hu.blogsport.de Comments http://hu.blogsport.de Sat, 09 Dec 2017 11:15:52 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 by: Stephan Carstensen http://hu.blogsport.de/2015/07/08/muenkler-watch-13-religion-und-politik/#comment-726 Tue, 25 Aug 2015 11:38:42 +0000 http://hu.blogsport.de/2015/07/08/muenkler-watch-13-religion-und-politik/#comment-726 Würde den Beitrag gerne lesen, spreche aber nur Deutsch. "Christ_innen" ist leider kein Deutsch. Ich empfehle noch einmal zurück in die Grundschule zu gehen. Danach und mit ausreicheneden Deutsch-Kenntnissen darf dann gerne wieder studiert werden. Danke. Würde den Beitrag gerne lesen, spreche aber nur Deutsch. „Christ_innen“ ist leider kein Deutsch. Ich empfehle noch einmal zurück in die Grundschule zu gehen. Danach und mit ausreicheneden Deutsch-Kenntnissen darf dann gerne wieder studiert werden. Danke.

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by: handsom http://hu.blogsport.de/2015/07/08/muenkler-watch-13-religion-und-politik/#comment-725 Thu, 20 Aug 2015 17:41:38 +0000 http://hu.blogsport.de/2015/07/08/muenkler-watch-13-religion-und-politik/#comment-725 Immer wieder schöne Kommentare/Diskussionen/Analysen hier. Auch wenn alles ziemlich heftig ist, finde ich es gut. Demokratie ist fuer mentale stabile Personen (nicht für die InStabilen.. ha ha). Alles zu akzeptieren was geschrieben wird, ist mein Ding (na ja.. was aus meine Römisch-Katolisch Erziehung rausgekommen ist). Wenn Muenkler sich in der Gesellschaft mit Brust nach Vorne reinwirft (und ein dickes Gehalt kassiert?), geht das ja nicht ohne Schmerzen/Nebeneffekte: its part of the game wenn er dafuer auseinander genommen wird. Sowieso: wie in meinem Unternehmen, habe ich schon Chefs gehabt die versucht haben alles richtig nach "Chef-Arbeitsanweisung" zu arbeiten und ich habe sie nicht gemocht (Einige andere schon). Das "Mögen" muss man auch nicht diskutieren (dafür sind die Sensoren und die Intelligenz und die Soziale-Kompetenz zwischen Menschen zu unterschiedlich). Wenn das Meunkler-Un-Mögen hier erklärt wird, ist es ok. Aber Achtung: die Chefs die ich nicht mochte konnten das auf meinem Gesicht sehen, ich mochte sie nicht. Also meine Empfehlung: verlassen Sie die Uni weil Muenkler wird sehen wer ihn mag und dann bestrafen was euer Leben erschweren wird. Ich wuensche mich jetzt ein Blog hier "Liebe und Bewunderung für Muenkler"... Immer wieder schöne Kommentare/Diskussionen/Analysen hier. Auch wenn alles ziemlich heftig ist, finde ich es gut. Demokratie ist fuer mentale stabile Personen (nicht für die InStabilen.. ha ha). Alles zu akzeptieren was geschrieben wird, ist mein Ding (na ja.. was aus meine Römisch-Katolisch Erziehung rausgekommen ist). Wenn Muenkler sich in der Gesellschaft mit Brust nach Vorne reinwirft (und ein dickes Gehalt kassiert?), geht das ja nicht ohne Schmerzen/Nebeneffekte: its part of the game wenn er dafuer auseinander genommen wird. Sowieso: wie in meinem Unternehmen, habe ich schon Chefs gehabt die versucht haben alles richtig nach „Chef-Arbeitsanweisung“ zu arbeiten und ich habe sie nicht gemocht (Einige andere schon). Das „Mögen“ muss man auch nicht diskutieren (dafür sind die Sensoren und die Intelligenz und die Soziale-Kompetenz zwischen Menschen zu unterschiedlich). Wenn das Meunkler-Un-Mögen hier erklärt wird, ist es ok. Aber Achtung: die Chefs die ich nicht mochte konnten das auf meinem Gesicht sehen, ich mochte sie nicht. Also meine Empfehlung: verlassen Sie die Uni weil Muenkler wird sehen wer ihn mag und dann bestrafen was euer Leben erschweren wird. Ich wuensche mich jetzt ein Blog hier „Liebe und Bewunderung für Muenkler“…

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by: Jürgen http://hu.blogsport.de/2015/07/08/muenkler-watch-13-religion-und-politik/#comment-724 Mon, 10 Aug 2015 15:04:41 +0000 http://hu.blogsport.de/2015/07/08/muenkler-watch-13-religion-und-politik/#comment-724 Hallo Münklerwatcher, ihr seid das Holz aus der man eine Stasi aufbaut. Gratuliere! Andreas Bader & Co. hätten euch für den politischen Aufbau zur 'Überwindung des Schweinesystems' mit ins Boot geholt. Ihr hättet dann einfach ein neues Schweinesystem aufgebaut, mit dem kleinen Unterschied, daß es bei Haftstrafe dem Bürger verboten wäre es so zu nennen, stimmt's? So seid ihr Linke, so seid ihr schon immer gewesen. Auch Münklerwatch ist Schweinesystem. Hallo Münklerwatcher, ihr seid das Holz aus der man eine Stasi aufbaut. Gratuliere! Andreas Bader & Co. hätten euch für den politischen Aufbau zur ‚Überwindung des Schweinesystems‘ mit ins Boot geholt. Ihr hättet dann einfach ein neues Schweinesystem aufgebaut, mit dem kleinen Unterschied, daß es bei Haftstrafe dem Bürger verboten wäre es so zu nennen, stimmt’s?

So seid ihr Linke, so seid ihr schon immer gewesen.

Auch Münklerwatch ist Schweinesystem.

