gespräch suchen aber diese Aktion ist feige und befriedigt nur euer Ego, da ihr ja die Gutmenschen seid.

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


− vier = fünf