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by: Semikolon :) http://hu.blogsport.de/2015/07/08/muenkler-watch-13-religion-und-politik/#comment-722 Thu, 30 Jul 2015 21:47:38 +0000 http://hu.blogsport.de/2015/07/08/muenkler-watch-13-religion-und-politik/#comment-722 Um meine grundsätzliche Kritik an Münkler hier nochmal zu präzisieren, möchte ich exemplarisch auf folgende Veranstaltungsaufzeichnung hinweisen: https://www.youtube.com/watch?v=27ujkepqU0w Abgesehen von der fragwürdigen Tatsache, daß das Wissenschaftsforum des Bundestages die geladenen Teilnehmer mit einer 1-Man-Show zur Frage der bildungspolitischen Lehren und Wirkungen des WK1 berieselt und zwar ausgerechnet mit dem Politologen Münkler, obwohl man leicht den ganzen Saal mit ausgewiesenen deutschen Experten (vorwiegend Historikern) hätte füllen können, fällt mir auf, daß die Diskrepanz zwischen den einleitenden Worten des Moderators Schöler, der mehrfach das Leiden und die Zerstörungen des Krieges betont, die Verwüstungen quantitativ und qualitativ zumindest andeutet, und der soziotechnisch kalten Sprache Münklers, die das Leiden und den Horror des Krieges möglichst ausblendet, größer kaum sein kann. Besonders ärgerlich und auffällig wird das für mich in seiner 'theoretischen' Dichotomie von Frontkämpfertypen, dem 'Viktimisierten', also dem zum Opfer der Umstände und des Krieges gemachten Soldaten, der 'melancholisch' passiv in den Laufgräben und Unterständen das Trommelfeuer des Feindes erduldet, und dem 'Sakrifiziell Eingestellten', also dem mobil-agil eigenverantwortlich handelnden Soldaten, der mit 'Tapferkeit' als Stoßtruppkämpfer sich im Gefechtsfeld bewegen kann und daher für den Feind - statistisch meßbar - schwerer zu treffen sei und seine Überlebenschancen erhöhe. Münkler gibt in diesem Kontext die Parole aus, daß sich die 'Tapferkeit' im Kriege wie die Leistung im Zivilleben lohne. Abgesehen von der Münklerschen Taktik, hier durch seine typisch pseudowissenschaftliche Verschwurbelung die gemeinsame Semantik der Begriffe 'Viktimisierung' und 'Sakrifizialität' zu verdecken, nämlich den von der Armeeführung vom einfachen Soldaten abverlangten 'Opfertod für das Vaterland', einer ideologischen Grundkonstante als Ergänzung zur justiziablen und mit dem Tode bestraften 'Feigheit vor dem Feinde', ist diese Zweiteilung in 'Opfer' und 'Angreifer', in 'Depressive' und 'Mutige', in 'Feiglinge' und 'Tapfere' (Letztere vielleicht in einem Jüngerschen ästhetisch-heroischen Sinn von Münkler imaginiert) besonders irreführend und perfide. Nichts war in der voll mechanisierten Materialschlacht irrelevanter als die Mobilität oder die Position eines Soldaten. Manche Männer konnten vor den feindlichen Graben laufen, während alle Granatsplitter und MG-Salven an ihnen vorbeiflogen, während andere von Querschlägern weit hinter der Front beim Essenfassen erwischt wurden. Das Grundgefühl der Soldaten, gegenüber der Stochastik der Ballistik - oder: der Splitterwirkung - schutzlos zu sein, läßt sich nicht in verschiedene Soldatentypen qualitativ abstufen - und selbst ein Jünger krallte sich unter Trommelfeuer dreckfressend in die Erde und brach nach dem Volltreffer in seiner gerade marschierenden Kompanie erschüttert in Tränen aus, wie aus seinem Tagebuch hervorgeht, später 7-fach redigiert und buchstäblich 'geschönt'. Die Mechanik des maschinellen Krieges ließ und läßt nichts anderes zu und reibt sich mit dem einzigen Störfaktor und Fremdkörper des modernen Schlachtfeldes, dem fühlenden und leidenden Menschen, der durch Hierarchie, Militärgesetzgebung und die Sachzwänge der Waffentechnik zum (sinnlosen) Opfertod im Staatsauftrag genötigt werden soll. Genau diese Zusammenhänge interessieren Münkler überhaupt nicht, der stets die Perspektive und Sprache der Befehlenden einnimmt, als wäre er Teil des Hauptquartierstabs, aber niemals die Perspektive und Sprache der Befohlenen, die für ihn nur 'Zu Opfernde' sind, entweder 'feige' oder 'tapfer'. Das ist genauso zynisch und verlogen wie die Perspektive der französischen Generalität in Kubricks 'Wege zum Ruhm', den Münkler zwar im Kontext der Kriegsmeuterei (der Weigerung der Soldaten zum Sturmangriff) anführt, aber in seinen wesentlichen Botschaften tunlichst ignoriert: SINNLOSIGKEIT und UNDURCHFÜHRBARKEIT von Angriffen, die nur dem Geltungsdrang von eitlen Militärs zwecks Beförderung bei Cognac und Zigarre GESCHULDET sind, und die BESTRAFUNG VON UNSCHULDIGEN, die trotz 'Pflichterfüllung' standrechtlich erschossen werden, weil das Los es so entschieden hat und die 'Leistung' der Soldaten dem Kommandeur als ungenügend erscheint. Kubricks Film zeigt also die Struktur und Stratifikation der Macht im Krieg und ihre Konsequenzen für das Individuum, wo Münkler nur das geopolitische und 'systemisch Ganze' sehen will: Frontverläufe, Truppenbewegungen, Waffenwirkungen, Angriffspläne. Das entspricht eher dem Rückfall in die Zeiten der traditionell aseptischen Militärgeschichtsschreibung, die abstrakt genug ist, um die Leichenberge sprachlich zu kaschieren und als 'Verlust' abzuschreiben. Nur so ist es zu erklären, daß Münkler sich nicht zu schade ist, die Überlegenheit seiner 'spieltheoretischen Methoden' gegenüber der Hermeneutik der Quellen zu behaupten, so als ob Militärhistoriker nicht auch den soziologischen, stochastischen und simulativen Besteckkasten zur Verfügung hätten, gerade in der heutigen Zeit, wo der Computer die Logistik des Schlieffen-Plans spieltheoretisch bewerten und aufzeigen kann, daß die Kräfte auf der Rechten Flanke einfach nicht ausreichten, um eine Umfassungsschlacht gewinnen zu können, bei gleichzeitiger Unterschätzung des französischen Durchhaltevermögens und der Unterschätzung der eigenen Flankenempfindlichkeit, während Münkler wissen will, daß die Bayern unter dem Kronprinzen zu 'tapfer' gekämpft, die 'Tasche' für die Franzosen nicht aufgemacht und deshalb den Schlieffen-Plan vergeigt hätten. Münkler weicht der SCHULDFRAGE aus, die ihn zugegebenermaßen als 'Wissenschaftler' nicht interessiert, weil er sie für eine philosophische und theologische Frage hält, deren Beantwortung für die 'Wissenschaft' keine Relevanz habe, dabei mißachtend, daß Philosophie und Theologie genauso hermeneutisch und logisch operieren und argumentieren wie die Politologie oder die Geschichtsschreibung, wie alle HUMANWISSENSCHAFTEN, die den Menschen in seiner seelischen Dimension zum Forschungsgegenstand haben. Er wirft dem Historiker Fischer und seinen 'Adepten' wie Volker Ullrich vor, daß sie Opfer eines deutschen Schuldkomplexes seien, bei Fischer vor allem durch seine Verstrickung in den NS ausgelöst, verschweigt aber, daß er selbst ein Adept nazifizierter Raumordnungstheorien Schmitts ist, wie sprachlich und konzeptuell immer wieder durchscheint. Dabei ist leicht zu erkennen, warum Münkler mit dem ethischen Begriff der Schuld nichts zu tun haben will, obwohl auch er - angesichts der vielleicht zu zahlreichen skeptischen Blicke im Publikum - zugeben muß, daß die Hauptverantwortung für den Ausbruch des WK1 beim Deutschen Kaiserreich zu finden ist, und nichts anderes hatte Fischer als These 1961 vorgebracht. Die Ethik mit ihren religiösen, verhaltensregulativen und rechtstheoretischen Implikationen - zum Beispiel den Fragen des Tötens, des Angriffskrieges und des Kriegsverbrechens - ist ein großer Stolperstein für jeden, der die Geschichte UMschreiben will, um die Nachgeborenen wieder zu mehr 'militärischer Verantwortung in der Welt' zu erziehen und an Einsätze der Bundeswehr als Berufsarmee neuen Typs zu gewöhnen. Herr Münkler arbeitet daran. Das Fehlen expliziten Widerspruchs während der Veranstaltung gegen Münklers Weltkriegsdarstellung als Abfolge von militärstrategischen und waffentechnologischen Fehlschlägen und Highlights, alles von Münkler als 'spannend' empfunden, aus denen die Jetztzeit politischen Nutzen durch die 'richtigen Lehren' ziehen solle, läßt nichts Gutes ahnen. Kurz nach dem Kriegsende 1918 formierten sich pazifistische Kräfte, die ihre menschliche Leiderfahrung mit der Forderung an Politik und Gesellschaft verknüpften: 'Nie wieder Krieg!' Es formierten sich aber auch die Kräfte der Konservativen Revolution und des NS, die den Feind erst im Inneren als dolchstoßenden und kulturzersetzenden 'Vaterlandsverräter' zu erkennen und später im Inneren und Äußeren als überall identifizierten 'Juden' des Finanzkapitals und Bolschewismus zu bekämpfen glaubten. Carl Schmitt gehörte zu den Kräften, die das Feindbild und den Krieg als staatliche Option theoretisch schärfen und festschreiben wollten. Fritz Fischer gehörte auch zu denen, die Vorträge über die 'zersetzende Kraft des Internationalen Judentums' hielten. Aber beide zogen nach WK2 wohl unterschiedliche Konsequenzen: Schmitt verbitterte in der neuen Demokratie und flüchtete sich in seine imperiale und mythisch raunende Geschichtstheologie, während Fischer unter dem Eindruck der aufbrechenden seelischen Verkrustung und Panzerung, dem kulturellen Tauwetter der 1960er Jahre, sich neue Fragen an die Deutsche Geschichte stellte - und beantwortete. Münkler ergreift Partei für Schmitt - und gegen Fischer. In welcher Bildungspolitik und Kriegspraxis das endet, sehen wir jetzt schon. Die öffentlichen Forderungen seines Uni-Kollegen Baberowski nach einer Totalen Kriegsführung, die sich den Erfordernissen verbrecherischer Kriege umstandslos anpaßt, sind als moralische Testballons zu verstehen. Und der Staat, der über Bürokratie, Armee und Polizei zunehmend Krieg gegen Bürger und Zivilisten vorbereitet oder schon führt, sei es in Afghanistan, im Mittelmeer oder im eigenen Land, wandelt sich in einen Obrigkeitsstaat im Schmittschen Sinn. Um meine grundsätzliche Kritik an Münkler hier nochmal zu präzisieren, möchte ich exemplarisch auf folgende Veranstaltungsaufzeichnung hinweisen:

https://www.youtube.com/watch?v=27ujkepqU0w

Abgesehen von der fragwürdigen Tatsache, daß das Wissenschaftsforum des Bundestages die geladenen Teilnehmer mit einer 1-Man-Show zur Frage der bildungspolitischen Lehren und Wirkungen des WK1 berieselt und zwar ausgerechnet mit dem Politologen Münkler, obwohl man leicht den ganzen Saal mit ausgewiesenen deutschen Experten (vorwiegend Historikern) hätte füllen können, fällt mir auf, daß die Diskrepanz zwischen den einleitenden Worten des Moderators Schöler, der mehrfach das Leiden und die Zerstörungen des Krieges betont, die Verwüstungen quantitativ und qualitativ zumindest andeutet, und der soziotechnisch kalten Sprache Münklers, die das Leiden und den Horror des Krieges möglichst ausblendet, größer kaum sein kann.

Besonders ärgerlich und auffällig wird das für mich in seiner ‚theoretischen‘ Dichotomie von Frontkämpfertypen, dem ‚Viktimisierten‘, also dem zum Opfer der Umstände und des Krieges gemachten Soldaten, der ‚melancholisch‘ passiv in den Laufgräben und Unterständen das Trommelfeuer des Feindes erduldet, und dem ‚Sakrifiziell Eingestellten‘, also dem mobil-agil eigenverantwortlich handelnden Soldaten, der mit ‚Tapferkeit‘ als Stoßtruppkämpfer sich im Gefechtsfeld bewegen kann und daher für den Feind – statistisch meßbar – schwerer zu treffen sei und seine Überlebenschancen erhöhe. Münkler gibt in diesem Kontext die Parole aus, daß sich die ‚Tapferkeit‘ im Kriege wie die Leistung im Zivilleben lohne. Abgesehen von der Münklerschen Taktik, hier durch seine typisch pseudowissenschaftliche Verschwurbelung die gemeinsame Semantik der Begriffe ‚Viktimisierung‘ und ‚Sakrifizialität‘ zu verdecken, nämlich den von der Armeeführung vom einfachen Soldaten abverlangten ‚Opfertod für das Vaterland‘, einer ideologischen Grundkonstante als Ergänzung zur justiziablen und mit dem Tode bestraften ‚Feigheit vor dem Feinde‘, ist diese Zweiteilung in ‚Opfer‘ und ‚Angreifer‘, in ‚Depressive‘ und ‚Mutige‘, in ‚Feiglinge‘ und ‚Tapfere‘ (Letztere vielleicht in einem Jüngerschen ästhetisch-heroischen Sinn von Münkler imaginiert) besonders irreführend und perfide. Nichts war in der voll mechanisierten Materialschlacht irrelevanter als die Mobilität oder die Position eines Soldaten. Manche Männer konnten vor den feindlichen Graben laufen, während alle Granatsplitter und MG-Salven an ihnen vorbeiflogen, während andere von Querschlägern weit hinter der Front beim Essenfassen erwischt wurden. Das Grundgefühl der Soldaten, gegenüber der Stochastik der Ballistik – oder: der Splitterwirkung – schutzlos zu sein, läßt sich nicht in
verschiedene Soldatentypen qualitativ abstufen – und selbst ein Jünger krallte sich unter Trommelfeuer dreckfressend in die Erde und brach nach dem Volltreffer in seiner gerade
marschierenden Kompanie erschüttert in Tränen aus, wie aus seinem Tagebuch hervorgeht, später 7-fach redigiert und buchstäblich ‚geschönt‘. Die Mechanik des maschinellen Krieges ließ und läßt nichts anderes zu und reibt sich mit dem einzigen Störfaktor und Fremdkörper des modernen Schlachtfeldes, dem fühlenden und leidenden Menschen, der durch Hierarchie, Militärgesetzgebung und die Sachzwänge der Waffentechnik zum (sinnlosen) Opfertod im Staatsauftrag genötigt werden soll. Genau diese Zusammenhänge interessieren Münkler überhaupt nicht, der stets die Perspektive und Sprache der Befehlenden einnimmt, als wäre er Teil des Hauptquartierstabs, aber niemals die Perspektive und Sprache der Befohlenen, die für ihn nur ‚Zu Opfernde‘ sind, entweder ‚feige‘ oder ‚tapfer‘. Das ist genauso zynisch und verlogen wie die Perspektive der französischen Generalität in Kubricks ‚Wege zum Ruhm‘, den Münkler zwar im Kontext der Kriegsmeuterei (der Weigerung der Soldaten zum Sturmangriff) anführt, aber in seinen wesentlichen Botschaften tunlichst ignoriert: SINNLOSIGKEIT und UNDURCHFÜHRBARKEIT von Angriffen, die nur dem Geltungsdrang von eitlen Militärs zwecks Beförderung bei Cognac und Zigarre GESCHULDET sind, und die BESTRAFUNG VON
UNSCHULDIGEN, die trotz ‚Pflichterfüllung‘ standrechtlich erschossen werden, weil das Los es so entschieden hat und die ‚Leistung‘ der Soldaten dem Kommandeur als ungenügend erscheint.

Kubricks Film zeigt also die Struktur und Stratifikation der Macht im Krieg und ihre Konsequenzen für das Individuum, wo Münkler nur das geopolitische und ’systemisch Ganze‘ sehen will: Frontverläufe, Truppenbewegungen, Waffenwirkungen, Angriffspläne. Das entspricht eher dem Rückfall in die Zeiten der traditionell aseptischen Militärgeschichtsschreibung, die abstrakt genug ist, um die Leichenberge sprachlich zu kaschieren und als ‚Verlust‘ abzuschreiben. Nur so ist es zu erklären, daß Münkler sich nicht zu schade ist, die Überlegenheit seiner ’spieltheoretischen Methoden‘ gegenüber der Hermeneutik der Quellen zu behaupten, so als ob Militärhistoriker nicht auch den soziologischen, stochastischen und simulativen Besteckkasten zur Verfügung hätten, gerade in der heutigen Zeit, wo der Computer die Logistik des Schlieffen-Plans spieltheoretisch bewerten und aufzeigen kann, daß die Kräfte auf der Rechten Flanke einfach nicht ausreichten, um eine Umfassungsschlacht gewinnen zu können, bei gleichzeitiger Unterschätzung des französischen Durchhaltevermögens und der Unterschätzung der eigenen Flankenempfindlichkeit, während Münkler wissen will, daß die Bayern unter dem Kronprinzen zu ‚tapfer‘ gekämpft, die ‚Tasche‘ für die Franzosen nicht aufgemacht und deshalb den Schlieffen-Plan vergeigt hätten.

Münkler weicht der SCHULDFRAGE aus, die ihn zugegebenermaßen als ‚Wissenschaftler‘ nicht interessiert, weil er sie für eine philosophische und theologische Frage hält, deren Beantwortung für die ‚Wissenschaft‘ keine Relevanz habe, dabei mißachtend, daß Philosophie und Theologie genauso hermeneutisch und logisch operieren und argumentieren wie die Politologie oder die Geschichtsschreibung, wie alle HUMANWISSENSCHAFTEN, die den Menschen in seiner seelischen
Dimension zum Forschungsgegenstand haben. Er wirft dem Historiker Fischer und seinen ‚Adepten‘ wie Volker Ullrich vor, daß sie Opfer eines deutschen Schuldkomplexes seien, bei
Fischer vor allem durch seine Verstrickung in den NS ausgelöst, verschweigt aber, daß er selbst ein Adept nazifizierter Raumordnungstheorien Schmitts ist, wie sprachlich und konzeptuell immer wieder durchscheint. Dabei ist leicht zu erkennen, warum Münkler mit dem ethischen Begriff der Schuld nichts zu tun haben will, obwohl auch er – angesichts der vielleicht zu zahlreichen skeptischen Blicke im Publikum – zugeben muß, daß die Hauptverantwortung für den Ausbruch des WK1 beim Deutschen Kaiserreich zu finden ist, und nichts anderes hatte Fischer als These 1961 vorgebracht. Die Ethik mit ihren religiösen, verhaltensregulativen und rechtstheoretischen Implikationen – zum Beispiel den Fragen des Tötens, des Angriffskrieges und
des Kriegsverbrechens – ist ein großer Stolperstein für jeden, der die Geschichte UMschreiben will, um die Nachgeborenen wieder zu mehr ‚militärischer Verantwortung in der Welt‘ zu erziehen und an Einsätze der Bundeswehr als Berufsarmee neuen Typs zu gewöhnen. Herr Münkler arbeitet daran. Das Fehlen expliziten Widerspruchs während der Veranstaltung gegen Münklers Weltkriegsdarstellung als Abfolge von militärstrategischen und waffentechnologischen Fehlschlägen und Highlights, alles von Münkler als ’spannend‘ empfunden, aus denen die Jetztzeit politischen Nutzen durch die ‚richtigen Lehren‘ ziehen solle, läßt nichts Gutes ahnen.

Kurz nach dem Kriegsende 1918 formierten sich pazifistische Kräfte, die ihre menschliche Leiderfahrung mit der Forderung an Politik und Gesellschaft verknüpften: ‚Nie wieder Krieg!‘ Es formierten sich aber auch die Kräfte der Konservativen Revolution und des NS, die den Feind erst im Inneren als dolchstoßenden und kulturzersetzenden ‚Vaterlandsverräter‘ zu erkennen und später im Inneren und Äußeren als überall identifizierten ‚Juden‘ des Finanzkapitals und Bolschewismus zu bekämpfen glaubten. Carl Schmitt gehörte zu den Kräften, die das Feindbild und den Krieg als staatliche Option theoretisch schärfen und festschreiben wollten. Fritz Fischer gehörte auch zu denen, die Vorträge über die ‚zersetzende Kraft des Internationalen Judentums‘ hielten. Aber beide zogen nach WK2 wohl unterschiedliche Konsequenzen: Schmitt verbitterte in der neuen Demokratie und flüchtete sich in seine imperiale und mythisch raunende Geschichtstheologie, während Fischer unter dem Eindruck der aufbrechenden seelischen Verkrustung und Panzerung, dem kulturellen Tauwetter der 1960er Jahre, sich neue Fragen an die Deutsche Geschichte stellte – und beantwortete.

Münkler ergreift Partei für Schmitt – und gegen Fischer. In welcher Bildungspolitik und Kriegspraxis das endet, sehen wir jetzt schon. Die öffentlichen Forderungen seines Uni-Kollegen Baberowski nach einer Totalen Kriegsführung, die sich den Erfordernissen verbrecherischer Kriege umstandslos anpaßt, sind als moralische Testballons zu verstehen. Und der Staat, der über Bürokratie, Armee und Polizei zunehmend Krieg gegen Bürger und Zivilisten vorbereitet oder schon führt, sei es in Afghanistan, im Mittelmeer oder im eigenen Land, wandelt sich in einen Obrigkeitsstaat im Schmittschen Sinn.

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by: Semikolon :) http://hu.blogsport.de/2015/07/08/muenkler-watch-13-religion-und-politik/#comment-721 Thu, 30 Jul 2015 20:49:41 +0000 http://hu.blogsport.de/2015/07/08/muenkler-watch-13-religion-und-politik/#comment-721 Na gut, @Orac, dann lehne Dich mal entspannt zurück. Davon will ich Dich auch garnicht abhalten, schon garnicht von eventuellen naturwissenschaftlichen Interessen und Perspektiven, die ja alle ihre Berechtigung haben, auch wenn natürlich in Äonen und Kosmologien gedacht und gefühlt JEDE menschliche Bemühung um Überhauptirgendetwas ziemlich nichtig sein muß, da gebe ich Dir Recht. Ich drücke es mal so aus: solange man nicht selbst im Folterkeller festsitzt, mit gebrochenen Rippen und Schnittwunden oder Schlimmerem, vielleicht einem ausgeschlagenen Auge, oder gezogenen Fußnägeln, oder Glasscherben im Rachen, ist der eigene Blick auf die Menschheit und sich selbst, vor allem seinen eigenen Körper, von Selbstverständlichkeit und Indifferenz bestimmt. Da läßt sich leicht über die Gattung im Allgemeinen, die Natur im Besonderen und das Schicksal unserer Galaxis in 1000 Milliarden Jahren philosophieren. Der Blick auf die Wirklichkeit wird aber sehr konkret und eng, wenn man im Folterkeller festsitzt, wie viele Menschen auf der ganzen Welt. Dann stellen sich die Fragen nach politischer Macht und Verantwortung, auch nach Schuld ganz von selbst. Auch wenn es dann meist für einen selbst zu spät ist. Wenn man sich selbst natürlich als Teil eines globalen Krebsgeschwürs begreift, ok, dann kann man im Folterkeller auch getrost verschimmeln, spielt ja für einen selbst keine Rolle, man tut der Welt und seinen Schergen einen Gefallen. Ist wahrscheinlich wirklich alles eine Frage der Perspektive und des Egos. Ohne es jetzt gemessen zu haben, aber ich glaube, in den Kommentaren gab es hier mindestens zu 70% Negativ-Feedback jenseits der Trollgrenze. Der Hass ging in erster Linie nicht von den Blog-Betreiber_Innen aus, sondern von den Gegnern hier und anderswo (in der Presse vor allem). Man sollte auch immer unterscheiden zwischen einem Streitgespräch/Diskurs und blinder Gegnerbeschimpfung. Aber auch das empfinden wohl viele wieder völlig unterschiedlich, was die Sache natürlich leicht stressig und nervig macht, das liegt in der Natur der Sache. Im Übrigen finde ich Deine Schäferidee persönlich garnicht mal so unsympathisch. Also: so long, @Orac. Im Anschluß poste ich, um nochmal richtig Öl ins Feuer zu gießen, mein persönliches Problem mit Münklers Thesen in der Öffentlichkeit, aber getrennt in einem eigenen Kommentar. Na gut, @Orac, dann lehne Dich mal entspannt zurück. Davon will ich Dich auch garnicht abhalten, schon garnicht von eventuellen naturwissenschaftlichen Interessen und Perspektiven, die ja alle ihre Berechtigung haben, auch wenn natürlich in Äonen und Kosmologien gedacht und gefühlt JEDE menschliche Bemühung um Überhauptirgendetwas ziemlich nichtig sein muß, da gebe ich Dir Recht.

Ich drücke es mal so aus: solange man nicht selbst im Folterkeller festsitzt, mit gebrochenen Rippen und Schnittwunden oder Schlimmerem, vielleicht einem ausgeschlagenen Auge, oder gezogenen Fußnägeln, oder Glasscherben im Rachen, ist der eigene Blick auf die Menschheit und sich selbst, vor allem seinen eigenen Körper, von Selbstverständlichkeit und Indifferenz bestimmt. Da läßt sich leicht über die Gattung im Allgemeinen, die Natur im Besonderen und das Schicksal unserer Galaxis in 1000 Milliarden Jahren philosophieren. Der Blick auf die
Wirklichkeit wird aber sehr konkret und eng, wenn man im Folterkeller festsitzt, wie viele Menschen auf der ganzen Welt. Dann stellen sich die Fragen nach politischer Macht und Verantwortung, auch nach Schuld ganz von selbst. Auch wenn es dann meist für einen selbst zu spät ist. Wenn man sich selbst natürlich als Teil eines globalen Krebsgeschwürs begreift, ok, dann kann man im Folterkeller auch getrost verschimmeln, spielt ja für einen selbst keine Rolle, man
tut der Welt und seinen Schergen einen Gefallen. Ist wahrscheinlich wirklich alles eine Frage der Perspektive und des Egos.

Ohne es jetzt gemessen zu haben, aber ich glaube, in den Kommentaren gab es hier mindestens zu 70% Negativ-Feedback jenseits der Trollgrenze. Der Hass ging in erster Linie nicht von den Blog-Betreiber_Innen aus, sondern von den Gegnern hier und anderswo (in der Presse vor allem).

Man sollte auch immer unterscheiden zwischen einem Streitgespräch/Diskurs und blinder Gegnerbeschimpfung. Aber auch das empfinden wohl viele wieder völlig unterschiedlich, was die Sache natürlich leicht stressig und nervig macht, das liegt in der Natur der Sache.

Im Übrigen finde ich Deine Schäferidee persönlich garnicht mal so unsympathisch.

Also: so long, @Orac.

Im Anschluß poste ich, um nochmal richtig Öl ins Feuer zu gießen, mein persönliches Problem mit Münklers Thesen in der Öffentlichkeit, aber getrennt in einem eigenen Kommentar.

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by: UNI Konstanz http://hu.blogsport.de/2015/07/03/ist-wissenschaft-ohne-afrikaner-rassistisch-und-sexistisch/#comment-719 Thu, 30 Jul 2015 03:39:13 +0000 http://hu.blogsport.de/2015/07/03/ist-wissenschaft-ohne-afrikaner-rassistisch-und-sexistisch/#comment-719 Aktuell berichtet der Spiegel über eione Absolventenstudie: "Der familiäre Bildungshintergrund beeinflusst zwar nicht den Studienerfolg, aber die Entscheidung, die Hochschule zu wechseln oder das Studium abzubrechen: Je schlechter der Bildungsgrad der Eltern, desto eher beenden die Kinder ihr Studium nicht." Also von wegen keine deutschen Studien, die den Einfluss des Elternhauses auf das Studium bestätigen... http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/welche-studenten-ihr-studium-abbrechen-und-warum-a-1045486.html Aktuell berichtet der Spiegel über eione Absolventenstudie:

„Der familiäre Bildungshintergrund beeinflusst zwar nicht den Studienerfolg, aber die Entscheidung, die Hochschule zu wechseln oder das Studium abzubrechen: Je schlechter der Bildungsgrad der Eltern, desto eher beenden die Kinder ihr Studium nicht.“

Also von wegen keine deutschen Studien, die den Einfluss des Elternhauses auf das Studium bestätigen…

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/welche-studenten-ihr-studium-abbrechen-und-warum-a-1045486.html

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by: Orac http://hu.blogsport.de/2015/07/08/muenkler-watch-13-religion-und-politik/#comment-714 Tue, 28 Jul 2015 11:57:29 +0000 http://hu.blogsport.de/2015/07/08/muenkler-watch-13-religion-und-politik/#comment-714 @Semikolon :) Ich komme aus einer generell etwas "Menschheits-Distanzierten"-Warte und meine, dass wir uns als Spezies und unsere Geschichte generell zu wichtig nehmen. Ich hätte mir in einer anderen Zeit und unter anderen Umständen sehr gut ein einsames Dasein als Schäfer vorstellen können, allein mit mir, der Natur und Tieren. Darum fehlen mir sowohl Interesse am "Menschsein" als auch die Leidenschaft, mich über bereits geschehene Dinge aufzuregen/mich dafür zu interessieren. Was ist das schon alles, im Zeitenlauf der Milliardenjahre, die es diesen Planeten gibt? Der Unendlichkeit von Raum und Zeit des Universums? All seiner Geheimnisse, die mich viel mehr zu fesseln vermögen, als Dröges Studium der ohnehin schon geschehenen "Geschichte". Nur weil ich die Aufgeregtheiten vielfach einfach nicht teilen kann, noch wie wichtig wir Menschen uns nehmen (vgl. der wahre Massenmord im 20. Jh. an kaum quantifizierbaren Massen von Tieren, unzählige Arten die für immer ausgerottet wurden, schaut man sich die Entwicklung der Menschheit seit der Neuzeit an, dann muss man ihr Verhalten fast mit dem eines Krebs, einer Plage vergleichen, aber das wäre ja wieder "zynisch"...und darum schaut der Mensch lieber weg und beschäftigt sich mit sich selbst, erhebt seine Unzulänglichkeiten zum Programm und Forschungsgegenstand, die Selbstbeschäftigung zur Wissenschaft... - nein, ich bin auch kein Veganer und schon gar kein Mitglied einer Weltuntergangssekte, die die Menschheit auslöschen möchte, man muss nicht alles zu einem Politikum, einer Ideologie und einem "Lifestyle" machen, aber ich schaue zu und stelle fest). All das wird früher oder später ohnehin vergessen sein. Spätestens wenn der letzte Mensch vergiftet wurde, verhungert ist, durch seine Waffen getötet wurde oder unsere Art sich aus sonstigen, eigentlich antizipierbaren, Gründen selbst vernichtet hat. Dann werden all die komplexen Gedanken und Sorgen die du dir gemacht hast vergessen sein, so als wären sie nie da gewesen. Und ob es wirklich schade um unsere Art wäre? Wenn ich mir anschaue, welche Schönheit der Natur wir unablässig vernichten und schon vernichtet haben, dann kann eigentlich nur zum "Zyniker" werden. Gerade, wenn ich wissenschaftliche Logik zum Maßstab mache. Und nicht doch bloßen Egoismus, Hedonismus und Selbsterhaltungstrieb einer agressiven Spezies, die ihre eigenen Bedürfnisse stets skrupellos über die ganze restliche Natur stellt. Wie winzig die Aufmerksamkeit der Menschen doch für diese kollektiven Verbrechen in der Vergangenheit ist. Und deren Fortdauern in der Gegenwart. Also doch nur Selbstbeschäftigung, Nabelschau, einer Art, die sich selbst einfach viel zu wichtig nimmt. Nenn mich Zyniker, Nihilist, whatever, ordne es in eine Schublade, wenn du das brauchst. Ich habe "Leben und leben lassen" zu meinem Mantra gemacht und wenn man dem konsequent und in Bezug auf die ganze Umwelt um einen herum folgt, dann kann daraus eigentlich nichts schlechtes erwachsen. Dieses Mantra habe ich mir nicht ausgedacht, in der Art sind ganze philosophische Denkschulen in der Vergangenheit entstanden. Was sagt es über unsere Art, dass nie diese, sondern immer das Maßlose, Destruktive und Agressive, die Menschheitsgeschichte steuerten und dominierten? Wieso schmeicheln wir uns eigentlich als Art immer selbst, indem wir den absoluten Ausnahmefall (Momente der Güte, Friedfertigkeit, Genügsamkeit, Freundlichkeit) als "menschlich" bezeichnen, personifizierte Ausnahmen wie Gandhi oder Mutter Therese die ja Jedermann ein Begriff sind, während die Realität doch dafür spricht, Mord, Totschlag, Genozid, Zerstörung, Hass als "menschlich" zu bezeichnen. Wenn man danach geht, was qualitativ den Menschen tatsächlich - über alle Zeiten, in allen Kulturen - auszeichnete und nicht, wie er sich, selbstverliebt wie er ist, gerne selbst überhöht sieht (ja die ganze Religion ist ja im Grunde nichts als eine Selbstanbetung des Menschen, als Geisteswissenschaftler wirst du wissen auf welche Erwägungen ich dabei anspiele). Und dieses Thema hier beweist mir einmal mehr, welches Geistes Kind wir Menschen sind. Da geht es um nichts anderes als intellektuelle Trockenübungen zur Ausbildung von Kids, die dann mit ihrem Abschluss Taxi fahren (wenn sie Glück haben einen Job in der Wissenschaft o. ä. kriegen). Und da vertritt dann ein Dozent Meinungen, die man ablehnt. Und das alleine scheint so wichtig zu sein darauf mit solch einer Agression, solch einem Hass, zu reagieren. Lies doch mal die Kommentare hier, lies die latente Verachtung zwischen den Zeilen der Blogbeiträge. Da schwingen sich Menschen auf, einen vermeintlichen Zyniker zu entlarven und verhalten sich dabei selbst zynisch. Voller Verachtung und Agression. Auf der Motivebene kann man sich kaum widersprüchlicher verhalten. Egal, wie überzeugt man sein mag, dass das, was man kritisiere, inhaltlich richtig sei. Aber ich schweife ab, ich lehne mich dann wieder zurück, klinke mich hier aus und genieße weiter die Show im "Welttheater" des Menschen. Solange es noch geht, bis der Vorhang für immer fällt. @Semikolon :)
Ich komme aus einer generell etwas „Menschheits-Distanzierten“-Warte und meine, dass wir uns als Spezies und unsere Geschichte generell zu wichtig nehmen. Ich hätte mir in einer anderen Zeit und unter anderen Umständen sehr gut ein einsames Dasein als Schäfer vorstellen können, allein mit mir, der Natur und Tieren. Darum fehlen mir sowohl Interesse am „Menschsein“ als auch die Leidenschaft, mich über bereits geschehene Dinge aufzuregen/mich dafür zu interessieren. Was ist das schon alles, im Zeitenlauf der Milliardenjahre, die es diesen Planeten gibt? Der Unendlichkeit von Raum und Zeit des Universums? All seiner Geheimnisse, die mich viel mehr zu fesseln vermögen, als Dröges Studium der ohnehin schon geschehenen „Geschichte“.

Nur weil ich die Aufgeregtheiten vielfach einfach nicht teilen kann, noch wie wichtig wir Menschen uns nehmen (vgl. der wahre Massenmord im 20. Jh. an kaum quantifizierbaren Massen von Tieren, unzählige Arten die für immer ausgerottet wurden, schaut man sich die Entwicklung der Menschheit seit der Neuzeit an, dann muss man ihr Verhalten fast mit dem eines Krebs, einer Plage vergleichen, aber das wäre ja wieder „zynisch“…und darum schaut der Mensch lieber weg und beschäftigt sich mit sich selbst, erhebt seine Unzulänglichkeiten zum Programm und Forschungsgegenstand, die Selbstbeschäftigung zur Wissenschaft… – nein, ich bin auch kein Veganer und schon gar kein Mitglied einer Weltuntergangssekte, die die Menschheit auslöschen möchte, man muss nicht alles zu einem Politikum, einer Ideologie und einem „Lifestyle“ machen, aber ich schaue zu und stelle fest).

All das wird früher oder später ohnehin vergessen sein. Spätestens wenn der letzte Mensch vergiftet wurde, verhungert ist, durch seine Waffen getötet wurde oder unsere Art sich aus sonstigen, eigentlich antizipierbaren, Gründen selbst vernichtet hat. Dann werden all die komplexen Gedanken und Sorgen die du dir gemacht hast vergessen sein, so als wären sie nie da gewesen. Und ob es wirklich schade um unsere Art wäre? Wenn ich mir anschaue, welche Schönheit der Natur wir unablässig vernichten und schon vernichtet haben, dann kann eigentlich nur zum „Zyniker“ werden. Gerade, wenn ich wissenschaftliche Logik zum Maßstab mache. Und nicht doch bloßen Egoismus, Hedonismus und Selbsterhaltungstrieb einer agressiven Spezies, die ihre eigenen Bedürfnisse stets skrupellos über die ganze restliche Natur stellt.

Wie winzig die Aufmerksamkeit der Menschen doch für diese kollektiven Verbrechen in der Vergangenheit ist. Und deren Fortdauern in der Gegenwart. Also doch nur Selbstbeschäftigung, Nabelschau, einer Art, die sich selbst einfach viel zu wichtig nimmt. Nenn mich Zyniker, Nihilist, whatever, ordne es in eine Schublade, wenn du das brauchst. Ich habe „Leben und leben lassen“ zu meinem Mantra gemacht und wenn man dem konsequent und in Bezug auf die ganze Umwelt um einen herum folgt, dann kann daraus eigentlich nichts schlechtes erwachsen. Dieses Mantra habe ich mir nicht ausgedacht, in der Art sind ganze philosophische Denkschulen in der Vergangenheit entstanden. Was sagt es über unsere Art, dass nie diese, sondern immer das Maßlose, Destruktive und Agressive, die Menschheitsgeschichte steuerten und dominierten? Wieso schmeicheln wir uns eigentlich als Art immer selbst, indem wir den absoluten Ausnahmefall (Momente der Güte, Friedfertigkeit, Genügsamkeit, Freundlichkeit) als „menschlich“ bezeichnen, personifizierte Ausnahmen wie Gandhi oder Mutter Therese die ja Jedermann ein Begriff sind, während die Realität doch dafür spricht, Mord, Totschlag, Genozid, Zerstörung, Hass als „menschlich“ zu bezeichnen. Wenn man danach geht, was qualitativ den Menschen tatsächlich – über alle Zeiten, in allen Kulturen – auszeichnete und nicht, wie er sich, selbstverliebt wie er ist, gerne selbst überhöht sieht (ja die ganze Religion ist ja im Grunde nichts als eine Selbstanbetung des Menschen, als Geisteswissenschaftler wirst du wissen auf welche Erwägungen ich dabei anspiele).

Und dieses Thema hier beweist mir einmal mehr, welches Geistes Kind wir Menschen sind. Da geht es um nichts anderes als intellektuelle Trockenübungen zur Ausbildung von Kids, die dann mit ihrem Abschluss Taxi fahren (wenn sie Glück haben einen Job in der Wissenschaft o. ä. kriegen). Und da vertritt dann ein Dozent Meinungen, die man ablehnt. Und das alleine scheint so wichtig zu sein darauf mit solch einer Agression, solch einem Hass, zu reagieren. Lies doch mal die Kommentare hier, lies die latente Verachtung zwischen den Zeilen der Blogbeiträge. Da schwingen sich Menschen auf, einen vermeintlichen Zyniker zu entlarven und verhalten sich dabei selbst zynisch. Voller Verachtung und Agression. Auf der Motivebene kann man sich kaum widersprüchlicher verhalten. Egal, wie überzeugt man sein mag, dass das, was man kritisiere, inhaltlich richtig sei.

Aber ich schweife ab, ich lehne mich dann wieder zurück, klinke mich hier aus und genieße weiter die Show im „Welttheater“ des Menschen. Solange es noch geht, bis der Vorhang für immer fällt.

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by: gähn http://hu.blogsport.de/2015/07/08/muenkler-watch-13-religion-und-politik/#comment-713 Tue, 28 Jul 2015 10:39:50 +0000 http://hu.blogsport.de/2015/07/08/muenkler-watch-13-religion-und-politik/#comment-713 @ Orac Reyem Caro Meyer - jetzt schon mit Anagramm unterwegs, was? Haben Sie mittlerweile so viel Schiss, dass Sie ihre Anonymität auch noch doppeln müssen? Pff... Wie soll man Sie ernst nehmen, wenn Sie noch nicht mal zu ihrem Pseudonym restlos stehen können, unter dem Sie bisher Ihre Meinung vertraten? Im Gegensatz zu Herrn Prof. Münkler halten Sie scheinbar nicht lange durch... @ Orac Reyem

Caro Meyer – jetzt schon mit Anagramm unterwegs, was? Haben Sie mittlerweile so viel Schiss, dass Sie ihre Anonymität auch noch doppeln müssen? Pff… Wie soll man Sie ernst nehmen, wenn Sie noch nicht mal zu ihrem Pseudonym restlos stehen können, unter dem Sie bisher Ihre Meinung vertraten?

Im Gegensatz zu Herrn Prof. Münkler halten Sie scheinbar nicht lange durch…

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by: Jürgen http://hu.blogsport.de/2015/01/26/wer-sind-wir/#comment-712 Sun, 26 Jul 2015 18:12:00 +0000 http://hu.blogsport.de/2015/01/26/wer-sind-wir/#comment-712 Der Tag wird kommen an dem der Macher dieser Webseite durch einen Hacker auffliegt. Vielleicht in zwei Tagen, vielleicht erst in zwei Jahren. Aber er wird kommen. Die Überschrift lautet: Wer sind wir? Die Antwort darauf: Feige, hinterhältig und dem Volk ("die Mitte") das Wort führend. Ihr seid das Gegenteil demokratischer Werte und zerstört mit eurer perfiden Haltung den politischen Diskurs aller aufrechten Demokraten. Das seid IHR. Der Tag wird kommen an dem der Macher dieser Webseite durch einen Hacker auffliegt. Vielleicht in zwei Tagen, vielleicht erst in zwei Jahren. Aber er wird kommen.

Die Überschrift lautet: Wer sind wir?
Die Antwort darauf: Feige, hinterhältig und dem Volk („die Mitte“) das Wort führend. Ihr seid das Gegenteil demokratischer Werte und zerstört mit eurer perfiden Haltung den politischen Diskurs aller aufrechten Demokraten. Das seid IHR.

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by: Semikolon :) http://hu.blogsport.de/2015/07/08/muenkler-watch-13-religion-und-politik/#comment-711 Sat, 25 Jul 2015 22:34:03 +0000 http://hu.blogsport.de/2015/07/08/muenkler-watch-13-religion-und-politik/#comment-711 Jut, @Orac, den genauen Wortlaut des Gesetzes kannte ich jetzt nicht, aber ich muß ihn so ähnlich vermutet haben, sonst hätte ich die NACHWEISLICHKEIT im Rostocker Rassismus-Beispiel nicht so betont. Das Wörtchen 'Prise' als Zusatz zu 'Rassismus' schwächt den Vorwurf natürlich erheblich ab, um bei Deinem Beispiel zu bleiben. Dieser Vowurf gegen Münkler wird allerdings von den Blog-Autor_Innen (also, wenigstens hier, aus Höflichkeit!) begründet, indem sie Münkler wörtlich zitieren und das Zitat dann ideologiekritisch kommentieren (den Fanon-Vorfall). Ohne jetzt in komplexe Rassismustheorien einsteigen zu wollen, so muß man zumindest zugeben, daß die Münklersche Art, selbstreferenziell immer seinen Hader mit kritischen Student_Innen (jetzt fange ich auch an ... :P) mit wenig geschmackvollen Witzen auf Kosten von anderen (Fanon als 'Schwarzer') auszutragen, befremdlich wirken kann, wenn man dafür ein Organ besitzt. Eine 'Prise Rassismus' ist eben gegeben, wenn man Fanon auf sein 'Schwarzsein' reduziert, zu welchem Zweck auch immer (hier, um Münklers Koketterie mit seiner eurozentrischen Literaturliste zu würzen, wenn ich das richtig verstehe). Solche Schlichtheiten, die in einer Uni-Vorlesung nichts verloren haben, scheinen bei Münkler keine Seltenheit zu sein. Inwieweit ein deutsches Gericht den Blog-Autor_Innen in ihrer Rassismus-Kritik folgen wollte/könnte, ob die Argumentation als Nachweis ausreicht, keine Ahnung, aber man muß anerkennen, daß die Blog-Autor_Innen nicht grundlos und unbegründet polemisieren und/oder angreifen. Sie wissen schon ziemlich genau, was sie da schreiben und warum. Mit Trollerei hat das rein garnichts zu tun, dafür ist der Arbeitsaufwand auch viel zu groß und die Argumentation zu genau. Daß die Blog-Autor_Innen aus guten Gründen in der Anonymität verblieben sind, und Münkler mit seinen wüsten Beschimpfungen ('erbärmliche Feiglinge', 'dumm') keinen Anlaß gibt, ihm als Lehrkraft zu vertrauen, hat nun ebenfalls nichts mit Trolling zu tun, sondern mit Weisheit und Selbstschutz. Und wie gesagt, Anonymität ist als Kriterium der DISKURSWÜRDIGKEIT des Blogs völlig irrelevant. Es ist nur ein gefundenes Fressen für die Bloggegner_Innen (:D), die Münklersche Rede von der 'Feigheit' NACHZUPLAPPERN - so, wie es auf der Pressekonferenz als Losung ausgegeben und (fast) überall in den Gazetten nachgebetet wurde - ohne Sinn und Verstand. Wenn es Dich interessiert, dann lies mal die Ausführungen von Patrick Bahners (FAZ) zu diesem Komplex im Netz, der als einziger seinen Kollegen vom eigenen Blatt mal das Hirn gelüftet hat, damit der Dampf abziehen kann: http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/patrickbahners_muenklerwatch Ich stimme übrigens mit Bahners nicht in der Beurteilung Münklers als 'erfrischend' subversiven und originellen Denker überein. Womit wir beim Nachplappern in den Geisteswissenschaften wären. Gut, @Orac, ich höre bei Dir eine starke Abneigung gegen 'gutmenschliche' Nach-68er-Thesen heraus, egal, ob es um Geschichtsschreibung oder um Gender-Studies geht. Ja, natürlich ist die Gefahr des Nachplapperns jahrzehnte-, sogar jahrtausendalter Ideologeme immer übergroß, vor der auch ein Münkler nicht geschützt ist. Mich interessieren aber in der Wissenschaft die Autorität eines Experten nur insoweit, als ich seine Expertise argumentativ und logisch nachvollziehen kann. Ob eine These moralisch wirkt, interessiert mich erst auf den zweiten Blick. Wenn also der Historiker Fischer bereits in den 1960ern eine gründliche Studie zur Kriegsschuldfrage des WK1 vorlegte ('Griff nach der Weltmacht'), die seine erbitterten Gegner bis in die 1970er Jahre nicht glaubwürdig widerlegen konnten - allesamt versierte und geschulte Historiker, was will dann bitteschön der POLITOLOGE Münkler, der in seinem 'Der Große Krieg'-Wälzer alles betreibt (vorwiegend WARGAMING), aber keine fundierte Quellenanalyse. Das nimmt kein Historiker von Format ernst. Wenn dann im selben Werk auch noch behauptet wird, daß kein Krieg ohne Helden auskomme und als einziger Gewährsmann für den Heroismus der Materialschlacht Ernst Jünger zu Wort kommt, spätestens dann schrillen bei mir auch moralische Glocken, und ich werde zum Urteil gezwungen: geht überhaupt nicht. Weil undifferenziert, einseitig, theorieschwach. Was soll man erwarten, wenn Münkler nur eine 'Raumordnungstheorie' im Geiste hat, die offenbar von seinem Lehrstuhlkollegen Carl Schmitt an derselben Universität in den 1930ern entwickelt wurde, in der sich alles um 'Großräume' von 'Mächten' dreht, die den 'Feind' an 'Großkampftagen' bekämpfen usw.? Dieser Wochenschau-Sprech färbt auch auf Münkler ab, wenn er in seinen seitenlangen Schlachtenanalysen imaginativ Moltke oder Tirpitz zu diesem oder jenem Angriff raten muß - ganz der beratungsfanatische 1-Mann-ThinkTank, wie Münkler sich selbst gern beschreibt. 1-Mann-Tank paßt hier besser, wenn mir der Kalauer erlaubt ist. Den Beratungsfanatismus hat Münkler übrigens mit Schmitt gemein, der auch in der Weimarer Zeit die 'Nähe zur Macht' gesucht hat, bei Papen und Schleicher zum Beispiel, und auch in der Nach-Weimarer-Zeit - sehr zielstrebig. Es scheint mir so, als ob sich Münkler Schmitt als Vorbild gewählt hat. Da kann ich nur warnen: Schmitt hat sich bis zu seinem Tod nie öffentlich von seiner braunen und antisemitischen Rechtstheorie distanziert - und seine Beteiligung an Forschungsprojekten zum 'Generalplan Ost' macht ihn mitschuldig am Tod und Leid der 'Umgesiedelten' in den 'Ostgebieten' - genauso wie sich die heutige Bundesregierung mitschuldig macht am Tod und Leid der Donbas-Zivilisten im Zuge des EU/NATO-Osterweiterungsprojekts 'Ukraine', zu dem ja Münkler stolz bei einer Buchpräsentation verkündete, daß Deutschland dort nun eine 'Lead-Nation' geworden sei. Bravo! Toll gemacht, Bundesregierung! Gut beraten, Münkler! Das nächste Milliardenfaß ohne Boden, der nächste Dauerkonflikt, der nächste Failed State in Europe. Und deshalb, @Orac, sehe ich die Phänomene in den Geisteswissenschaften (aus denen ich komme) nicht so isoliert wie Du, sondern es bilden sich mir unangenehme Assoziationsketten wie Schmitt-Münkler-Ukraine, die sich bei genauerer Betrachtung oft noch als KAUSALKETTEN erweisen. Deutschlands 'Führung' der 'Weimarer Achse' (Frankreich-Deutschland-Polen-Ukraine) und andere brandgefährliche, sehr alte Kolonisierungsprojekte, für die eine Schmittsche 'Großraumtheorie' die Grundlage bieten mag. Und so weiter. Also, @Orac, grundsätzlich halte ich JEDES Detail der NS- und Genozid-Forschung für wertvoll, weil man bei jeder Fragestellung neue Erkenntnisse daraus gewinnen kann. Es gibt so etwas wie die Dichte der Quellen, die das Bild erhellen, oder auch nicht. Leider ist es so, daß trotz der Fülle der Fakten noch nicht einmal die Namen oder Gesichter aller NS-Opfer bekannt sind. Nein, Hunderttausende sind einfach nur namenlos und/oder rein quantitativ GESCHÄTZT - ohne Anhaltspunkte zur Lebensgeschichte. Einfach ausgelöscht. Was bleibt ist eine geschätzte Zahl in einer Studie: 'Das Dorf X wurde vollständig von der Wehrmacht zerstört. Das Schicksal und die Zahl seiner Bewohner sind unbekannt.' 'Der Transport brachte 2000 Sinti ins Lager, deren Namen nicht überliefert sind.' Und so weiter. Wie Du weißt, @Orac, hätten die Nazis aus ihrer Sicht zwei 'gute' Gründe gehabt, Dich und Deine Familie nach Auschwitz zu transportieren, erst ins 'Zigeunerlager' und später in die Gaskammern. Sich mit solchen Tatsachen zu beschäftigen, sollte eigentlich nichts mit Nabelschau, Selbstgerechtigkeit oder Gutmenschentum zu tun haben, sondern mit der Wahrnehmung von dem, was menschenmöglich ist. Finde ich von daher unklug, daß Du die Jetztzeit gegen das Damals moralisch ausspielen willst - beides gehört für mich zusammen. Weil eben die EU wieder eine neue Kriegsfront gegen (noch) wehrlose Zivilisten (Migranten) eröffnet hat - und zwar mit allen rassistischen Rechtfertigungen, die damit verbunden sind, und weil eben Auschwitz existierte, deshalb schaue ich mir die 'Grenzzonen'-Lager für zwangsinternierte Flüchtlinge genauer an, sofern überhaupt möglich. Also, @Orac, ich bin nicht auf Dein Sint- und Schwulsein eingegangen, weil ich 1) mir nicht sicher war, ob es nicht als Provokation erfunden ist und 2) den Angriff auf die Blog-Autor_Innen hier als ad hominem empfand, obwohl Du (und ich auch) die Verfasser_Innen hier überhaupt nicht persönlich kennen. Nur weil einer ein 'reindeutsch-blonder' Dominik ist, der alles weggrinst, gendert und 'schwul' findet (ich weiß, welche Spezies Du meinst), müssen es die Blog-Betreiber_Innen nicht auch sein. Vielleicht haben hier ja lesbische Deutsche mit kurdischem Background mitgeschrieben, wissen wir es? Nein. Ja, natürlich gibt es die 'ganz normale' Alltagsdiskriminierung verschiedenster Gruppen, besonders in der Sprache sichtbar. Ob es nun 'Schwarzköpfe' sind, oder 'Schwule', oder 'Zigeuner', oder 'Kosovo-Albaner', oder 'Russen', oder 'Pollacken' und so weiter, das wird alles oft als direkte Abwertung gemeint. Als ich Schüler war, war eine zeitlang 'Jude' als lustiges Schimpfwort gebräuchlich, genauso wie heute der 'Neger'. Dabei bin ich alt genug, um als Kind mit einem deutschen Juden und Mitschüler befreundet gewesen zu sein, dessen Mutter selbst als Kind in Theresienstadt gewesen ist und nur als Objekt von Medizinversuchen den ständigen Auschwitz-Transporten entkommen ist. Kurzum: alles gute Gründe, sich mit Rassismus, Geschlechter-/Sexualitätsforschung und Minderheitenschutz weiterhin zu befassen, auch, wenn Menschen wie Münkler das vielleicht nicht schmeckt! :) Daß Dich Doppelmoral und Gedankenlosigkeit bei Deinem Background besonders wütend machen, nun, das kann ich nachvollziehen. Was macht man da? In die Offensive gehen und den Arne in der Mensa ansprechen? 'Hey, ICH bin schwul, aber keine Nudel!' Sprachgendern ist übrigens nicht so mein Ding - dafür bin ich zu alt und zu faul - haste gemerkt, nicht? :P Jut, @Orac, den genauen Wortlaut des Gesetzes kannte ich jetzt nicht, aber ich muß ihn so ähnlich vermutet haben, sonst hätte ich die NACHWEISLICHKEIT im Rostocker Rassismus-Beispiel nicht so betont.

Das Wörtchen ‚Prise‘ als Zusatz zu ‚Rassismus‘ schwächt den Vorwurf natürlich erheblich ab, um bei Deinem Beispiel zu bleiben. Dieser Vowurf gegen Münkler wird allerdings von den
Blog-Autor_Innen (also, wenigstens hier, aus Höflichkeit!) begründet, indem sie Münkler wörtlich zitieren und das Zitat dann ideologiekritisch kommentieren (den Fanon-Vorfall). Ohne
jetzt in komplexe Rassismustheorien einsteigen zu wollen, so muß man zumindest zugeben, daß die Münklersche Art, selbstreferenziell immer seinen Hader mit kritischen Student_Innen (jetzt fange ich auch an … :P ) mit wenig geschmackvollen Witzen auf Kosten von anderen (Fanon als
‚Schwarzer‘) auszutragen, befremdlich wirken kann, wenn man dafür ein Organ besitzt. Eine ‚Prise Rassismus‘ ist eben gegeben, wenn man Fanon auf sein ‚Schwarzsein‘ reduziert, zu
welchem Zweck auch immer (hier, um Münklers Koketterie mit seiner eurozentrischen Literaturliste zu würzen, wenn ich das richtig verstehe). Solche Schlichtheiten, die in einer Uni-Vorlesung nichts verloren haben, scheinen bei Münkler keine Seltenheit zu sein. Inwieweit ein deutsches Gericht den Blog-Autor_Innen in ihrer Rassismus-Kritik folgen wollte/könnte, ob
die Argumentation als Nachweis ausreicht, keine Ahnung, aber man muß anerkennen, daß die Blog-Autor_Innen nicht grundlos und unbegründet polemisieren und/oder angreifen. Sie wissen schon ziemlich genau, was sie da schreiben und warum. Mit Trollerei hat das rein garnichts zu tun, dafür ist der Arbeitsaufwand auch viel zu groß und die Argumentation zu genau. Daß die Blog-Autor_Innen aus guten Gründen in der Anonymität verblieben sind, und Münkler mit seinen wüsten Beschimpfungen (‚erbärmliche Feiglinge‘, ‚dumm‘) keinen Anlaß gibt, ihm als Lehrkraft zu vertrauen, hat nun ebenfalls nichts mit Trolling zu tun, sondern mit Weisheit und Selbstschutz. Und wie gesagt, Anonymität ist als Kriterium der DISKURSWÜRDIGKEIT des Blogs völlig irrelevant. Es ist nur ein gefundenes Fressen für die Bloggegner_Innen (:D), die Münklersche Rede von der ‚Feigheit‘ NACHZUPLAPPERN – so, wie es auf der Pressekonferenz als Losung ausgegeben und (fast) überall in den Gazetten nachgebetet wurde – ohne Sinn und Verstand. Wenn es Dich interessiert, dann lies mal die Ausführungen von Patrick Bahners (FAZ) zu diesem Komplex im Netz, der als einziger seinen Kollegen vom eigenen Blatt mal das Hirn gelüftet hat, damit der Dampf abziehen kann:

http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/patrickbahners_muenklerwatch

Ich stimme übrigens mit Bahners nicht in der Beurteilung Münklers als ‚erfrischend‘ subversiven und originellen Denker überein. Womit wir beim Nachplappern in den Geisteswissenschaften
wären.

Gut, @Orac, ich höre bei Dir eine starke Abneigung gegen ‚gutmenschliche‘ Nach-68er-Thesen heraus, egal, ob es um Geschichtsschreibung oder um Gender-Studies geht. Ja, natürlich ist die Gefahr des Nachplapperns jahrzehnte-, sogar jahrtausendalter Ideologeme immer übergroß, vor der auch ein Münkler nicht geschützt ist. Mich interessieren aber in der Wissenschaft die Autorität eines Experten nur insoweit, als ich seine Expertise argumentativ und logisch nachvollziehen kann. Ob eine These moralisch wirkt, interessiert mich erst auf den zweiten Blick.

Wenn also der Historiker Fischer bereits in den 1960ern eine gründliche Studie zur Kriegsschuldfrage des WK1 vorlegte (‚Griff nach der Weltmacht‘), die seine erbitterten Gegner bis in die 1970er Jahre nicht glaubwürdig widerlegen konnten – allesamt versierte und geschulte Historiker, was will dann bitteschön der POLITOLOGE Münkler, der in seinem ‚Der Große Krieg‘-Wälzer alles betreibt (vorwiegend WARGAMING), aber keine fundierte Quellenanalyse. Das nimmt kein Historiker von Format ernst. Wenn dann im selben Werk auch noch behauptet wird, daß kein Krieg ohne Helden auskomme und als einziger Gewährsmann für den Heroismus der Materialschlacht Ernst Jünger zu Wort kommt, spätestens dann schrillen bei mir auch moralische Glocken, und ich werde zum Urteil gezwungen: geht überhaupt nicht. Weil undifferenziert, einseitig, theorieschwach. Was soll man erwarten, wenn Münkler nur eine ‚Raumordnungstheorie‘ im Geiste hat, die offenbar von seinem Lehrstuhlkollegen Carl Schmitt an
derselben Universität in den 1930ern entwickelt wurde, in der sich alles um ‚Großräume‘ von ‚Mächten‘ dreht, die den ‚Feind‘ an ‚Großkampftagen‘ bekämpfen usw.? Dieser Wochenschau-Sprech färbt auch auf Münkler ab, wenn er in seinen seitenlangen
Schlachtenanalysen imaginativ Moltke oder Tirpitz zu diesem oder jenem Angriff raten muß – ganz der beratungsfanatische 1-Mann-ThinkTank, wie Münkler sich selbst gern beschreibt. 1-Mann-Tank paßt hier besser, wenn mir der Kalauer erlaubt ist. Den Beratungsfanatismus hat Münkler übrigens mit Schmitt gemein, der auch in der Weimarer Zeit die ‚Nähe zur Macht‘ gesucht hat, bei Papen und Schleicher zum Beispiel, und auch in der Nach-Weimarer-Zeit – sehr zielstrebig. Es scheint mir so, als ob sich Münkler Schmitt als Vorbild gewählt hat. Da kann ich nur warnen: Schmitt hat sich bis zu seinem Tod nie öffentlich von seiner braunen und
antisemitischen Rechtstheorie distanziert – und seine Beteiligung an Forschungsprojekten zum ‚Generalplan Ost‘ macht ihn mitschuldig am Tod und Leid der ‚Umgesiedelten‘ in den ‚Ostgebieten‘ – genauso wie sich die heutige Bundesregierung mitschuldig macht am Tod und Leid der Donbas-Zivilisten im Zuge des EU/NATO-Osterweiterungsprojekts ‚Ukraine‘, zu dem ja Münkler stolz bei einer Buchpräsentation verkündete, daß Deutschland dort nun eine ‚Lead-Nation‘ geworden sei. Bravo! Toll gemacht, Bundesregierung! Gut beraten, Münkler! Das nächste Milliardenfaß ohne Boden, der nächste Dauerkonflikt, der nächste Failed State in Europe. Und deshalb, @Orac, sehe ich die Phänomene in den Geisteswissenschaften (aus denen ich komme) nicht so isoliert wie Du, sondern es bilden sich mir unangenehme Assoziationsketten
wie Schmitt-Münkler-Ukraine, die sich bei genauerer Betrachtung oft noch als KAUSALKETTEN erweisen. Deutschlands ‚Führung‘ der ‚Weimarer Achse‘ (Frankreich-Deutschland-Polen-Ukraine) und andere brandgefährliche, sehr alte Kolonisierungsprojekte, für die eine Schmittsche ‚Großraumtheorie‘ die Grundlage bieten mag. Und so weiter.

Also, @Orac, grundsätzlich halte ich JEDES Detail der NS- und Genozid-Forschung für wertvoll, weil man bei jeder Fragestellung neue Erkenntnisse daraus gewinnen kann. Es gibt so etwas wie
die Dichte der Quellen, die das Bild erhellen, oder auch nicht. Leider ist es so, daß trotz der Fülle der Fakten noch nicht einmal die Namen oder Gesichter aller NS-Opfer bekannt sind. Nein, Hunderttausende sind einfach nur namenlos und/oder rein quantitativ GESCHÄTZT – ohne Anhaltspunkte zur Lebensgeschichte. Einfach ausgelöscht. Was bleibt ist eine geschätzte Zahl in
einer Studie: ‚Das Dorf X wurde vollständig von der Wehrmacht zerstört. Das Schicksal und die Zahl seiner Bewohner sind unbekannt.‘ ‚Der Transport brachte 2000 Sinti ins Lager, deren Namen nicht überliefert sind.‘ Und so weiter.

Wie Du weißt, @Orac, hätten die Nazis aus ihrer Sicht zwei ‚gute‘ Gründe gehabt, Dich und Deine Familie nach Auschwitz zu transportieren, erst ins ‚Zigeunerlager‘ und später in die
Gaskammern. Sich mit solchen Tatsachen zu beschäftigen, sollte eigentlich nichts mit Nabelschau, Selbstgerechtigkeit oder Gutmenschentum zu tun haben, sondern mit der Wahrnehmung von dem, was menschenmöglich ist. Finde ich von daher unklug, daß Du die Jetztzeit gegen das Damals moralisch ausspielen willst – beides gehört für mich zusammen. Weil eben die EU wieder eine neue Kriegsfront gegen (noch) wehrlose Zivilisten (Migranten) eröffnet hat – und zwar mit allen rassistischen Rechtfertigungen, die damit verbunden sind, und weil eben
Auschwitz existierte, deshalb schaue ich mir die ‚Grenzzonen‘-Lager für zwangsinternierte Flüchtlinge genauer an, sofern überhaupt möglich.

Also, @Orac, ich bin nicht auf Dein Sint- und Schwulsein eingegangen, weil ich 1) mir nicht sicher war, ob es nicht als Provokation erfunden ist und 2) den Angriff auf die Blog-Autor_Innen hier als ad hominem empfand, obwohl Du (und ich auch) die Verfasser_Innen hier überhaupt nicht persönlich kennen. Nur weil einer ein ‚reindeutsch-blonder‘ Dominik ist, der alles weggrinst, gendert und ’schwul‘ findet (ich weiß, welche Spezies Du meinst), müssen es die Blog-Betreiber_Innen nicht auch sein. Vielleicht haben hier ja lesbische Deutsche mit kurdischem Background mitgeschrieben, wissen wir es? Nein.

Ja, natürlich gibt es die ‚ganz normale‘ Alltagsdiskriminierung verschiedenster Gruppen, besonders in der Sprache sichtbar. Ob es nun ‚Schwarzköpfe‘ sind, oder ‚Schwule‘, oder ‚Zigeuner‘, oder ‚Kosovo-Albaner‘, oder ‚Russen‘, oder ‚Pollacken‘ und so weiter, das wird alles oft als direkte Abwertung gemeint. Als ich Schüler war, war eine zeitlang ‚Jude‘ als lustiges Schimpfwort gebräuchlich, genauso wie heute der ‚Neger‘. Dabei bin ich alt genug, um als Kind mit einem deutschen Juden und Mitschüler befreundet gewesen zu sein, dessen Mutter selbst als
Kind in Theresienstadt gewesen ist und nur als Objekt von Medizinversuchen den ständigen Auschwitz-Transporten entkommen ist. Kurzum: alles gute Gründe, sich mit Rassismus, Geschlechter-/Sexualitätsforschung und Minderheitenschutz weiterhin zu befassen, auch, wenn Menschen wie Münkler das vielleicht nicht schmeckt! :)

Daß Dich Doppelmoral und Gedankenlosigkeit bei Deinem Background besonders wütend machen, nun, das kann ich nachvollziehen. Was macht man da? In die Offensive gehen und den Arne in der Mensa ansprechen? ‚Hey, ICH bin schwul, aber keine Nudel!‘

Sprachgendern ist übrigens nicht so mein Ding – dafür bin ich zu alt und zu faul – haste gemerkt, nicht? :P

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